Südschweiz

03. November 2017 09:33; Akt: 03.11.2017 09:43 Print

Ein Funke genügt, und der Wald steht in Flammen

Im Tessin und in Südbünden ist das Feuermachen im Freien strikt verboten. Im Oktober hat es so wenig geregnet, dass die Gefahr von Waldbränden sehr hoch ist.

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Staubtrocken ist es im Tessin. Statt 190 Liter pro Quadratmeter gab es in Locarno im Oktober nur einen einzigen Liter, wie Meteorologe Roger Perret von Meteonews sagt. In Lugano ist es nicht anders. Dort hat es statt 142 nur 6 Liter geregnet. Auch im Puschlav gab es nur 12 statt 119 Liter pro Quadratmeter.

«Im Oktober gab es in den Südtälern praktisch keinen Niederschlag», so Perret. Der September sei von der Regenmenge her noch im Durchschnitt gewesen. Die Folge des trockenen Oktobers ist eine massive Waldbrandgefahr. Seit vergangenem Mittwoch gilt im Kanton Tessin, im Misox, im Bergell und im Puschlav ein absolutes Feuerverbot im Freien. Die Situation erinnert an den Herbst vor einem Jahr, als im Misox und im Tessin an mehreren Orten Waldbrände wüteten. Schon damals war es für die Jahreszeit viel zu trocken.

«Das ist typisch für März und April»

Auch in grossen Teilen des Wallis und im Unterengadin herrscht erhebliche Waldbrandgefahr. Zu einem Feuerverbot werde es im Engadin und im Val Müstair wahrscheinlich nicht kommen, weil sie höher gelegen seien und der Boden gefroren sei, heisst es beim Kanton Graubünden. Am kommenden Montag werde die Situation neu beurteilt.

«Die aktuelle Lage in den Südtälern ist tatsächlich aussergewöhnlich», sagt Michael Reinhard, Leiter Sektion Waldschutz und Waldgesundheit beim Bundesamt für Umwelt. Solche Situationen treffe man sonst eher im März und April an. Grund für die Trockenheit sei neben wenig Niederschlag auch der Nordföhn, der das Gebiet zusätzlich ausgetrocknet habe.

Bereits jetzt sei es im Tessin zu kleineren Bränden gekommen. «Für den Ernstfall haben die betroffenen Kantone einen Pikettdienst eingerichtet», so Reinhard. Es gilt ein Verbot sämtlicher Typen von Feuer. Verboten ist zum Beispiel auch das Betreiben von Funken erzeugenden Maschinen im Wald. Wer dagegen verstösst, kann mit bis zu 20'000 Franken bestraft werden.

Sonntag bringt Entspannung

Eine vorübergehende Entspannung der Situation ist erst am Wochenende in Sicht. 50 bis 100 Liter Niederschlag sagt Meteonews für Sonntag vorher. «Die Lage wird sich damit kurzfristig sicherlich entschärfen», so Meteorologe Perret. Der Regen sei aber nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Dennoch werde die Gefahr für Waldbrände deutlich abnehmen.

«Ob die Waldbrandgefahr dann gebannt ist, ist noch nicht klar», sagt Reinhard. Vermutlich bräuchte es einige Tage Niederschlag, um die Lage zu entschärfen. Zumindest die Jahreszeit spiele mit: «Die kühlen Nachttemperaturen und der Tau am Morgen helfen gegen die Bodentrockenheit.»

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Furz Trocken am 03.11.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Im Oktober hat es wenig geregnet?!

    Schon das ganze Jahr über hat es kaum einmal richtig geregnet. Nicht geschüttet wie bei einem Gewitter, sondern mässig geregnet, dafür 3, 4 Tage mehr oder weniger am Stück.

  • Swissgirl am 03.11.2017 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Regen weit und breit in Sicht

    Das ganze Jahr war trocken, nicht nur der Oktober, und es ist kein Regen in Sicht. Hoffen wir, dass jetzt alle, die in den Wald gehen, vernünftig genug sind, keine brennenden Zigaretten wegzuwerfen oder gar ein Feuer zu machen.

  • Mäge.ch am 03.11.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    Hoffentlich hat das Militär Leuchtspuhr verboten. Ist immer wieder mal Grund zu Waldbränden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rino am 03.11.2017 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Vino Veritas

    "Der Sonntag, bringt entspannung." Stimmt: Dann gibts die übliche Dosis Canna... ähm... Rotwein! :)

  • S.B. am 03.11.2017 14:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir geht das mediale....

    .....Gesülze und die tendenziöse Bericherstattung von wegen Sonne - gut, Regen - schlecht mächtig auf den Zeiger! Die Schweiz wäre nicht so schön grün, wenn es nicht in vernünftigen Abständen regnen würde. Fragt mal die in der Sahelzone, die können ein Lied davon singen!!

  • Werner E. am 03.11.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umgepolt?

    Ich vermute das Magnetfeld der Erde hat sich umgepolt, im Herbst haben wir Frühling, im Frühling war Herbst. Gell...gute Erklärung, bin halt auch ein bisschen Klimatheoretiker

    • amedisli am 03.11.2017 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Polsprung... Das sind nur Vorboten

      Ja... Bravo Ein Polsprung würde die Welt wie du sie kennst innert weniger Stunden/Tagen vollkommen verändern. Erdbeben, Vulkanausbrüche, verschieben der Kontinentalplatten, Flutwellen von gigantischer Höhe usw.

    • UTler am 03.11.2017 14:04 Report Diesen Beitrag melden

      @amedisli, Werner E.

      Wo "lernt" man den so Zeugs? Eine Polumkehrung dauert mehrere tausend Jahre. Das geht nicht von heute auf Morgen. Bei einem Polumkehrung geht die intensität des Dipolfeldes kontinuirlich zurück bis es sich wieder zu regenerieren beginnt jedoch mit umgekerter Ausrichtung. Quadrupol- Oktopol- und höher polige Felder bleiben aber bestehen. Die intensität des kompletten Magnetfeldes nimmt bei einer Umpolung um 30-50% ab. Umpolungen sind nicht Ursprung anderer Ereignisse wie Erdbeben usw. Gibt gute Textbücher in Bibliotheken darüber. Youtube ist da keine verlässliche Quelle.

    • Romi am 03.11.2017 16:09 Report Diesen Beitrag melden

      Umgepolt

      Wer hat nun recht? Kann mir jemand helfen. Ich weiss, dass es Polumkehrungen gab und gibt, aber die Auswirkungen sind mir nicht gan klar.

    • Romiser am 03.11.2017 18:44 Report Diesen Beitrag melden

      Erdachse

      Hat sich bei diesem starken Erdbeben in Fukushima damals, nicht die Erd-achse ein bisschen verschoben? Könnte dass nicht vllt zusammenhängen?

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  • Bergsonne am 03.11.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bergell

    Der dritte schwarze Fleck auf der Karte ist übrigens das Bergell.

  • Helen am 03.11.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bräune

    Aber hauptsache, die Sonnensuchtis haben ihren "goldenen Herbst". Für die eigenen egoistischen Bräunungswünsche kann die Natur getrost eingehen, oder?

    • Bersonne am 03.11.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helen

      Die Sonne scheint nun mal dort, wo sie's eben tut. Dies kann der Mensch zum Glück nicht auch noch steuern. Übrigens kann man Sonne auch in sich tragen, sogar im Nebel. Das wünsch ich dir!

    • Michelle am 03.11.2017 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helen

      Wie bist du den drauf? Wohl zuwenig sonne getankt. Geh mal bisschen an die frische luft, würde dir gut tun. Was können den die sonnensuchtis dafür das die sonne scheint? Kann man seit neuestem das wetter selbst machen? Hoffentlich nicht, denn sonst stände die erde unter wasser...

    • Risingsun am 03.11.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bersonne

      gut gesagt! wenn nur mehr so denken würden anstatt nur depremiert durchs leben zu gehen.

    • S.Sch am 04.11.2017 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bersonne

      Das Wetter kann man schon lange beeinflussen.Ein Präsident hat gesagt,der dritte Weltkrieg wird mit Wetterwaffen durchgeführt.Das war in den 60 Jahren.

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