Phishing-Masche

27. November 2015 15:18; Akt: 27.11.2015 15:18 Print

Betrüger geben sich als Zollverwaltung aus

Mehrere Tausend Schweizer haben ein vermeintliches E-Mail von der Zollverwaltung erhalten. Dahinter stecken jedoch Internetbetrüger.

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Das Angebot klingt verlockend. Ihr stehe eine Steuerrückerstattung von 418.17 Euro zu, schreibt die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) der Empfängerin in einem E-Mail. Um das Geld zu erhalten, wird sie auf einen Link zu einem entsprechenden Formular verwiesen. Bis der Betrag ankomme, dauere es zwei bis vier Werktage.

Bei der in schlechtem Deutsch verfassten Nachricht handelt es sich jedoch keineswegs um ein offizielles Schreiben der Zollverwaltung (EZV). «Steuerrückerstattungen fallen nicht in unseren Zuständigkeitsbereich», sagt Attila Lardori, Sprecher der Zollverwaltung. Hinter dem Absender stecken Betrüger.

Die EZV warnt auf ihrer Website vor der Betrugsnachricht und empfiehlt, das E-Mail zu ignorieren oder zu löschen. Laut Lardori haben sich am Donnerstag rund 40 Empfänger mit Fragen zur Seriosität des Schreibens gemeldet. Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung Melani, schätzt aber, dass die Nachricht in der Schweiz 10'000 bis 100'000 Empfänger erreicht hat.

«Betrüger ziehen hohe Beträge ab»

Wer auf die Masche hereinfällt, muss mit grossen Verlusten rechnen. Lamia spricht von typischem Kreditkarten-Phishing. Klicke man das Formular an, werde man aufgefordert, die Kreditkartennummer und das Passwort für die angebliche Geldüberweisung anzugeben. «Die Betrüger ziehen hohe Beträge von den Privatkonten ab», sagt Lamia. Das Geld würden sie im Internet für Luxusgüter wie Uhren und Fotokameras ausgeben und diese Artikel weiterverkaufen.

Lamia berichtet, dass immer wieder Empfänger zu Opfern würden. «In der Regel erhalten wir fünf bis zehn Meldungen pro Tag.» Zudem gehe er von einer hohen Dunkelziffer aus. Die Täter zu fassen, gestaltet sich jedoch schwierig. «Sie verschleiern gezielt ihren Standort. Deshalb ist es in vielen Fällen fast unmöglich, die Täter zu identifizieren», sagt Fedpol-Sprecher Alexander Rechsteiner.

Neue Täter sind in den Startlöchern

Es gibt aber Anzeichen, durch die sich die Betrüger verraten. Laut Lardori sind Nachrichten des Schweizer Zolls immer mit dem Absender «@ezv.admin.ch» versehen. Aber auch die Steuerbehörden schreiben die Empfänger nicht auf diese Art an. «Hat jemand zu viele Steuern bezahlt, wird er darüber brieflich informiert», sagt Lamia. Zudem würden offizielle Schreiben niemals Kreditkartennummern verlangen.

Der falschen Zollverwaltung ist das Handwerk bereits gelegt worden. «Wir haben die Provider informiert und den Server blockieren lassen», sagt Lamia. Doch die nächsten Übeltäter stehen schon in den Startlöchern. «Kurz vor Weihnachten nimmt die Zahl solcher E-Mails immer zu.» Die Täter glaubten, die kauffreudigen Menschen mit Geldversprechungen hinters Licht führen zu können.

(bz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phil am 27.11.2015 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach

    Solche Mails schaue ich schon gar nicht an. Verstehe auch nicht, warum es immer noch Leute gibt, die darauf rein fallen. 1. Wenn eine Nachricht in schlechtem Deutsch ankommt, ist das wohl klar. 2. Schaut die E-mail Adresse an. Dann sollte es auch auffallen. Die sind zwar ähnlich aber nie übereinstimmend mit der eigentlichen Absender. 2. Niemals Kreditkartendaten auf eine Mail angeben.

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  • martin winter am 27.11.2015 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    gehirn einschalten

    Wieso soll man bei einer RÜCKZAHLUNG die Kreditkarte angeben. Man vorher nachdenken. hab noch nie gehört ausser bei stornierungen das geld auf die KK zurückgebucht wird.

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  • Philip am 27.11.2015 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrgeld

    Tut mir sehr leid für alle Betroffenen , aber wer seine Kreditkarten Nummer so weiter gibt ist selber schuld. Sollte doch jedem mittlerweile klar geworden sein, dass bei solchen Aktionen nichts Gutes dabei raus kommt. Sorry, für die Gier schnell zu Geld zu kommen, muss man dann leider vielmals viel Lehrgeld bezahlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meister Yoda am 29.11.2015 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schlecht aber auch

    Dass es immernich Menschen gibt, die auf solch eine primitive masche reinfallen verstehe ich nicht. Manche sollten wirklich mal ihr Gehrin benutzen.

  • Reality am 27.11.2015 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo leben wir denn?

    Lesen die Menschen heutzutage keine Zeitungen mehr oder sehen sich die Nachrichten an?! Dass man noch auf solche Sachen reinfällt ist absurd. Jeder sollte doch wissen, dass Geld nicht per E-Mail Nachricht vom Himmel fällt und ja, es passiert auch sehr sehr sehr selten, dass einer einen verstorbenen Grossonkel hat, den er noch nie gesehen, ihm jedoch 12 Mio. hinterlassen hat.

  • abblocken am 27.11.2015 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Vertrauen mehr

    Ach, lasst uns doch endlich in Ruhe, all diese geldgierigen Tricks gehen langsam auf den Wecker! Wie schön war es noch, als die Grenzen kontrolliert wurden und nicht so viele Betrügereien passierten, und kommt nicht wieder damit, früher war es nicht besser, war es aber doch.

  • N30nl1ght am 27.11.2015 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geile aktion

    finde solche aktionen amüssant da es immer wieder "noobs" gibt die darauf reinfallen.

  • Heisel am 27.11.2015 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Melden?

    Es passiert gar nichts wenn man solche Machenschaften an die erwähnte Adresse meldet. Das ist alles nur Alibi und Geldverschwendung.

    • Peter am 27.11.2015 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Geldverschwendung?

      Wieviel bezahlst du denn für ein E-Mail...?

    • Sue am 28.11.2015 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Er meint auf gut Deutsch es ist reine Zeitverschwendung und das kostet Geld. Und da hat er Recht.

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