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Atomausstieg
30. August 2011 19:49; Akt: 30.08.2011 19:49 Print
Ständeräte lassen Türe für moderne AKW offen
Die Energiekommission des Ständerats (UREK) will die Option Atomenergie nicht ganz beerdigen. Sie hat der vom Nationalrat beschlossenen Ausstiegs-Motion nur in abgeänderter Form zugestimmt.
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Umstrittene Atomenergie
Die Option Atomenergie ist nicht am Ende, wenn es nach der Energiekommission des Ständerats (UREK) geht: Nach ihrem Willen soll es möglich bleiben, dereinst Atomkraftwerke neuer Technologie zu bauen. Atomkritische Kommissionsmitglieder zeigten sich dennoch zufrieden.
Bildstrecken AKW in der Schweiz und der Widerstand dagegen Infografik AKW-Standorte SchweizDer Ständerat entscheidet am 28. September, ob und wie «definitiv» die Schweiz aus der Atomenergie aussteigt. Seine Energiekommission empfiehlt einen mittelfristigen Ausstieg mit Einschränkungen: Sie hat die vom Nationalrat gutgeheissenen Ausstiegsmotionen abgeändert.
Geht es nach dem Nationalrat, soll gesetzlich verankert werden, dass in der Schweiz keine neuen Atomkraftwerke gebaut werden dürfen. Die Ständeratskommission schlägt nun vor, lediglich den Bau von Atomkraftwerken «der heutigen Generation» zu verbieten.
Dies bedeute, dass der Bau von AKW mit neuen Technologien nicht ausgeschlossen werde, sagte Kommissionspräsident Rolf Schweiger (FDP/ ZG) am Dienstag vor den Medien in Bern: «Damit lassen wir die Türe offen für den Fall, dass in absehbarer Zukunft neue Technologien zur Verfügung stehen.»
«Atombefürworter können das Gesicht wahren»
Die Kommission sprach sich mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen dafür aus. Atomkritische Mitglieder zeigten sich trotz der abgeschwächten Formulierung mit dem Entscheid zufrieden. Es handle sich um einen Kompromiss, sagte Didier Berberat (SP/NE). Damit habe eine totale Blockade verhindert werden können.
Bundesrätin Doris Leuthard habe gegen den Vorschlag der Kommission nicht opponiert, sagte René Imoberdorf (CVP/VS) gegenüber Radio DRS. Die Energieministerin sei auf den vorgelegten Kompromiss eingegangen.
Die Abschwächung spiele keine Rolle, konstatierte Luc Recordon (Grüne/VD). Es sei lediglich darum gegangen, dass die Atombefürworter das Gesicht hätten wahren können. Auch mit der abgeschwächten Formulierung sei der Bau neuer Atomkraftwerke bis mindestens 2050 vom Tisch.
Nur ungefährliche AKW
Die atomkritischen Kommissionsmitglieder schliessen dies aus der Diskussion, welche die Kommission vor dem Entscheid führte. Laut Verena Diener (Grünliberale/ZH) waren sich alle einig, was unter «heutiger Generation» von Atomkraftwerken zu verstehen ist - nämlich AKW, bei welchen der Austritt von Radioaktivität nicht gänzlich ausgeschlossen ist.
Atomkraftwerke der «neuen Generation» wären demnach solche, bei welchen der Austritt von Radioaktivität ausgeschlossen ist. Zudem dürften diese AKW keine langlebigen Abfälle hinterlassen, wobei «langlebig» rund eine Menschengeneration bedeute, erklärte Diener. Dies sei zwar so nicht schriftlich verankert, aber zuhanden der Materialien festgehalten.
Kein Hintertürchen, sondern Türe
Eine «Hintertüre» für die Atomenergie sehen die Kommissionsmitglieder in ihrem Entscheid nicht: «Das ist kein Hintertürchen, sondern eine klar definierte Türe, die einen Spalt breit offen ist», sagte Diener. «Wir haben klar den Ausstieg beschlossen.»
Ob die Kommission ihre Vorstellungen explizit in den Text der abgeänderten Motion schreibt, ist offen: An der definitiven Formulierung arbeite sie noch, sagte Schweiger. Stimmt der Ständerat den Ausstiegsmotionen in abgeänderter Form zu, gehen diese zurück an den Nationalrat. Dieser hat dann nur noch die Möglichkeit, den abgeänderten Vorstössen zuzustimmen - oder sie abzulehnen. Zu seiner eigenen Version kann er nicht zurückkehren.
Weiterhin auch Nuklearforschung
Was die Energiestrategie betrifft, will die Ständeratskommission - wie der Nationalrat - den Bundesrat beauftragen, eine umfassende Energiestrategie zu unterbreiten, um «den künftigen Strombedarf ohne Atomenergie sicherzustellen».
Hinzufügen möchte sie, dass Bildung, Lehre und Forschung «in sämtlichen Energietechnologien» unterstützt werden. Das Schwergewicht müsse klar auf erneuerbaren Energien liegen, doch dürfe die Nuklearforschung nicht vernachlässigt werden, sagte Schweiger.
Vernunft oder Rückschritt?
Die FDP sieht im Kommissionsentscheid eine «Rückkehr der Vernunft». Etwas enttäuscht zeigten sich SP und Grüne. Die SP spricht von einem «Atomausstieg mit Wermutstropfen», die Grünen von einem «Rückschritt beim Atomausstieg». Der Entscheid der Kommission zeuge von mangelndem politischen Willen, die Energiewende nun einzuläuten, und komme einem «Kniefall vor der Atomlobby» gleich, schreiben die Grünen.
Die Allianz «Nein zu neuen AKW» spricht ihrerseits von einem «Bärendienst für die Schweiz». Denn es werde nie AKWs geben, die keinen radioaktiven Müll produzierten. Ausserdem brauche die Stromwirtschaft jetzt klare Signale und Planungssicherheit. Der Allianz gehören zahlreiche Umwelt- und andere Organisationen sowie diverse Parteien an.
(sda)
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Alle 93 Kommentare





























Vernunft walten lassen
Ein Ausstieg ist sicherlich nicht von Heute auf Morgen realisierbar, aber er ist es. Es gibt schon heute technologien die wir einsetzen können nur werden diese nicht gefördert. Das gleiche Thema gibt es beim Auto / Erdöl wo schon seit 20 Jahren andere Möglichkeiten bereitstehen diese aber nicht gefördert werden. Anstelle nun die Energie und Kosten in die Erforschung eines neune Kernreaktortyps zu stecken muss nun endlich der Mut gefasst werden neue technologien zu erforschen und weiter zu führen. Als erstes müsste aber die Abfallentsorgung (Endlager) gelöst werden.
Freie Energie
Es ist eine Tatsache, dass es seit Jahrzehnten ausgereifte Technologien Freier Energie (nicht verwechseln mit Erneuerbarer Energie) gibt, dazu gibt es genügend Beweise und Zeugenaussagen! Die Atomenergie hätte es also nie geben müssen! Also liebe Atombeführworter, mal selber schlau machen. Leider kostet dies halt etwas an geistiger Energie, und die kann kein Atomkraftwerk leifern...!
nach Helmholtz
freie Energie F : F = f(T,V,N)
Zum Lachen.
Klar. Und alles in einem Holzkästchen mit ein paar Drähten und den Schwanzfedern des Hochland-Kuckucks.
Falscher Entscheid
Ich glaube ich habe hellseherische Fähigkeiten, es kommt wie ich vorausgesagt habe. Es wird sogar noch weiter gehen, kein einziges der alten AKW wird abgestellt und es werden neue gebaut. Ich frage mich wie lange die schweizer Bevölckeung dieser verlogenen Sache noch zuschaut. (also keine Stimme an SVP und FDP)
Realpolitik
Natürlich wird dies so kommen. Das Schöne an der Politik ist ja immer, dass die Realität falsche Entscheide korrigiert. Das der Atomausstieg auf absehbare Zeit nicht ohne gravierende Folgen für Land und Leute möglich ist, wird Ihnen jeder Fachverständige bestätigen. Dieser Entscheid des SR ist nur der erste Schritt zur Rückkehr zur Vernunft und wird (Gott sei Dank!) dazu führen, dass wir auch in Zukunft versorgungssicher leben werden
Realsatire
Klar, die Realität hat immer Recht - was nicht bedeutet, dass dies auch richtig ist! Ausserdem solltest du nicht den lieben Gott für die menschliche Un/Vernunft verantwortlich machen - der Ständerat reicht bereits! Glücklicherweise entscheidet in der Schweiz immer noch das Volk, welche von allen möglichen Welten zur Realität wird. Ich gehe mit Franz_F einig! Gute Kommentar!
Realität
Nun die Realität ist das es schon heute andere technologien geben würde, wenn diese gefördert werden. würden die milliarden zur kernforschung in die erforschung von ersatzenergien gesteckt werden gäbe auch in zukunft keine energie-engpass auch ohne atomkraft.