Zu wenig gegen Piraterie

11. August 2012 10:07; Akt: 11.08.2012 10:07 Print

Kritik an der Download-Arbeitsgruppe

von Lukas Mäder - Justizministerin Sommaruga will im Streit um Gratis-Downloads eine breit abgestützte Lösung. Doch der Auftrag an die eingesetzte Arbeitsgruppe sorgt für Kritik. Der Kampf gegen Piraterie sei kein Thema.

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Eine breit abgestützte Arbeitsgruppe soll Änderungen des Urheberrechts ausarbeiten - Kritiker monieren, dass es zu wenig um den Kampf gegen Piraterie gehe. (Bild: Thinkstockphotos)

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Mit der Einsetzung einer Arbeitsgruppe zum Urheberrecht hat Jusitzministerin Simonetta Sommaruga ein heisses Eisen angefasst. Nachdem am Mittwoch die Einladungen an die betroffenen Verbände gingen, wird bereits am Freitag Kritik laut am Auftrag des Gremiums. Die Allianz gegen Internet-Piraterie, in der Kulturschaffende und Produzenten vereint sind, ist zwar froh, dass der Bundesrat von der früheren Haltung abgewichen sei, dass kein Handlungsbedarf bestehe. Gleichzeitig übt die Allianz aber scharfe Kritik am Mandat der Arbeitsgruppe, wie der Geschäftsführer Roger Chevallaz sagt. «Der Bundesrat setzt die Prioritäten völlig falsch.»

In der Kritik steht die Arbeitsgruppe, weil deren Mandat keine Bekämpfung der Piraterie vorsieht. Vielmehr steht die «Optimierung der kollektiven Verwertung von Urheberrechten» im Vordergrund, also die Abgeltungen über Gesellschaften wie die Suisa oder Pro Litteris - oder auch in Form einer neuen umstrittenen Kultur-Flatrate. Das will die Allianz nicht so hinnehmen, wie Chevallaz sagt. «Die Piraterie ist das wichtigste und dringendste Thema.» Sie verlange deshalb, den Schwerpunkt entsprechend zu setzen.

Teilnahme verweigern?

Der Ärger bei den Mitgliedern der Allianz ist gross. So haben diese an der Besprechung vom Freitag auch darüber gesprochen, ob sie eine Teilnahme verweigern wollen. Dieser Entscheid liegt aber bei den einzelnen Verbänden, wurde doch die lose Allianz nicht eingeladen. «Wir werden uns genau überlegen müssen, ob und in welcher Form wir an der Arbeitsgruppe teilnehmen werden», sagt Lorenz Haas vom IFPI, dem Verband der Labels. Der Produzentenverband Audivision Schweiz will jedoch beim Justizdepartement schriftlich intervenieren. Auch für den Künstlerverband Suisseculture sind die Gratis-Uploads und -Downloads das Kernthema. Geschäftsführer Hans Läubli zeigt sich aber überzeugt, die eigenen Themen in die Arbeitsgruppe einbringen zu können.

Das beim Bund zuständige Institut für Geistiges Eigentum zeigt sich verständnisvoll. «Vielleicht entsteht beim Lesen des Mandats der Eindruck, dass die Bekämpfung der Piraterie zu kurz komme», sagt Direktor Roland Grossenbacher. Dies sei aber durchaus ein Thema. So gehe es auch um kurzfristige Massnahmen, die ohne Gesetzesrevision anwendbar sind. Der Auftrag an die Arbeitsgruppe sei schwierig, da widersprüchliche Interessen unter einen Hut zu bringen seien. Doch Grossenbacher macht klar, dass auch die Grundsatzfrage gestellt wird - selbst wenn das nicht allen Produzenten und Künstlern gefällt: «Wir müssen uns überlegen, ob angesichts der heutigen Verbreitungsformen das Urheberrechtsgesetz noch zeitgemäss ist.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Tom am 11.08.2012 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will bezahlen

    Darf aber nicht! Apple und andere VOD anbieter dürfen in der CH nur wenige Filme und keine serien anbieten. Ich kaufe keine DVD mehr... ich will die nicht stapeln!! ich will digital ausleihen und kaufen.

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  • Senf Dazu am 11.08.2012 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crime

    Selbst, wenn man für Serien und Filme zahlen will (z.B. über einen US itunes Account) ist man ja plötzlich ein Krimineller. Die Konzerne sollen endlich aufwachen! Das Internet ist grenzenlos und neue Vertriebsideen gefragt. Nicht immer nur jammern und mit dem Finger auf die ach so bösen Nutzer zeigen.

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  • Peter am 11.08.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Noch viel mehr als nur Musik und Filme

    Das heutige Urheberrechtsgesetz ist zu krass! Wer nur an Musik oder Filme denkt sieht nur sein Fenster, aber nicht die ganze Welt. Beispiel: Ein Bild mit Kindern die Melonen essen. VERBOTEN! Weil alle Melonensamen der Firma Monsanto und zwei Tochterfirmen gehören, liegt eine "Property Rights Violoation" vor. Oder ein Bild mit einem Liebespaar und im Hintergrund der Eifelturm. VERBOTEN, weil die kulturellen Rechte des Eiffelturms Paris gehören, muss zuerst eine "Property Release Form" eingeholt werden. Ein Strand voll Müll, ungefähr 50-60 "Release Forms", und die erhält man wegen des Mülls nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tobias Winkler am 16.08.2012 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelt verkaufen

    Wir bezahlen schon Abgaben auf Speichermedien. Also kein Schlechtes Gewissen beim Runterladen!

  • stan am 12.08.2012 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweizer künstler stärken

    Ich finde man sollte vorallem die weniger "reichen" künstler, wie z.b. knackeboul, brandhärdt, phenomden, polo hofer, mundartisten. usw. unterstützen, in dem man einfach ihre cds kauft oder an konzerte geht. ob sich z.b. robbie williams wegen gratis downloads eine luxus villa weniger kaufen kann, stört mich nicht...

  • Jolli am 12.08.2012 12:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Armen Reichen

    Tut mir leid, dass ich nicht bereit bin 20.- für 12 songs zu bezahlen. Und wie ic es uasse wenn diese reichen schnösel in ihre ferienhaus auf malaysia heulen wie viel geld sie durch das verlieren... Wer 30 millionen im jahr verdient braucht meine 20.- nicht. Meine Meinung ic downlade weiter!

  • Thomas am 12.08.2012 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht wieder ums Geld !

    Es geht wieder ums Geld und das Gestürm geht weiter! Da darf man ja mal wieder lautstark kritisieren. Gestützt werden die Kritiker von Konzernen mit Milliardengewinnen. Das muss einfach auch einmal gesagt werden.

  • Philipp Bongni am 12.08.2012 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    The Pirate Bay

    Tja... Bei The Pirate Bay hätte man früher eingreiffen sollen. Jetzt ist diese Seite mitlerweile unzerstörbar riesig und stellt praktisch alles gratis zur Verfügung. Kaum jemand könnte diese Seite stürzen