Lausanne

23. September 2014 18:21; Akt: 24.09.2014 11:45 Print

Erster Ebola-Verdachtsfall in der Schweiz

Ein Guineer ist mit Verdacht auf Ebola ins Universitätsspital Lausanne eingeliefert worden. Er wird jetzt medizinisch untersucht.

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Das Universitätsspital in Lausanne. (Bild: Keystone/Sandro Campardo)

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In der Schweiz ist ein Ebola-Verdachtsfall aufgetreten. Ein Guineer, der sich seit Dienstag im Universitätsspital Lausanne befindet, erfüllt die Kriterien für einen Ebola-Verdachtsfall, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Dienstag mitteilte.

Der Jugendliche war vor rund einer Woche in der Asyl-Empfangsstelle Vallorbe VD angekommen. Laut seinen Angaben war er zwei Tage zuvor aus seiner Heimat nach Frankreich abgeflogen.

Familienmitglied an Ebola gestorben

Gaby Szöllösy, Sprecherin des Bundesamtes für Migration, schildert den Ablauf folgendermassen: «Der junge Mann wurde am 17. September wie alle Neuankömmlinge in der Loge des Empfangszentrums Vallorbe befragt – die Asylsuchenden sind dabei durch eine Glasscheibe vom Befrager getrennt.»

Er erklärte, dass ein Familienmitglied an Ebola gestorben sei. Weil seine Einreise innerhalb der Inkubationszeit von maximal 21 Tagen erfolgt sei, wurde er nicht in die Empfangsstelle aufgenommen, sondern zur Überwachung ins Spital St-Loup VD gebracht. «Er wurde – ohne das Empfangszentrum betreten zu haben – aus der Loge heraus zur Beobachtung ins Regionalspital gebracht», sagt Szöllösy.

Vorsichtsmassnahmen eingehalten

Am Dienstag zeigte er dann erstmals grippeähnliche Symptome, die auch auf Ebola hinweisen könnten. Deshalb ist er gemäss den Kriterien des Bundesamts für Gesundheit (BAG) als Ebola-Verdachtsfall eingestuft und unter allen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen nach Lausanne ins Universitätsspital überführt worden, heisst es in der Medienmitteilung des BAG.

Wie der Transport vom Spital in St-Loup ins Universitätsspital nach Lausanne genau vonstatten ging, kann Patrick Mathys, Stv. Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten des BAG, nicht sagen. «Der Transport wurde vom Kanton Waadt organisiert, wir wissen aber, dass alle nötigen Vorsichtsmassnahmen eingehalten wurden.»

Keine Gefahr für Schweizer Bevölkerung

Eine Verschärfung der Vorsichtsmassnahmen sei zurzeit nicht vorgesehen. «Für uns zeigt der Fall, dass sich unsere zusammen mit dem BAG definierten Abläufe bewähren», sagt Szöllösy.

Ob der Jugendliche aus Guinea tatsächlich an Ebola erkrankt ist, werden die Laborbefunde zeigen. «Wir rechnen damit, dass wir im Lauf des Mittwochs erste Erkenntnisse haben, ob es sich um Ebola handelt oder ob der Mann an einer anderen Krankheit leidet», so Mathys. Für die Schweizer Bevölkerung bestand und bestehe keine Gefahr.

5 Millionen Franken eingesetzt

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Ebola-Epidemie stockt die Schweiz ihre finanzielle Hilfe auf. Mit zusätzlichen 5 Millionen Franken sollen multilaterale Partner der humanitären Hilfe in Westafrika sowie bilaterale Hilfsprojekte in Liberia unterstützt werden.

Bundespräsident Didier Burkhalter verkündete die Erhöhung der finanziellen Anstrengungen am Rande der UNO-Generalversammlung in New York. Laut einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) vom Mittwoch beläuft sich damit die Schweizer Unterstützung seit dem Auftreten der ersten Ebola-Fälle in Liberia im März auf 9 Millionen Franken.

(woz/bee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 23.09.2014 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Politik

    Wie war das nochmals mit Ebola wird die Schweiz nicht erreichen? Anscheinend kümmert es das Virus kaum, dass es keine direkte Flugroute ins betroffene Gebiet gibt. Hoffe es stellt sich als Fehlalarm heraus!

    einklappen einklappen
  • Daniele am 23.09.2014 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Absolut unverständlich dass jemand aus Ebola-Regionen überhaupt einreisen darf.

    einklappen einklappen
  • Thomas gehrug am 23.09.2014 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flugzeug

    Hatte der BR nicht gesagt, dass Ebola Kranke nur per Flugzeug kommen?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gabriel S. am 24.09.2014 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Einreise

    Punkt 1: Wir sollten natürlich Menschen, die Nachweislich mit Ebola infiziert sind, an der Einreise hindern, hätte kein Problem damit. ABER(!) Die Pharmaindustrie muss alles daran setzen, ein Medikament und/oder eine Impfung zu entwickeln, dass mehr nützt als schadet (Auch wenn die Gewinne darunter leiden). Wenn sie sich anstrengen würden, hätten sie es wahrscheinlich im Nu geshafft. Wir sollten unsere Panik nicht nur an den Migrant/Innen auslassen, das hilft niemandem. Punkt 2: Noch ist es nur ein "Verdachtsfall"!

  • Reto Borri am 24.09.2014 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    WOW Panik Macherei

    Echt was man hier so liest da wundert mich echt gar nichts mehr Sterben müssen wir alle und wenn halt durch Ebola die Welt bevölkerung dezimiert wird Pech! Gab es über die Jahrhunderte immer wieder mal gehört zum Leben dazu PEST, LEPRA etc. Aber die Meisten richten sich eigentlich gegen die Leeren Versprechungen der Politik aber ernst mal? Das war schon immer so. Ich wünsche dem Patienten auch Gute Besserung bin im übrigen auch Krank Schnupfen Husten vielleicht Ebola? Dann sterbe ich halt, wenn es so sein soll.

  • Mutter am 24.09.2014 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Kinder

    Wie können wir jetzt unsere Kinder von Ebola schützen? Das Virus wird übertragen durch Körperflüssigkeit wie jemand niest, Tränen usw. , darum geht es sehr schnell bis viele Leute in der Schweiz diese Krankheit bekommen. Heute wissen wir nicht wie viele Leute diesen Jugendliche diese Krankheit übertragen hat. Ich bin eine Mutter und bin sehr enttäuscht von unseren Politiker. Sie müssen jetzt alle die Grenzen stoppen von den Asylsuchenden. Warum machen die Politiker Garnichts?

  • Kein Verschwörer am 24.09.2014 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    @Neue Weltordnung am 23.09.2014 22:34

    Ich wünschte es gäbe ein Antivirus gegen Verschwörungstheoretiker ;-) Macht das nicht krank, wenn man überall und hinter allem eine Regierung, die CIA oder skrupellose Wirtschaftsunternehmen sieht? ;-)

  • Chris am 24.09.2014 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    @BigBen am 23.09.2014 22:55

    "Bin 46zig, arbeite 100 Prozent und mehr, aber einen Flug konnte ich mir noch nie leisten." Übertreib doch nicht dermassen! Ein Flugticket innerhalb von Europa ist (wenn man schlau bucht) heutzutage nicht teurer als ein Bahnticket Bern/Zürich retour! Zu deinem ersten Abschnitt betreffend Wirtschaftsflüchtling, gebe ich dir recht.