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Bundesratswahl
27. August 2010 14:11; Akt: 30.08.2010 15:12 Print
«Fehr agiert ein bisschen ungeschickt»
von Lukas Mäder - Für SP-Bundesratskandidatin Fehr könnte ihr Auftreten in der Öffentlichkeit ein Problem werden, findet Politgeograf Michael Hermann. Und für die Bürgerlichen ist auch Ständerätin Sommaruga links.

Die Smartmap zeigt, wo die Kandidierenden auf einer politischen Karte mit den Achsen links-rechts und liberal-konservativ stehen. Die Positionierung stützt sich auf die Fragebogen für die Eidgenössischen Wahlen 2007, bei Eva Herzog und Karin Keller-Sutter auf die Befragung vor den Regierungsratswahlen 2008 im Kanton Basel-Stadt beziehungsweise St. Gallen. Details zur Berechnung auf www.smartvote.ch.
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Das Bundesrats-Karussell dreht sich
Nachdem die Zürcher SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr nach einiger Verzögerung als Letzte ihre Kandidatur bekannt gegeben hat, stehen die vier Kandidatinnen der SP für die Bundesratswahl vom 22. September fest. Zusammen mit der Berner Ständerätin Simonetta Sommaruga gilt Fehr als Favoritin der SP. Beide seien talentierte Sachpolitikerinnen, die aus ihrer sozialdemokratischen Minderheitenposition heraus im Parlament einige Erfolge erzielen konnten, sagt Politgeograf Michael Hermann. Fehr eckt in der eigenen Partei kaum an. Sie sei sozialdemokratischer Mainstream, sagt Hermann aufgrund von Fehrs Abstimmungsverhalten im Nationalrat. «Sie stimmt in den meisten Fällen wie ihre Fraktion.»
Bildstrecken Welche zwei Politiker ziehen neu in den Bundesrat ein?Als die Schweiz die Konkordanz einführte Infografik Politisches System Schweiz Der Zürcher Politgeograf Michael Hermann hat für 20 Minuten Online die offiziell vorgeschlagenen SP- und FDP-Kandidaten für die Bundesratswahl vom 22. September analysiert. Lesen Sie auch die Analyse der FDP-Politiker.Die Berner Ständerätin Sommaruga weiche teilweise von der Parteilinie ab, beispielsweise in wirtschaftspolitischen Themen oder früher in der Ausländerpolitik, sagt Hermann. Diese Abweichungen sind innerhalb der Partei sehr bedeutend. «Für Westschweizer Genossen ist es beinahe ein Verrat am Sozialismus, Sommaruga zu wählen», sagt Hermann. Doch das sei übertrieben: «Es wäre aber eine Illusion zu glauben, Sommaruga sei eine versteckte Bürgerliche.» Sowieso würden sich Sommaruga und Fehr aus Sicht der Bürgerlichen wenig unterscheiden, sagt Hermann. «Für die anderen Bundesratsparteien stehen alle vier Sozialdemokratinnen links.»
Die grossen Unterschiede zwischen Fehr und Sommaruga sieht Hermann im Charakter. Sommaruga hat den Ruf, professionell, distanziert und kühl zu sein. «Sie ist immer sehr sachbezogen», sagt Hermann. Diese Unnahbarkeit könnte ein Nachteil sein. «Fehr hingegen gilt im Parlament als sehr teamfähig.» Den menschlichen Zugang finde man schnell.
Selbst ins Spiel gebracht
Politisch auf einer Linie mit Fehr steht die St. Galler Nationalrätin Hildegard Fässler. «Fässler vertritt eher eine orthodoxe sozialdemokratische Haltung.» Gleichzeitig gelte sie als umgänglich und teamfähig. Sie war aber nie Spitzenkandidatin. «Fässler musste sich selbst ins Spiel bringen, obwohl sie früher Fraktionschefin war», sagt Hermann. Gleichzeitig werde ihre Kandidatur ernst genommen.
Politisch am stärksten unterscheide sich aber die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog von den anderen drei SP-Frauen. Hermann sieht sie eher auf der sozialliberalen Linie wie Sommaruga. «Sie hat die Sicht einer Exekutivpolitikerin, die fragt, ob etwas auch finanzierbar ist.» Untypischerweise für eine Sozialdemokratin senkte sie in Basel die Steuern und führte eine Art Flat-Rate-Tax ein. «Herzog stieg spät in die Politik ein und ist deshalb nicht durch und durch sozialdemokratisch sozialisiert», sagt Hermann. Das müsste sie eigentlich attraktiv machen für die mehrheitlich bürgerliche Bundesversammlung. Doch die Gefahr dabei sei, dass Herzog nicht weiss, wie Bundesbern funktioniert, sagt Hermann. Sie hatte nie ein Amt auf Bundesebene.
Ohne Sommaruga droht ein Imageschaden
Die besten Chancen, von der Fraktion in einer Doppelkandidatur aufgestellt zu werden, haben derzeit Sommaruga und Fehr. Insbesondere Sommaruga ist für Hermann gesetzt: «Wenn die SP-Fraktion die Ständerätin nicht als Kandidatin aufstellt, brächte das einen riesigen Imageschaden für die Partei mit sich.» Denn Sommaruga geniesse als frühere oberste Konsumentenschützerin eine hohe Popularität in der Bevölkerung. Wen die Bundesversammlung schliesslich in die Regierung wählt, ist noch offen.
Ein Manko, das entscheidend werden könnte, sieht Hermann bei Fehr: «Sie agiert ein bisschen ungeschickt in ihrer Rolle als Person des öffentlichen Interesses.» Dabei sei dies wichtig für einen Bundesrat, der dauernd unter öffentlicher Beobachtung steht. Fehr lasse sich jedoch von Journalisten leicht provozieren und zu kleinen Streitereien hinreissen. Ihr fehlt laut Hermann die Übung zur Selbstvermarktung. «Vielleicht ist Fehr besser, wenn sie im Hintergrund die Fäden zieht.» Sommaruga hingegen sei im Bereich der Selbstvermarktung der Zürcher Nationalrätin weit voraus, glaubt Hermann. Die Bernerin ist schon mehrmals zu einer Personenwahl angetreten, so für die Exekutive in Köniz und für den Ständerat. Sie sei es daher gewohnt, als öffentliche Person im Rampenlicht zu stehen, sagt Hermann. «Sommaruga hat eine enorme Begabung, Politik zu vermitteln.»
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Alle 56 Kommentare





























Bundesrat und Wahlen
Es wäre reine Einbildung, wenn jemand meint, ohne BR. M.L. ginge es nicht. Das ist kein Problem. Problematisch bzw. fragwürdig ist die Tatsache, dass die SP unbedingt nur Frauen als Kandidatinnen portiert. Das ist Zwängerei und absolute Vergewaltigung ihrer Wählerschaft. Damit wird der Geschlechterkampf bewusst gefördert. Offenbar hat die SP nichts besseres als zweifelhafte ungeeignete Frauenpower.
BR Kronfavoritin ist Hildegard Fässler
Sommaruga ist im Ständerat besser aufge-hoben.
H. Fässler muss auf SP - 2er-Ticket
S. Sommaruga passt besser ins Ständerat-Stöckli.