Anti-SVP-Inserat

30. September 2015 05:49; Akt: 30.09.2015 09:06 Print

«Mir langets»-Kampagne bricht Rekord

Donat Kaufmann (26) startete eine Crowdfunding-Kampagne, um auf der Titelseite von 20 Minuten zu inserieren. Nach sieben Tagen hat er bereits die Hälfte der benötigten Spenden zusammen.

Mit diesem Video und seiner Idee sorgte Donat Kaufmann für grossen Wirbel.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der 26-jährige Student und Musiker Donat Kaufmann hatte keine ruhige Woche: «Die Tage sind sehr intensiv und energieraubend», sagt er. Kein Wunder: Mit seiner Idee hat er in ein Wespennest gestochen. Er will per Crowdfunding bis zum 14. Oktober 138'000 Franken sammeln, um mit einem Inserat die 20-Minuten-Titelseite zu belegen.

Auf der Titelseite sollen alle Namen der Unterstützer abgedruckt werden und der Slogan: «Aufmerksamkeit kann man kaufen – unsere Stimmen nicht.» Dies als Antwort auf das Inserat der SVP, mit dem laut Kaufmann «eine neue Dimension» im Wahlkampf erreicht wurde. Seine Idee sorgte für viel Wirbel. Er habe unzählige positive Nachrichten erhalten – aber auch viel Kritik.

In drei Stunden Rekord gebrochen

Nach einer Woche hat er nun knapp die Hälfte seines Ziels erreicht und von über 6000 Unterstützern mehr als 68'000 Franken zugesichert erhalten. Donat Kaufmann sagt: «Ich bin so optimistisch wie nie, dass wir das Ziel erreichen werden.» In den nächsten Tagen werde er «noch einiges» in Angriff nehmen, um den Endspurt anzukurbeln und die restlichen Spenden auch zu holen.

Auch bei der Plattform Wemakeit ist man erfreut über die Aktion – die nach den ersten Stunden die Server beinahe in die Knie zwang. Sprecherin Melina Roshard sagt: «Innerhalb von drei Stunden hat die ‹Mir langets›-Aktion den Rekord gebrochen, was die Anzahl der Unterstützer angeht.» Wenn sie das Ziel – die 138'000 Franken – erreicht, werde sie auch den Rekord der Gesamtsumme halten.

Unterstützung per SMS

Wegen Kaufmanns Kampagne hat Wemakeit nun die Möglichkeit eingerichtet, die Aktion per SMS zu unterstützen. «Dazu muss man sich über Facebook oder mit einer E-Mail-Adresse anmelden und seine Nummer angeben.» Per SMS können nun alle Projekte unterstützt werden. Allerdings nicht mit Beträgen, die 30 Franken überschreiten – die Gebühren wären für Wemakeit zu hoch.

Noch 12 Tage und einige tausend Unterstützer fehlen Kaufmann noch, um sein Ziel zu erreichen. Doch auch Roshard ist optimistisch: «Wir glauben, dass er es schaffen kann – ein Ziel hat er bereits erreicht: Es wird rege über die politische Kultur in der Schweiz diskutiert.»

(num)