Bruder-Streit

01. April 2012 02:58; Akt: 01.04.2012 12:18 Print

Moschee zieht Islamrat-Spenden ein

Der Islamische Zentralrat verärgert islamische Brüder: Der Stiftungsrat einer Berner Moschee zog deren Spendengelder für Syrien ein. Es wurde vermutet, sie seien zur Finanzierung von Muddschaheddin bestimmt.

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Qaasim Illi, Sprecher des Islamischen Zentralrats weiss nichts von einem Hausverbot im Islamischen Zentrum am Lindenrain in Bern. (Bild: Googlestreetview)

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Ein Spendenaufruf des umstrittenen Vereins nach dem Freitagsgebet vom 16. März hat zu einem kurzfristigen Zerwürfnis zwischen dem umstrittenen «Islamischen Zentralrat Schweiz» (IZRS) und dem Islamischen Zentrum Bern geführt (IZB).

Die Erträge der Sammelaktion des IZRS waren für Syrien bestimmt gewesen. Der Spendenaufruf sei trotz Verbots erfolgt, erklärt ein Stiftungsrat der Moschee in Bern gegenüber der «Sonntags Zeitung». Zudem habe man den Eindruck gewonnen, dass die Spenden nicht für karitative Zwecke, sondern «zur Finanzierung von Mudschaheddin» eingesetzt werden sollten. «Das vom Islamischen Zentralrat gesammelte Geld wurde eingezogen und an das international tätige Hilfswerk Islamic Relief überwiesen», so der Stiftungsrat.

Wurde ein Hausverbot ausgesprochen oder nicht?

Laut «SonntagsZeitung» habe die Moschee gar per eingeschriebenem Brief ein Hausverbot über den IZRS verhängt. Es sei «wegen Störung der Hausordnung» ausgesprochen worden. Qaasim Illi, Kadermitglied und Sprecher des IZRS will nichts von einem Hausverbot wissen. Und in einer Stellungnahme auf seiner Homepage schreibt auch der IZB, er habe keine Kenntnis von einem Hausverbot gegen den IZRS. Dass die Spenden zu Gunsten von Syrien eingezogen wurden, wird allerdings bestätigt.

Und ein weiteres Ereignis ist umstritten: Letzten Freitag war ein hohes Leitungsmitglied des muslimischen Gebetszentrums von vier jungen kräftig gebauten Männern tätlich angegriffen worden. Die Polizei wurde gerufen, die den Vorfall gegenüber 20 Minuten Online bestätigt. Für den Stiftungsrat, der mit der «SonntagsZeitung» in Kontakt war, ist dieser Angriff ein Resultat des Zerwürfnisses mit dem IZRS. Die Stiftungsräte hätten Angst vor weiteren Übergriffen. «Es sind Drohungen eingegangen.»

Gemäss der Stellungnahme auf der Homepage des IZB gibt es zwischen der Auseinandersetzung vom Freitag und dem Missverständnis um die Sammelaktion vom 16. März aber keinen Zusammenhang. «Wir (IZB und IZRS) sind Geschwister im Islam und es gibt keinerlei Differenzen zwischen uns», so der Schlusssatz.

(fum/ann)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert am 01.04.2012 19:49 Report Diesen Beitrag melden

    IZRS Verbot?

    Mir egal, welche Partei das lanciert, aber unterschreiben würde ich sofort.

  • M.K. am 01.04.2012 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo soll das noch hinführen??

    jaja ist klar... friede freude eierkuchen. bloss keine schwäche zeigen!!!

  • Pascal am 01.04.2012 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und mal wieder....

    Alles nur wegen Religionen!! Wann kommt der Tag wo es jeder kapiert?

    • Gogol am 01.04.2012 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Macht

      Hier geht es nicht wirklich um Religion. Es geht dabei um die Macht über die islamische Gemeinde in der Schweiz! Der IZRS ist eine äusserst radikale und extreme Vereinigung. Sie will die Macht über die gemässigten Kreise erlangen. Eine gefährliche Entwicklung. Aber in einem gebe ich Dir recht: Religion gehört verboten. Sie ist der Hauptgrund für Leid und Elend in dieser Welt.

    • Mit einander am 01.04.2012 20:21 Report Diesen Beitrag melden

      keine Religion ist auch eine Religion

      Jedem das seine. Ihr könnt euch kein Urteil und keine Meinung erlauben wenn ihr die verschiedenen Religionen studiert habt. Geht auf die Leute zu und redet miteinander.

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  • IZB/IZRS am 01.04.2012 05:41 Report Diesen Beitrag melden

    IZB und IZRS dementieren!

    Weder das IZB noch der IZRS haben Kenntnis von einem Hausverbot gegen den Islamischen Zentralrat Schweiz. Das Stiftungsratsmitglied, Osman Ali, hatte ohne Absprache und in eigener Regie mit der Sonntagszeitung kommuniziert und vertritt mit seinen Aussagen keineswegs die Meinung der Moscheeverwaltung... /

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