Greenpeace

21. Oktober 2015 09:21; Akt: 21.10.2015 14:49 Print

«Pestizid-Cocktail» in Äpfeln gefunden

Greenpeace beanstandet bei Äpfeln aus Supermärkten einen «Pestizid-Cocktail». In der Schweiz würden die Grenzwerte zwar eingehalten, doch auch hier waren Proben belastet.

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Apfelernte: In den konventionell produzierten Apfelproben in der Schweiz hätten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden können. (Bild: Keystone)

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Greenpeace hat in elf Ländern 126 verschiedene Apfelproben in Supermärkten gekauft und in einem spezialisierten, unabhängigen Labor auf Pestizide untersucht, wie die Umweltorganisation mitteilte. In der Schweiz würden die Grenzwerte zwar eingehalten, gesundheitliche Auswirkungen seien aber nicht auszuschliessen.

In 83 Prozent der konventionellen Proben hätten Pestizide nachgewiesen werden können. 60 Prozent der Proben seien mit zwei oder mehr Pestiziden belastet gewesen. Insgesamt seien 39 individuelle Substanzen identifiziert worden. Alle biologisch produzierten Äpfel seien aber pestizidfrei gewesen.

In der Schweiz seien Äpfel aus inländischer Produktion bei Aldi, Coop, Lidl und Migros gekauft und analysiert worden. In den konventionell produzierten Apfelproben hätten im Mittel 1,8 verschiedene Pestizide gemessen werden können.

Migros-Probe am stärksten belastet

Am stärksten belastet gewesen sei eine Probe der Migros mit fünf verschiedenen Substanzen. Auf den Jamadu-Kinderäpfeln von Coop habe das Labor die Chemikalie THPI nachgewiesen, ein Abbauprodukt des Fungizids Captan. Die gesetzlichen Grenzwerte seien aber bei allen Proben eingehalten worden.

Die Resultate zeigen gemäss Greenpeace, dass im intensiven landwirtschaftlichen Anbau eingesetzte Substanzen auf dem Teller der Konsumentinnen und Konsumenten landen.

Gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen

Da etliche der gefundenen Pestizide ein hohes Bioakkumulationspotenzial aufwiesen oder Einflüsse auf die Reproduktion haben könnten, seien gesundheitliche Auswirkungen auch bei Einhaltung der nationalen Grenzwerte nicht auszuschliessen. Zudem habe der Pestizid-Einsatz schwerwiegende negative Auswirkungen auf die Biodiversität und gefährde Ökosystem-Leistungen wie die Bestäubung.

Die Schweizer Agrarwirtschaft müsse deshalb vom Paradigma der chemieintensiven Landwirtschaft wegkommen, fordert Greenpeace. Insbesondere müsse der Einsatz von synthetischen Pestiziden schrittweise reduziert werden. Es sei höchste Zeit an einem Pestizid-Ausstiegsplan zu arbeiten und den Konsumenten nachhaltig produzierte, gesunde Lebensmittel anzubieten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Re/Su am 21.10.2015 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Deshalb Bio!

    Ich kaufe deshalb, wenn möglich, nur noch Bio-Produkte. Selbst mit dem Bio-Label habe ich manchmal die Befürchtung, dass die Bauern trotzdem irgendwelche Pestizide benutzen könnten. Um so schöner ist es zu hören, dass dem nicht der Fall ist. Hier mal ein riesen Dankeschön an die Bio-Bauern, die es ermöglichen, dass meine Familie und ich uns gesund ernähren können!

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  • Leierkastenfrau am 21.10.2015 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    alte Leier, immer wieder wahr

    Das muss so sein. Es will ja niemand einen Apfel, der etwas Schorf an der Schale hat. Oder wenn ein Apfel zu gross,zu klein,zu unförmig ist.Gemüse ebenso.Wir (Konsument,Detailisten) ernten was wir säen( Produzent). Gerade gestern kam im TV, dass Deutschland nur 10% ihres Lohnes für Nahrungsmittel ausgeben.Jörg Reimers Grosshändler sagt,die Deutschen wollen nicht viel zahlen, also kommen nur "minderwertige" Ware nach D.Das heisst schönes Aussehen ( Pestizide) ,null Geschmack.Ware die nie Erde gesehen haben.

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  • Obst-Esserin am 21.10.2015 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebe immer noch

    Alles soll vergiftet sein! Ich esse täglich Äpfel, Birnen, Trauben usw. und ich lebe immer noch! Da wir Konsummenten ja so heikel sind und nur glänzende, pralle Äpfel mit feuerroten Bäggli wollen, müssen wir uns nicht wundern, wenn alles Obst und Gemüse behandelt werden muss!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp am 21.10.2015 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Beides gesund oder ungesund

    Ich schaue gar nicht drauf, sonst kann man gar nichts mehr essen. Ob man jetzt ein Schimmelpilz isst der an einer Frucht wächst oder das Fungizid, ist beides bei grosser Menge nicht gesund.

  • marie am 21.10.2015 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Konsument

    Ja nichts ausgeben für Lebensmittel und perfekt aussehende Früchte und Gemüse (nach Norm)...auch Äpfel mit ein wenig Schorf etc könnte man sehr gut essen...Daran ist nur der Konsument schuld

  • Luisa am 21.10.2015 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio v

    Weiss schon wieso ich nach Möglichkeit Bio kaufe! Obwohl ja auch schon bei Bio Produkten Rückstände gefunden wurden. .. Ich denke jedoch, dass die Gefahr bei Bio viel kleiner ist!

  • vom Land am 21.10.2015 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht zum Bauern!!!

    geht doch eure Früchte beim Bauern oder Baumeigentümer einkaufen. 1. günstiger 2. weiss man woher es kommt und was gespritzt wurde oder eben nicht. meine Familie hat jahrelang Äpfel, Kirschen, Zwetschgen etc. verkauft für 2 Franken das Kilo und alles war ungespritzt.

  • Verena C. am 21.10.2015 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    nix verstehen

    Früher konnte man z.B. Milch direkt ab Hof kaufen heute ist das laut Politik nicht mehr erlaubt aber vergiftete Aepfel zu lassen das ist erlaubt. Jetzt weiss ich wenigstens warum ich die Politik nicht mehr verstehe.

    • C. Alvados am 21.10.2015 14:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Vreneli

      Was du sagst stimmt so nicht. Milch kannst du immer noch ab Hof kaufen. Apfelsaft, Apfelwein und "Vieille Pomme" kannst du auch im Hofladen käuflich erwerben.

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