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Parteistärke
05. April 2011 18:41; Akt: 06.06.2011 14:37 Print
Der Aufstieg der SVP geht weiter
von Lukas Mäder - Ein Blick auf die Parteistärke in den kantonalen Parlamenten zeigt: Die SP hat seit den letzten nationalen Wahlen am Stärksten verloren. Die SVP hat zugelegt.
Die Stärke der Parteien in den Kantonsparlamenten, gewichtet nach Bevölkerungszahlen und Anzahl Sitze. 2008 fusionierte die FDP mit der Liberalen Partei (LP). (Quelle: Daniel Bochsler)
Nach den Zürcher Wahlen rückt die Neubesetzung des nationalen Parlaments in den Fokus. Bereits seit mehreren Wochen sind die Wahlkampagnen der Parteien in Grundzügen bekannt. Das Buhlen um die Gunst der Wähler für den Oktober hat begonnen. Welche politische Kraft seit den letzten Eidgenössischen Wahlen im Herbst 2007 Sympathien gewonnen oder verloren hat, zeigt ein Blick auf die Parteienstärke in den kantonalen Parlamenten, die der Politologe Daniel Bochsler zur besseren Vergleichbarkeit nach Bevölkerungszahl und Anzahl Sitze der Räte gewichtet hat.
Infografik Nationalratswahlen 2007Politisches System Schweiz Grünliberale und BDPDie Erfolge von BDP und Grünliberalen (GLP) in einzelnen Kantonen schlagen sich auf die Parteistärke nieder. Die GLP hat diese seit 2007 auf 2,9 Prozent fast verdreifacht. Die BDP liegt drei Jahre nach der Gründung bei 3,6 Prozent. Trotz diesem starken Zuwachs, spricht Bochsler in der NZZ von Kleinstparteien. Auch die Chancen für einen grösseren Gewinn bei den Eidgenössischen Wahlen schätzt er als gering ein.
Dass immer wieder neue Parteien aufkommen, sei zumindest in der Deutschschweiz kein neues Phänomen, schreibt Bochsler. Er erinnert insbesondere an den Landesring der Unabhängigen (LdU) nach dem Zweiten Weltkrieg sowie an die Autopartei und die Schweizer Demokraten in den 1980er-Jahren - und inzwischen wieder verschwunden sind. Bochslers Fazit: «Die Kleinen leben oft nur kurz.» (mdr)
Daniel Bochsler ist Assistenzprofessor für Vergleichende Politik am Nationalen Forschungszentrum Demokratie (NCCR Democracy) des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA) und der Universität Zürich.
Die Zahlen zeigen, dass die SVP den Zenit ihrer Beliebtheit bei den Stimmbürgern noch nicht erreicht hat. Die Volkspartei ist mit 23 Prozent klar die stärkste Kraft in den kantonalen Parlamenten - und sie hat seit 2007 weiter zugelegt. Zwar beträgt der Zuwachs in den letzten knapp vier Jahren nur 0,2 Prozentpunkte. Die Partei hat real aber ihre Stärke ausgebaut, musste sie doch 2008 die Abspaltung der BDP hinnehmen. Dabei verlor sie 2 Prozentpunkte ihrer kantonalen Parteistärke, wie Bochsler in einem Gastbeitrag für die NZZ schreibt. Diesen Verlust hat sie inzwischen wettgemacht.
SP hat stärkste Verluste hinter sich
Als grösste Verliererin geht die SP aus den kantonalen Wahlen seit Ende 2007 hervor. Sie verlor 2,4 Prozentpunkte an Parteistärke in den kantonalen Räten und liegt mit 18,7 Prozent noch an dritter Stelle. Der grosse Einbruch bei den Sozialdemokraten begann jedoch bereits 2007, nachdem sie die vorangegangenen drei Jahre zusammen mit der SVP die stärkste Vertretung in den Kantonen stellte. Inzwischen könnte der Wählerschwund der SP gestoppt sein. Bochsler spricht von einer Stabilisierung im Jahr 2010. Bei rund 9 Prozent stabil sind die Grünen seit 2007, nachdem sie in den Jahren zuvor deutlich zulegen konnten.
Relativ gleichmässig sinkt die Parteistärke der CVP in den Kantonen seit 20 Jahren. Mit 15,2 Prozenten ist sie noch viertstärkste Partei. Die Verluste der CVP gehen gerade in ihren früheren Stammlanden wie in St. Gallen, im Wallis oder in der Innerschweiz zugunsten der SVP. Ebenfalls eine langjährige Verliererin ist die FDP, bis 2001 noch stärkste Partei in den kantonalen Räten. Sie hat zwar 2008 dank der Fusion mit der Liberalen Partei (LP) ihre Stellung verbessern können. Doch den Niedergang konnte der Zusammenschluss nicht aufhalten. Seit 2007 haben FDP und LP zusammen 2,1 Prozentpunkte verloren. Schuld daran sind jedoch nicht ausschliesslich die neuen Konkurrenten BDP und Grünliberale (GLP). So hat laut Bochsler die FDP auch dort verloren, wo diese Parteien gar nicht angetreten sind.
Zahlen nicht direkt vergleichbar
Der Politologe Claude Longchamp warnt davor, diese Zahlen direkt auf die Eidgenössischen Wahlen anzuwenden, wie er in einem Blogeintrag von Ende 2010 schreibt. Die Parteistärken auf kantonaler und nationaler Ebene würden seit einigen Jahren auseinanderlaufen. Tatsächlich ist die SVP schweizweit mit 28,9 Prozent Wähleranteil deutlich stärker als in den Kantonen, während FDP und CVP national schlechter abschneiden. Um nationale Wahlen zu gewinnen, müssten sich die Parteien mit führenden Köpfen und polarisierenden Themen profilieren. Dieser Einwand von Longchamp mag bezüglich den konkreten Zahlen stimmen. Gegen die Fortsetzung der Trends bei SVP, CVP, FDP und SP spricht er nicht.
Die Entwicklung der Parteistärke in den kantonalen Parlamenten seit den letzten Eidgenössischen Wahlen 2007:
2008 fusionierten FDP und die Liberale Partei (LP). (Quelle: Daniel Bochsler)
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Alle 203 Kommentare






























Die CH wählen nach Bauch und nicht nach
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gelöscht
Gehirnwäsche?
Vergleichen Sie im Ernst die SVP mit den Nazis? Wie kommen Sie zu einer solchen Aussage? Leute vom Lande wählen SVP, genau diese Leute haben uns davor bewahrt ins sozialistische Dritte Reich zu gehen! Als die Städter schon lange von der herrschenden Aufbruchsstimmung in Deutschland angesteckt wurden, haben die Ländler ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und im Moment verhindert die SVP, dass andere Parteien mit sozialistisch-kommiunistischen Ideen durchkommen was absolut richtig ist! Denken und dann wählen!
@T.G.
Was hat der 2WK-Vergleich mit der SVP zu tun. Die SVP als solche wie sie heute ist, existierte damals nicht. Kommen Sie nicht mit solch falschen Argumenten, von wegen den Leute vom Land. Warum unterstützt denn die SVP die Steuerreduktion für Reiche und nicht für die "armen vom Lande"? Ausserdem hatte zu damaliger Zeit die "Ländler" zu wenig zu sagen, um solch einen Einfluss zu haben. Verdrehen Sie die Geschichte nicht, auch wenn sie zu damaliger Zeit noch nicht auf der Welt waren,
Schade für unser Land
Die Plakate der SVP werden von der NPD (und anderen rechtsradikalen Parteien) kopiert. Der SVP-Vordenker Christoph Blocher spricht von "Feinden" und vom "Kampf" anstatt von politischen Gegnern und dem Wahlkampf. Die Partei erschafft/verstärkt das "Feindbild Ausländer", welchen sie sogar das Atomproblem in die Schuhe schiebt usw. "Max b." liegt also gar nicht so falsch. Schade für unser Land, dass diese Partei so stark ist!
Traurig
@max b: Nun, man sieht zumindest Ihr Demokratieverständnis und das der Linken. Andauernd die Meinungen der anderen ignorieren und wenn es dann plötzlich nicht mehr so einfach geht und Ihnen die Wähler davonlaufen, dann will man einfach mal schnell die anderen verbieten. Das ist intolerant, diskriminierens, verfassungswiedrig, wenn nicht sogar rassistisch... traurig, traurig
gelöscht
die unwählbaren
genau so sehe ich es mit der SP, CVP, FDP, und der BDP