Unwetter in der Schweiz

20. Juli 2017 08:51; Akt: 20.07.2017 18:02 Print

Sturm entwurzelt Baum – zwei Kinder verletzt

Gewitter, Sturmböen und heftige Regenfälle hatten die Schweiz am Mittwoch fest im Griff. Wegen der Unwetter kam es zu diversen Polizeieinsätzen.

Der Sturm zog auch über den Zugersee. Ein Leser-Reporter hielt die Bilder fest.
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Nach einem sonnigen und warmen Tag entluden sich am Mittwochabend heftige Regenfälle und Gewitter. Sturmböen von bis zu 110 km/h wurden gemessen.

Das Unwetter sorgte in diversen Kantonen für Schäden. Wie Leser-Reporter berichten, wurden vor allem in Zürich und Luzern etliche Bäume entwurzelt.

Baum fällt auf Passanten – drei Verletzte

44 Sturmmeldungen

In Luzern beim Lido traf ein Baum zwei Kinder im Alter von 8 und 11 Jahren sowie eine 23-jährige Frau, wie die Luzerner Polizei mitteilte. Sie seien leicht verletzt und zur Kontrolle ins Spital gebracht worden. Zuerst ging die Polizei von drei Kindern, die verletzt wurden, aus. Wie sich herausstellte, wurden aber zwei Kinder und eine junge Erwachsene verletzt.

Laut der Polizei sind in Luzern 44 Sturmmeldungen wegen des Unwetters eingegangen. Auf dem Vierwaldstättersee wurden Boote losgerissen. Einige Besatzungen gerieten in Seenot. Die Wasserpolizei brachte Bootsbesatzungen in Sicherheit und musste losgerissene, gekenterte und gesunkene Schiffe sichern. Drei Personen in Seenot wurden von der Besatzung eines Kursschiffes unverletzt aufgenommen und sicher an Land gebracht.

Einsätze wegen Alarmanlagen

Die meisten Meldungen seien wegen umgestürzter Bäume, Bauabschrankungen und Gegenständen, die Verkehrswege behinderten, eingegangen. Die Einsatzleitzentrale der Luzerner Polizei habe zudem mehrere Meldungen registriert, weil Alarmanlagen durch das Unwetter ausgelöst worden seien.

Insgesamt seien neun Feuerwehren im Einsatz gewesen. Die Schadenssumme kann die Luzerner Polizei zurzeit noch nicht beziffern.

Segel durch Winde zerstört

In Zürich kam es zu 30 Polizeieinsätzen wegen umgestürzter Bäume und Bauabschrankungen oder Schiffen, die in Seenot geraten waren, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte.


Dieses Boot hielt dem Unwetter nicht stand. (Video: Leser-Reporter)

Ein Leser-Reporter berichtet beispielsweise von einem Einsatz auf dem Zürichsee in der Nähe von Meilen. Die Seepolizei musste einen in Seenot geratenen Mann retten, dessen Segel durch die Winde zerstört worden seien. Laut der Polizei ist der Mann unverletzt.

Brand wegen Blitzeinschlag

Auch der Kanton Schwyz blieb vom Unwetter nicht verschont. Wegen eines Blitzschlags geriet ein Dachstock in Steinerberg in Brand, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehr konnte das Feuer löschen. Verletzt wurde niemand.

Umgestürzte Bäume, ein Notdach, das vom Wind weggerissen wurde, eine Baustellenabschrankung, die auf einen Personenwagen krachte, und eine Energiezentrale, die unter Wasser geriet, hielten die Feuerwehr in Schwyz weiter auf Trab. In allen Fällen sei es bei Sachschaden geblieben.

Am Donnerstag gibt es vereinzelt Gewitter

Nach den Unwettern vom Mittwoch folgt heute Donnerstag durchzogenes Wetter. Wie Meteonews mitteilte, ist es am Vormittag und Nachmittag in den meisten Regionen trocken und die Sonne kommt zum Vorschein.

Von der Westschweiz ziehen jedoch Regenfälle in Richtung Bodensee. Auch im Flachland kann es deshalb zu Regen kommen. Ab dem Nachmittag gibt es in den Bergen Gewitter, die sich auch vereinzelt im Flachland ausbreiten können. Laut Meteonews werden diese aber nicht mehr so heftig sein wie jene vom Mittwoch.


Sturmfront zieht über den Zugersee. (Video: Leser-Reporter)


Ein Leser konnte einen Blitzeinschlag in den Zürichsee filmen.


In Oberriet SG hagelte es. (Video: Leser-Reporter)


Auch in Gams hagelte es. (Video: Leser-Reporter)


Am Hafen Riesbach windete es gewaltig. (Video: Leser-Reporter)


Das Schmelzwasser des Favergessee auf dem Plaine-Morte-Gletscher an der Lenk im Berner Oberland. (Video: Leser-Reporter)

(jen)