Schnapsidee

30. September 2012 09:06; Akt: 30.09.2012 14:42 Print

Gibts bald kein Bier mehr in den Stadien?

Die Schweizerische Polizeidirektoren-Konferenz will im Kampf gegen den Hooliganismus den Konsum von Alkohol in den Fussball- und Eishockeystadien der Schweiz begrenzen oder ganz verbieten.

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Leichtbier bei allen Spielen, Mineral bei Hochrisikospielen: Das fordert die Schweizer Polizeidirektoren-Konferenz. (Bild: Keystone/AP)

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Heute ist der Ausschank von Alkohol in den meisten Stadien frei. Doch künftig sollen nur noch Light-Biere mit maximal 3 Prozent Alkohol erlaubt sein. Bei Hochrisikospielen soll ein totales Alkoholverbot gelten, wie KKJPD-Generalsekretär Roger Schneeberger gegenüber dem «SonntagsBlick» bestätigt. Damit will man laut Schneeberger versuchen, die Gewalt in den Stadien zu bekämpfen. «Bei Ausschreitungen im Umfeld von Fussball- und Eishockeyspielen ist häufig auch Alkohol im Spiel», lässt Schneeberger sich zitieren.

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Bislang wurde bei Hochrisiko-Spielen jeweils gezielt ein «Leichtbier-Rayon» für Stadien und Beizen rund um die Fussball-Tempel erlassen, in Zürich zuletzt im Februar beim Derby. Die Neuerung gilt in Polizeikreisen als beschlossene Sache. Entschieden wird aber erst an der Hauptversammlung der KKJPD im November.

Die Polizeidirektoren-Konferenz (KKJPD) beruft sich auf die Bewilligungspflicht, die neuerdings im Rahmen des Konkordates gegen Gewalt bei öffentlichen Sportveranstaltungen gilt. Die Bewilligung für Fussball- und Eishockeyspiele sind an bestimmte Auflagen geknüpft - so auch bezüglich Alkohol- oder Pyroverbot. Die Swiss Football League stellt sich grundsätzlich hinter die Idee der Polizeidirektoren, beteuert Philippe Guggisberg, SFL-Generalsekretär, ebenfalls im «SonntagsBlick»: «Wir ziehen an einem Strang.»

Kritik von Sicherheitsverantwortlichen

Kritik an der Idee der Polizeidirektoren kommt von Sicherheitsverantwortlichen. So hält Peter Landolt, Sicherheitschef im Zürcher Letzigrund, die Überlegung für falsch. Mit einem Alkohol-Verbot treffe man die Falschen - diejenigen Fans nämlich, die sich korrekt verhalten und zu ihrer Bratwurst ein richtiges Bier trinken wollen. Auch René Baumann, Kommunikationschef in der Swissporarena in Luzern, äussert sich im «SonntagsBlick» dahingehend: «Bier gehört zum Fussball wie eine gute Wurst.»

Ein weiteres Argument der Gegner eines Alkverbots: Diejenigen, die nach oder während den Spielen randalieren, kommen schon betrunken zu den Spielen. Da nützen zusätzliche Verbote wenig.

Unbeschränkt Alkohol konsumieren dürfen nach der Idee der Polizeidirektoren weiterhin die Gäste im VIP-Bereich der Stadien. Dort gibt es Bier, Wein, Prosecco - à discrétion.

(ast/jam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S.F. am 01.10.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot

    Warum gibt es kein Alkoholverbot wie beim Rauchen? Alkohol ist auch nicht gesund und verursacht grosse Kosten für das Gesundheitswesen.

  • Anthares am 30.09.2012 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Alibi-Übung

    Jedes Spiel an dem YB, Basel oder Zürich beteiligt ist, ist ein Hochrisikospiel. Sicher, nicht nur diese Vereine haben ihre Schlägertrupps im Schlepptau, es sind aber mit Sicherheit die mit der höchsten Gewaltbereitschaft. Es sind die Vereine die jene Plattform bieten welche von den Chaoten genützt wird. Von genau jenen Vereinen kommen nur schöne Worte, Taten lassen sie aber keine folgen. Die Fussballvereine ziehen nur Massnahmen in Erwägung die nichts kosten. Den Alkoholkonsum einschränken wollen ist lediglich eine Pseudomassnahme.

  • Peter Aebischer am 30.09.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Alkohol?

    Warum Bier usw. Als Durstlöscher giebt es auch Mineralwasser usw.

Die neusten Leser-Kommentare

  • S.F. am 01.10.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot

    Warum gibt es kein Alkoholverbot wie beim Rauchen? Alkohol ist auch nicht gesund und verursacht grosse Kosten für das Gesundheitswesen.

  • Bürger Werner am 01.10.2012 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kein weiteres Verbot !

    Ich bin gegen ein weiteres Verbot, soll doch in den Stadien jeder so viel trinken wie er will. Ich bin aber auch dagegen, dass die Allgemeinheit die Kosten übernehmen soll. Also: Die Stadien erlauben weiterhin den "Genuss" von Alkohol und übernehmen ab sofort sämtliche Kosten für Bewachung, Kontrolle, Schäden etc. etc.. Natürlich auch die Folgeschäden bei SBB, Verkehrsbetriebe etc. Wenn die Kosten auf den Ursprung (in diesem Fall das Fussballspiel) abgewälzt wird, wird sich schnell vieles ändern, denn warum soll etwas geändert werden, so lange die Allgmeinheit zahlt?

  • Beer Drinker am 01.10.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Terminologie

    Light-Beer hat mit dem Alkoholgehalt nichts zu tun. Es ist lediglich ein Low-Carb-Beer, mit weniger Kohlenhydraten respektive Kalorien. Der Alkoholgehalt liegt trotzdem um die 5 Volumenprozent.

  • Hüeni am 30.09.2012 23:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleiches Recht für alle

    Die VIPs dürfen Wein Bier etc. trinken in den Stadien. Der ganze Rest der zahlenden Zuschauer nicht mehr! Das grenzt an eine 2 Klassengesellschaft. Ein paar Wenige dürfen alles und der grosse Rest muss sich fügen! Ich möchte ja mal sehen was passiert wenn der Fan wegbleibt und nicht mehr in die Stadien kommt. Sie sollen dann auch keine Fanartikel der Clubs kaufen! In Zug hatten sie es auch probiert ohne Ausschank von Bier im Gästesektor! Hat vermutlich zu Gewinnverlust geführt und so verkaufen sie wieder Bier! Wenn Alkoholverbot dann für alle auch für die Reichen und Schönen!

  • Peter Aebischer am 30.09.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Alkohol?

    Warum Bier usw. Als Durstlöscher giebt es auch Mineralwasser usw.

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