Genf

15. November 2016 18:46; Akt: 16.11.2016 07:56 Print

Nicht über Zebrastreifen – 1200 Fr Busse

Die Strasse ausserhalb des Fussgängerstreifens zu überqueren, kann teuer werden. Einen Genfer kostet dies 1200 Franken.

storybild

«Der Betrag der Busse macht über einen Drittel meines Lohnes aus», sagt der Ver­kehrs­sün­der. (Bild: Georges Cabrera / Tribune de Genève)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nicht nur als Autofahrer, sondern auch als Fussgänger kann man sich hohe Bussen einbrocken. Weil ein 56-jähriger Genfer bei einer Strasse nicht über den Zebrastreifen ging, muss er nun eine Busse über 1200 Franken berappen.

Umfrage
Finden Sie die Busse angemessen?
81 %
18 %
1 %
Insgesamt 15276 Teilnehmer

Passiert ist es am 12. Oktober, wie die «Tribune de Genève» schreibt. Der 56-Jährige war auf dem Weg zur Arbeit. Um Zeit zu sparen, ging er über die Strasse, ohne sich bis zu einem Fussgängerstreifen zu begeben. Genau in dem Moment fuhr ein Polizeiauto vorbei. «Die Beamtin rief mir zu, ob ich denn sterben wolle. Darauf antwortete ich schelmisch: ‹Ja.›», so der Genfer. Kaum war er auf der anderen Strassenseite angekommen, nahm die Beamtin auch schon seine Personalien auf.

«Ein Drittel meines Lohnes»

Vier Wochen später kam die böse Überraschung dann per Post. Der Mann erfuhr in einem Brief, dass ihm drei Vergehen vorgeworfen werden: Er sei «unnötigerweise lange auf der Strasse verweilt», habe «Anweisungen und Zeichen von Polizisten missachtet» und sei schuldig wegen «Störung des Strassenverkehrs». Diese Vergehen kosten ihn jeweils 100, 400 und 200 Franken. Dazu kommen 500 Franken Gebühren, die bei Bussen über 500 Franken verrechnet werden. Der Endbetrag der Rechnung: 1200 Franken.

Der Ver­kehrs­sün­der ist schockiert: «Ich arbeite Teilzeit. Der Betrag macht über einen Drittel meines Lohnes aus.» 100 oder 200 Franken zu zahlen, sei in Ordnung. «Aber 1200 Franken, das ist übertrieben!»


(kün)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chr am 15.11.2016 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverhältnismässig

    Ich erinnere an den Trimbacher, der in Olten für das Gleiche eine Busse über 10Fr erhalten hat UND noch Einsprache machte...

    einklappen einklappen
  • Pouletflügeli am 15.11.2016 18:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spende an den Staat

    Hat der Fiskus da eine neue Einnahmequelle gefunden?

    einklappen einklappen
  • Koni am 15.11.2016 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo war das?

    Ich bin mir nicht mehr sicher ob Genf in der Schweiz liegt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Otto am 16.11.2016 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    An den Menschen vorbei ...

    So ist die heutige Schweiz ... leider! ... befremdliche Entwicklung im ehemals reichsten und freiheitsliebenden Land ...

  • Serge W., Genf am 16.11.2016 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Geld ist gesucht im Kanton GE

    Bei unserer hohen Kantonsverschuldung. Bloss TI und ZG stehen schlechter da als unsere Zebrastreifen.

  • Staibock am 16.11.2016 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Schwierige Fachausdrücke

    Liebe Artikelschreiber Verwendet doch bitte korrekte Bezeichnungen: Der Fussgänger muss nicht Fr. 1'200.- Busse zahlen, sondern Fr. 700.- Busse zuzüglich Fr. 500.- Gebühren. Und liebe Leser: Ja, am Ende kommt's für den Fussgänger aufs Gleiche raus. Aber hätte er sich an die Vorschriften gehalten, müsste er gar nichts zahlen.

    • Liron am 16.11.2016 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      "Pech" für ihn, das der Tod ...

      ... ihn nicht wollte. (Wollte er nicht sterben?)

    • grufti_ch am 16.11.2016 12:28 Report Diesen Beitrag melden

      Auch nicht genauer

      Wenn wir denn schon "Tüpfli schisse": Die Missachtung der Vorschriften hätte wohl nicht mehr als CHF 40.-- gekostet, da muss noch was anderes passiert sein....

    • m.d. am 16.11.2016 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Staibock

      700 Fr??? Auf jeden Fall zu teuer!! das ist einfach Geldmacherei!

    einklappen einklappen
  • Al Bundy am 16.11.2016 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Bürgerabzocke ist der neue Zeitvertreib

    der sog. 'Elite' und Machthaber! Auch hierzulande nimmt das langsam erschreckende Masse an, nicht nur in den USA. Wir brauchen dringend einen 'Trumpf'!

    • Penny am 16.11.2016 11:03 Report Diesen Beitrag melden

      Vergleich

      ja, nur sind die Polizisten in den USA meist menschlicher... Eine solch Menschlichkeit gibt es bei Schweizern Polizisten schon lange nicht mehr. Hauptsache man hat wieder Geld eingenommen, der Rest ist egal....

    einklappen einklappen
  • Martin am 16.11.2016 10:23 Report Diesen Beitrag melden

    Spurgasse

    Und dem Polizeiauto in der Spurgasse folgen bei einem Unfall kostet 500.- resp. je nach Gerichtseintscheid weniger.....