Vaterrechte und Militär

12. April 2017 14:28; Akt: 12.04.2017 14:28 Print

Jeder zweite Mann fühlt sich diskriminiert

von D. Pomper - In der Schweiz fühlen sich mehr Männer diskriminiert als Frauen. Sie finden, dass die Gesellschaft zu hohe Anforderungen an sie stellt. Das zeigt eine 20-Minuten-Umfrage.

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Tausende Frauen, aber auch Männer gingen im März in der Schweiz auf die Strasse, um gegen Sexismus und für die Gleichstellung der Frau zu demonstrieren. Sie forderten das Recht auf gleichen Lohn und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 20 Minuten wollte wissen: Wie gross ist der Rückhalt der erstarkten Frauenbewegung in der Schweizer Bevölkerung? Und in welchen Bereichen fühlen sich Frauen und Männer diskriminiert?

Eine gewichtete Umfrage mit 6889 Teilnehmern zeigt: 61 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer finden die Frauenbewegung wichtig. Dies vor allem, weil «Sexismus in unserer Gesellschaft salonfähig geworden ist» und «Frauen und LGBTQ-Menschen diskriminiert werden». Insbesondere die 18- bis 34-Jährigen stehen hinter der Frauenbewegung. 43 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer bezeichnen sich als Feministen.

28 Prozent der Befragten dagegen geben an, dass sie die Frauenbewegung nervt, und 22 Prozent sind der Meinung, dass die Frauenbewegung ihre Ziele längst erreicht hat. Ein Viertel der Männer sagt, dass Feministinnen sie wütend machen, 2 Prozent fühlen sich von ihnen eingeschüchtert.

Keine Gleichberechtigung der Geschlechter

Eine deutliche Mehrheit von 83 Prozent ist der Meinung, dass Männer und Frauen in der Schweiz nicht gleichberechtigt sind. Die Verantwortung dafür trage am ehesten das politische System, etwa das Fehlen eines Vaterschaftsurlaubs (22 Prozent), der Staat (20 Prozent), unsere Biologie (16 Prozent) und die Unternehmen (13 Prozent).

Was erstaunt: Während 40 Prozent der Frauen angeben, sich hierzulande diskriminiert zu fühlen, sind es bei den Männern 50 Prozent. Diskriminiert fühlen sich besonders Männer zwischen 35 und 49 Jahren (62 Prozent). Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 41 Prozent. Bei den Frauen sind ebenfalls die 35- bis 49-Jährigen am meisten betroffen. Frauen mit einem Universitätsabschluss (52 Prozent) fühlen sich eher diskriminiert als Frauen mit einem Lehrabschluss (34 Prozent).

Von den Frauen, die sich benachteiligt fühlen, finden 45 Prozent, dass sie am ehesten bei den Löhnen diskriminiert werden. 21 Prozent fühlen sich in allen Lebensbereichen diskriminiert, 16 Prozent bei den Karrierechancen, der Rest bei der klassischen Rollenverteilung, in Beziehungen oder beim Zivildienst.

Männer leiden unter zu hohen Anforderungen

Männer, die sich benachteiligt fühlen, finden, dass sie am ehesten bei ihren Rechten als Vater (38 Prozent), beim Militär- und Zivildienst (24 Prozent) sowie der gesellschaftlichen Wahrnehmung der klassischen Vaterrolle (11 Prozent) diskriminiert werden. So sind denn auch 56 Prozent der Männer (und 28 Prozent der Frauen) der Meinung, dass Frauen Militärdienst leisten sollten.

Weiter finden 62 Prozent der Männer, dass die Anforderungen, die die Gesellschaft an sie stellt, zu hoch sind. Männer mit einem Lehrabschluss (65 Prozent) leiden etwas mehr darunter als Männer mit einem Universitätsabschluss (61 Prozent). 60 Prozent der Männer sind der Meinung, dass Frauen bereits genug gefördert worden seien und jetzt die Männer dran seien. Diese Meinung teilen 17 Prozent der Frauen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Exodus am 12.04.2017 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Paygap

    Wenn Frauen wirklich die gleiche Arbeit wie Männer verrichten aber weniger verdient, warum stellen dann Firmen nicht nur Frauen ein und sparen Geld?

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  • liliput am 12.04.2017 10:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    Stimmt. Ich bin auch der Meinung das die Männer immer mehr diskriminiert werden. Das Thema Recht für den Vater sollte umbedingt endlich erneuert werden.

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  • schmiffe am 12.04.2017 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    ist das mit den löhnen den so extrem? man redet immer davon aber ich habe noch nie eine frau getroffen die in der gleihen firma in der gleichen position mit dem gleichen pensum effektiv weniger verdient hat als ich. die meisten sind doch eh mit einem gav angestellt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fotipixel am 12.04.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Realität

    Leider gehör ich auch zu den Vätern die seine Kinder nicht mehr sieht, und dazu werde ich von der Ex und den Ämter nur noch fertig gemacht. Ich kann so viel beweisen, aber die Begörde liest zwischen den Zeilen und suchen sich den geringsten weg des Widerstand. Ich habe eine vorstrafe wegen angeblicher Körperverletzung in der Öffentlichkeit, trotz Zeugen und Beweise hatte ich keine Chansen!!! Ich hab das Vertrauen in unserem Rechtssystem verloren da man(n) sowieso keine Chancen hat.

  • Iustitia am 12.04.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Wen sie finden sie werden zu unfair behandelt und wollen gleichberechtigung wie die Männer dan sollen sie auch die 147 Tage Militär absolvieren da habe ich kein problem.

  • Matze81 am 12.04.2017 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesetzgebung

    als vater und geschiedenen mann hat man in der schweiz nur ein recht... das recht zu zahlen!! egal ob der mann an alle seine grenzen kommt (physisch wie psychisch) hauptsache der frau die nicht arbeiten muss da das kind noch nicht 10 jahre alt ist aber zur schule geht geht es gut. daumen hoch für die schweizer gesetzgebung (ironisch)

  • fifi91 am 12.04.2017 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teilzeitmalus

    Immer die gleiche Leier von wegen Frauen haben weniger Lohn... Das ist totaler Schwachsinn. Wenn eine Frau 60% Arbeitet kann Sie nicht erwarten auch 60% des Lohnes zu bekommen. Es ist für eine Firma weit lukrativer jemanden zu 100% anzustellen weswegen diese auch mehr verdienen. Und durch diese falsche umrechnung stehen die Frauen als unterbezahlte lämmchen da.

  • Peter am 12.04.2017 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Lohndiskriminierung gibt es nicht

    Ich bin der Überzeugung, dass letzten Endes jeder seinen Arbeitsvertrag selber unterschreibt. Wieso unterschreiben die Frauen so was, wenn sie nicht mit dem Lohn einverstanden sind? Viele Männer jammern ende Jahr nach mehr Lohn, weil sie leider auch heute noch in den meisten Fällen die Ernährer in der Familie sind. Und auch weil Männer mit viel Geld mehr Zuneigung von Frauen bekommen (leider). Wer immer wieder beim Chef nach mehr Lohn verlangt, erreicht dies eher, als diejenigen die nie fragen. Wird dieser Tatsache, bei den ewigen Lohndiskriminierung von Frauen Diskussionen, Rechnung getragen?