Winterthur

10. August 2017 13:29; Akt: 10.08.2017 13:29 Print

Polizist gewürgt – weil er Lift blockierte

Ein Mann versuchte in Winterthur einen Polizisten zu würgen. Vor Gericht macht er einen Irrtum geltend: Der Beamte sei in der Lichtschranke gestanden.

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Am 26. September 2016 mussten zwei Polizisten der Stadtpolizei Winterhur in ein Hotel im Stadtteil Wülflingen ausrücken. Sie waren wegen eines aggressiven Gasts gerufen worden. Die Polizisten stiessen vor Ort auf einen 47-jährigen Mann, den sie für eine Kontrolle auf sein Zimmer begleiten wollten.

Im Lift auf dem Weg zum Zimmer kam es zum Angriff auf den Polizisten, berichtet der «Landbote». Der Elektroniker habe einen der beiden Polizisten am Hals zu packen versucht und würgen wollen. Der Polizist habe sich wehren können. Der Angreifer wurde für einen halben Tag in Haft genommen.

«Es wurde falsch verstanden»

Nun wurde er vom Bezirksgericht Winterthur zu einer bedingten Geldstrafe in der Höhe von 1200 Franken verurteilt. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Der Mann erklärte seinen Angriff anders: Zwar habe er eine «Handbewegung» gemacht. Er habe aber damit nur den Lift in Gang setzen wollen. Der Polizist sei in der Lichtschranke gestanden. «Das wurde dann falsch verstanden und ich wurde gleich mitgenommen», sagte der Mann vor Gericht.

Diese Version überzeugte die Richterin wegen mehrerer Widersprüche nicht. Zudem war der Mann mit 1,8 Promille in der Tatnacht stark alkoholisiert, trug ein Küchenmesser auf sich und hatte offenbar Streit mit einer Frau, die auch den Notruf abgesetzt haben soll. Eben diese Frau habe die Verhandlung im Gericht mit mehreren Zwischenrufen gestört und habe den Saal verlassen müssen, schreibt der «Landbote».

Versöhnlicher zeigte sich hingegen der angegriffene Polizist. Er trat als Privatkläger auf, forderte aber nur 50 Franken Schadenersatz und keine Genugtuung. So viel habe ihn die Reise nach Zürich gekostet, wo er dem Staatsanwalt Auskunft habe geben müssen, argumentierte der Polizist. Die Richterin hatte allerdings recherchiert und herausgefunden, dass besagtes Billett nur 26 Franken kostet. Der Angeklagte beglich die Schuld noch im Gerichtssaal in bar.

(ehs)