Banken melden Täuschungsversuche

10. Juni 2017 08:19; Akt: 10.06.2017 13:41 Print

Ist der IZRS in Terror-finanzierung verstrickt?

Der Islamische Zentralrat um Nicolas Blancho soll in der Schweiz versucht haben, mittels Scheinfirmen geheime Konten einzurichten. Die Bundesanwaltschaft hält sich bedeckt.

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Personen aus dem Umfeld des Islamischen Zentralrats Schweiz (IZRS) sollen versucht haben, in der Schweiz geheime Konten einzurichten, schreibt die Zeitung «Schweiz am Wochenende».

Konkret soll es sich um einen Verwandten eines IZRS-Vorstandsmitglieds – vermutlich einen Bruder – handeln. Dieser habe bei mehreren Banken versucht, Konti zu eröffnen. Laut der Zeitung habe der Mann jedoch fiktive Firmennamen angegeben. Die Banken sollen die Täuschungsversuche bemerkt und den Bundesbehörden gemeldet haben.

Die Bundesanwaltschaft (BA) wolle sich dazu nicht äussern. Stattdessen habe sie auf den jüngsten Bericht der Taskforce «Groupe d`action financière» GAFI über Massnahmen der Schweiz zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terror-Finanzierung verwiesen. In diesem steht, dass die Bundesanwaltschaft letztes Jahr 6 Strafverfahren mit insgesamt 20 Verdächtigen in Zusammenhang mit Terrorfinanzierung ausgewiesen habe.

Privatsache

Seitens des IZRS gab Ferah Ulucay, Generalsekretärin des Zentralrats, indirekt Auskunft über Konten für Scheinfirmen. Der IZRS habe selbstverständlich keinen Einfluss auf private und geschäftliche Handlungen seiner Mitglieder, so Ulucay. Die Mitglieder seien ausserhalb der Vereinstätigkeiten frei, ihr Leben zu gestalten, wie es ihnen beliebt. Noch weniger ginge den IZRS das Privatleben ihrer Verwandten etwas an.

Laut eigenen Angaben finanziert sich der IZRS neben den Mitgliederbeiträgen hauptsächlich durch Spenden – mehrheitlich aus dem Ausland. Bereits 2011 hielt der Direktor des Nachrichtendienstes des Bundes NBD, Markus Seiler, schriftlich fest, dass festgestellte Kontakte und Reisen von Exponenten des IZRS darauf schliessen lassen, dass Gelder von salafistischen Organisationen zugunsten des IZRS fliessen.

IZRS-Verbot

Schweizer Politikern ist der IZRS schon lange ein Dorn im Auge. «Er ist eine Bedrohung für die innere Sicherheit der Schweiz und müsste eigentlich verboten werden», sagt Lukas Reimann kürzlich im«Blick». Gemäss Schweizerischen Recht sei es jedoch schwierig, eine Organisation zu verbieten. Der SVP-Nationalrat wolle daher den gesamten Vorstand anzeigen. Eine Verurteilung würde «das Ende des IZRS» bedeuten.

Neben Reimann geht auch Hans-Peter Portmann gegen den IZRS vor. Der FDP-Nationalrat hat einen Vorstoss eingereicht, der auf ein Verbot von Organisationen mit extrem islamistischem Gedankengut abzielt. (20 Minuten berichtete)

Für den IZRS-Kommunikationsverantwortlichen Qaasim Illi sind die Vorwürfe haltlos. Der IZRS fühle sich der Sicherheit der Schweiz verpflichtet. «Herr Reimann und Herr Portmann betreiben verantwortungslose Symbolpolitik.»

(nag)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patric Hurschler am 10.06.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bäääm ...und dann ist es zuspät

    Leider hat in Bern keiner den Mut einen Schritt vorwärts zu machen und dem Spuk ein Ende zu setzen. Wenn ein Verein Geld in Form von Spenden von Salfaistischen Organisationen erhält ist es in meinen Augen 5 Sekunden vor 12. Aber in Bern schaut man geren zu bis es zu spät ist. Es wird dann wie in London, Berlin, Brüssel und Paris heissen "den hatten wir auf dem Radar, aber ...". Diese Typen lachen uns nur aus.

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  • Wilma am 10.06.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwach

    Herr Blancho und sein Kumpel Herr Illi sind mir schleierhaft. Wie können Schweizer welche in Freiheit und Demokratie aufgewachsen sind, zu fundamentalisten mutieren? Evtl eine zu schwache Persönlichkeit ?

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  • Thomas Schlatter am 10.06.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blind wie ein Huhn

    wie lange schauen wir gutgläubigen, naive Schweizer noch zu? uns geht es so gut, dass wir die Gefahr nicht sehen. Wann wachen wir auf?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chupi am 10.06.2017 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das...

    ... überrascht mich leider nicht wirklich... diese Organisation soll verboten und abgeschafft werden!

  • earendil am 10.06.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichts Neues unter der Sonne?

    wir leben in verstörenden Zeiten. Kulturen weiten sich aus, überlappen sich, inspirieren und berühren einander. dadurch entwickeln sie sich. Viele Menschen leben in diesem Wandel positiv, flexibel und anpassungsfähig, andere empfinden Angst, Bedrohung und Unsicherheit. Der Wandel ist natürlich, Stillstand ist etwas Künstliches. Das strikte Festhalten an Bräuchen und Ryten, die vor 1400 Jahren üblich waren, in einer modernen Gesellschaft ist gefährlich. Veraltete Ideologien einer Kultur A bedrohten perfide den Frieden und die Freiheit einer anderen Kultur B mittels derer Freiheitsrechte.

  • Reto Signorell am 10.06.2017 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschaffen!

    Schafft dieses Konstrukt ab! Braucht kein Mensch, am wenigsten richtige Moslems! Und die Presse soll denen nicht immer eine so riesige Plattform bieten!

  • wjp1 am 10.06.2017 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso

    gleich handeln , lieber warten bis wieder was passiert . Das scheint die Taktik zu sein . Schade dass man das nicht konsequent unterbindet . Terror-Finanzierung ? Einfrieren und sofort solche Organisationen verbieten . Und so verbieten , dass sie wirklich nichts mehr unternehmen kann . Menschenrechte konsequent einhalten , aber bei Terror ist diese Option verspielt , ob ausgeführt oder geplant , oder mit Geld unterstützt , diese Leute interessiert es ja auch nicht was die Opfer für rechte hätten .

  • RSwiss am 10.06.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz ist es sowieso egal

    solange keine anderen illegalen Finanzsysteme bekämpft werden, wie etliche Ponzisysteme, nützt ein einschreiten nichts.