Sekundarschule Uster

25. November 2012 12:45; Akt: 25.11.2012 12:53 Print

Lehrer filmt Schülerinnen in Garderobe

von Jacqueline Büchi - Skandal an der Sekundarschule in Uster: Ein Lehrer hat wiederholt Schülerinnen in der Umkleidekabine gefilmt. Die Eltern wurden von der Schule informiert, der Lehrer ist freigestellt.

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Im Brief, der 20 Minuten Online vorliegt, informiert die Schule die Eltern über die Vorkommnisse. (Bild: Leser-Reporter)

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Passiert ist es vor rund eineinhalb Jahren. Ein Lehrer hat mit einem getarnten Gerät in der Mädchen-Garderobe Aufnahmen von seinen Schülerinnen gemacht. Die Schule hat die Eltern am vergangenen Mittwoch in einem Schreiben über den Vorfall informiert. Gemäss der Staatsanwaltschaft seien etwa zehn Schülerinnen aus zwei Klassen gefilmt worden, heisst es im Brief, der 20 Minuten Online vorliegt.

In der Sekundarschule Uster ist die Bestürzung über den Vorfall gross. Schulpräsident Thomas Pedrazzoli erklärt auf Anfrage, er sei von der Staatsanwaltschaft über die Kamera in der Umkleidekabine informiert worden. Wer das getarnte Gerät entdeckt habe, wisse er nicht. «Das Wichtigste ist für uns, dass der mutmassliche Täter nicht mehr bei uns arbeitet», hält Pedrazzoli fest. «Diesbezüglich gilt bei uns Nulltoleranz.»

Beschuldigter Lehrer freigestellt

Der Lehrer habe die Schule nach knapp einjähriger Tätigkeit Ende 2011 verlassen – jedoch nicht als Konsequenz der aktuellen Anschuldigungen. «Wir hatten mehrere disziplinarische Probleme mit der betreffenden Lehrperson, zudem war sie längere Zeit krankgeschrieben», erklärt Schulpräsident Pedrazzoli.

Neben den Eltern wurden auch die betroffenen Jugendlichen durch den Schulleiter informiert – im Beisein einer Schulsozialarbeiterin. «Die Schülerinnen haben die Nachricht sehr ruhig und gefasst aufgenommen», so Pedrazzoli. Nun gelte es, ähnliche Vorkommnisse in Zukunft um jeden Preis zu verhindern. «Wir haben uns natürlich Gedanken über das künftige Risikomanagement gemacht. In erster Linie wurden die Lehrer informiert und entsprechend sensibilisiert.»

Eltern entscheiden über Anzeige

Ob es zu einem Strafantrag gegen den fehlbaren Lehrer kommt, entscheiden nun die Eltern der betroffenen Schülerinnen. Das beschlagnahmte Filmmaterial aus der versteckten Kamera soll den Müttern und Vätern auf Wunsch der Staatsanwaltschaft vorgeführt werden, damit diese entscheiden können, ob sie den Mann anzeigen wollen. Beim Vorfall handelt sich nämlich um ein sogenanntes Antragsdelikt, das nur zur Anzeige gebracht wird, wenn die Geschädigten – in diesem Fall die Schüler und ihre Eltern – dies verlangen.

Pedrazzoli selbst kann noch keine Angaben über den Inhalt der Videos machen. «Ich habe die Filme selbst noch nicht gesehen», so der Schulleiter. Von der Staatsanwaltschaft wisse er nur, dass es sich nicht um «extrem kompromittierendes Material» handle – und dass die Aufnahmen glücklicherweise nicht im Internet gelandet seien.

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