Neue Broschüre

27. März 2017 19:25; Akt: 27.03.2017 19:35 Print

VBS warnt Mitarbeiter vor ausländischen Spionen

Die Affäre eines Schweizer Geheimdienst-Mitarbeiters mit einer russischen Spionin sorgte für Wirbel. Nun weist das VBS seine Mitarbeiter auf die Spionage-Gefahr hin.

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Die russische Spionin Anna Chapman wickelte mit ihren weiblichen Reizen Männer in Grossbritannien und den USA um den Finger, bis sie im Juni 2010 verhaftet wurde. Die attraktive Rothaarige kam mittels Gefangenenaustausch nach Russland zurück und ist dort nun in Fernsehsendungen zu sehen. Die CIA-Agentin Valerie Plame war in Niger auf Mission, um Uranlieferungen an den Irak zu untersuchen. Die schöne Blondine flog auf, weil ein Journalist der «Washington Post» ihren echten Namen erfuhr und veröffentlichte. Diese so genannte «Plame-Affäre» wurde in «Fair Game» verfilmt. Die amerikanisch-iranische Journalistin Roxana Saberi war 1997 die «Miss North Dakota». Im April 2009 wurde sie im Iran wegen Spionage zu 8 Jahren Haft verurteilt, weil sie an geheime Berichte gelangt war. Wenig später liess man sie jedoch wieder frei, nachdem US-Präsident Barack Obama interveniert hatte. Die schöne Britin Christine Keeler war Model und stieg in den 60er-Jahren sowohl mit dem britischen Kriegsminister John Profumo als auch dem sowjetischen Marineattaché Jewgenij Iwanow ins Bett. Die Dreiecksbeziehung löste die so genannte Profumo-Affäre aus, die zum Rücktritt des britischen Premiers Harold Macmillan beitrug. Violette Szabo war eine Agentin der britischen Geheimdiensteinheit «Special Operations Executive». Sie spoinierte während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Frankreich die Deutschen aus. Die bekannte Sängerin und Tänzerin Josephine Baker hörte den deutschen Militärs, die ihre Vorstellungen besuchten, aufmerksam zu und übermittelte die Informationen an die französischen Widerstandskämpfer. Mata Hari war eine der bekanntesten Spioninnen. Sie spionierte während des Ersten Weltkriegs in Frankreich für Deutschland.

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Die Nachricht, dass ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes wegen einer Liaison mit einer Russin entlassen worden sei, sorgte vor einem Jahr für Aufsehen. Der Bund hüllte sich damals in Schweigen, ob und welche Geheimnisse die unbekannte Frau dem Russland-Verantwortlichen entlockt hat.

Ein Geheimdienst-Experte sagte damals zu 20 Minuten: Die Spioninnen appellierten an grundmenschliche Bedürfnisse. «Agenten haben drei Schwachstellen: Geld, Alkohol und Sex.»

Sind Sie im Visier?

Das scheint man auch beim Bund zu wissen. Das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) warnt seine Mitarbeiter in einer breitangelegten Sensibiliserungskampagne vor der Spionage durch ausländische Geheimdienste.

«Sind Sie im Visier?» heisst es auf dem Deckblatt der neuen Broschüre, das finstere Gestalten zeigt. Zur Zielgruppe gehören laut dem «St. Galler Tagblatt» neben VBS-Mitarbeitern auch Armeeangehörige.

«Dem Mitarbeitenden wird mittels der Kampagne bewusst gemacht, welche Alltagssituationen für seinen Arbeitgeber sowie für ihn gefährlich werden können», sagt VBS-Sprecher Renato Kalbermatten zur Zeitung. «Und sie zeigt, wie man sich verhalten muss und schützen kann.»

«Professionelle Ausfrager»

Das Büchlein behandelt Gefahren im virtuellen und realen Raum. Es geht um Erpressung und Aushorchen. So werden die Mitarbeiter etwa angehalten, mit beruflichen Informationen und persönlichen Daten vorsichtig umzugehen. Ein «professioneller Ausfrager» könne auch scheinbar harmlose Informationen zu einem Gesamtbild zusammensetzen und gegen eine Person verwenden.

Die Mitarbeiter sollen sich darum nicht über den Arbeitsplatz oder das Arbeitsumfeld ausfragen lassen. Ein weiteres Kapitel behandelt das Thema Erpressung. «Gibt es Geheimnisse in Ihrem Leben, die niemand erfahren darf?», wird da etwa gefragt.

Getarnt als Diplomaten, Geschäftsleute, Touristen

Wie aus dem jüngsten Lagebericht des Nachrichtendienstes hervorgeht, gewinnen auch Cyberspionage und andere Cyberoperationen für die Informationsgewinnung immer mehr an Bedeutung. Der Bericht warnt aber vor den konventionellen Machenschaften ausländischer Geheimdienste: vor verbotenem Nachrichtendienst gegen politische oder militärische Interessen in der Schweiz. Die Spione könnten getarnt als Diplomaten, Geschäftsleute oder Touristen in die Schweiz kommen.

Wie der Geheimdienst-Experte vor Jahresfrist zu 20 Minuten sagte, werden Nachrichtendienst-Mitarbeiter zwar schon in der Ausbildung für diese Gefahren sensibilisiert. Im Falle des sogenannten «Honey trapping», dem Anbandeln zur Informationsbeschaffung, verpufften die Warnungen jedoch unter Umständen schnell, wenn es ernst gelte.«Solange der Mensch in Geheimdiensten die Arbeit macht, wird es immer solche Fälle geben.»

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • René B. am 27.03.2017 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollte eigentlich klar sein

    Sobald Mann von einer Frau angemacht wird ist höchste Vorsicht geboten.

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  • Ricky am 27.03.2017 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hier bitte Fräulein

    Der Frau in Blau würde ich wohl Zugang zu allen Staatsservern gewähren, selbst wenn sie mich nicht ausspioniert. Zum Glück bin ich kein Agent ;)

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  • zuffi16 am 27.03.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vault 7

    apropo geheimdienst und spionen. man könnte auch mal einen bericht machen über die inhalte von vault 7. oder darf man dass nicht da die amis dort die bösen sind und nicht die russen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Karl-Heinz am 28.03.2017 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich auch so eine Broschüre?

    Hats da Bildli mit Beispielen von schönen Frauen drin, wo man sich in Acht nehmen muss? Bin zwar nicht beim Nachrichtendienst, aber man kann ja nicht vorsichtig genug sein.

  • Pieter am 28.03.2017 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    Zum Glück brauchen die Amerikaner keine weiblichen Spione, nachdem in allen unseren Geheimdienskreisen Computer mit Windows und Android, bzw. Apple iPhones in Benutzung sind.

  • G. Heim-Agent am 28.03.2017 09:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Frau die Agentin

    haett ich dies nur frueher gewusst! hab eine geheiratet die mich immer noch ausspioniert.

  • Senior am 28.03.2017 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kritisch, aber offen bleiben

    Spionage ist nun wirklich nichts Neues. Nur wie unbekümmert, d.h., wie wenig kritisch man damit umgeht ist schon erstaunlich, da durch Internet u.a. Möglichkeiten der heutigen Zeit wohl noch unauffälliger Spionage betrieben werden kann. Die Masche mit einer "schönen Frau" ist wohl so alt wie die Menschheit. Trotzdem soll man auch offen, jedoch kritisch für Anderes, Neues sein.

  • Da Foe am 28.03.2017 08:22 Report Diesen Beitrag melden

    The Americans

    Haha, schaut Euch auf Netflix die Serie "The Americans" an. Geht genau um dieses Thema und ist einfach super!