Frust beim SRF

05. November 2017 08:22; Akt: 05.11.2017 08:51 Print

Schweizer Popmusiker schweigen zu «No Billag»

Viele einheimische Musiker verdanken ihre Karrieren der SRF-Bühne. Trotzdem sind ihre Stimmen im «No Billag»-Abstimmungskampf nicht zu hören.

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Plattform für hiesige Pop-Stars: «100% Schweizer Musik» auf SRF 1. (Bild: Oscar Alessio/SRF)

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Bei Annahme der «No Billag»-Initiative würde sich die Schweizer Medienlandschaft drastisch verändern. Dies bekämen auch Schweizer Kulturschaffende zu spüren. Die Karrieren vieler Schweizer Musiker wurden erst durch die nationale SRF-Bühne ermöglicht. Trotzdem waren die Stimmen dieser Musiker im Abstimmungskampf bisher nicht zu hören.

Weder DJ Bobo, Stephan Eicher, Florian Ast, Stress, Bligg oder Francine Jordi hätten sich auf Anfrage zur Initiative äussern wollen, berichtet die Sonntagszeitung. Nur Büne Huber von Patent Ochsner und Sina engagierten sich bisher in der Öffentlichkeit. Kuno Lauener von Züri West oder Baschi meldeten sich erst nach Tagen mit einem zögerlichen Statement gegen «No Billag».

Verlust der nationalen Plattform

Bei den SRF-Kulturredaktionen kommt das Schweigen der Musiker nicht gut an. «Wir gaben ihnen eine Bühne und verschafften ihnen eine Existenz – und jetzt, wo es um unsere Existenz geht, bleiben sie stumm», beklagt sich ein Mitarbeiter in der Sonntagszeitung. Würde «No Billag» angenommen, würden Schweizer Musiker ihre national grösste Plattform verlieren – SRF-Radiosender erreichen rund 3 Millionen Hörer pro Tag und sind verpflichtet, 20 Prozent einheimische Musik zu spielen.

(chi)