Kauf von Düsenjägern

22. September 2011 10:25; Akt: 22.09.2011 11:55 Print

Ständerat beharrt auf Sondermittel für JetsStänderat beharrt auf Sondermittel für Jets

Das Hickhack um den Erwerb neuer Kampfflugzeuge geht weiter: Anders als der Nationalrat will der Ständerat den Kauf nicht übers ordentliche Budget abwickeln. Ein Hintertürchen bleibt aber offen.

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In welcher Form die Schweiz neue Kampfflugzeuge beschafft, ist weiterhin schwammig. (Bild: Keystone)

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Der Ständerat lässt sich nicht auf den Plan des Nationalrates ein, Kampfflugzeuge über das ordentliche Rüstungsbudget zu beschaffen. Er hält vorerst an einer Sonderfinanzierung fest. Ein späteres Einlenken ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Einig sind sich die Räte bereits, dass die Mittel für die Armee aufgestockt werden sollen. Auch haben sich beide Räte für eine rasche Beschaffung neuer Kampfflugzeuge ausgesprochen. Bei der Finanzierung jedoch setzen sie auf verschiedene Modelle.

Der Nationalrat sprach sich dafür aus, den Ausgabenplafond der Armee auf 5 Milliarden zu erhöhen. Mit diesem Geld sollen nach seinem Willen auch die Kampfflugzeuge finanziert werden. Der Ständerat dagegen setzt auf eine Sonderfinanzierung. Das Volk hätte nur bei der Ständeratsvariante das letzte Wort.

Am Donnerstag beschloss der Ständerat mit 19 zu 6 Stimmen, an seinem Modell festzuhalten. Er folgte damit der Empfehlung der Sicherheitspolitischen Kommission. Deren Präsident Bruno Frick (CVP/SZ) stellte aber in Aussicht, dass der Wind bis zum Ende der Session drehen könnte.

Warten auf Zahlen aus dem VBS

Das Verteidigungsdepartement (VBS) rechne derzeit durch, was die Nationalratslösung bedeuten würde, sagte Frick. Wenn die Zahlen kommende Woche vorlägen, bestünde «eine Möglichkeit, dem Nationalrat zu folgen».

Frick versicherte, die Aufstockung der Armeegelder um 600 Millionen führe nicht zu Abstrichen beim Sozialen oder bei der Bildung. Das Budget des Bundes vergrössere sich jährlich um etwa zwei Milliarden Franken. Davon könnten 600 Millionen in die Armee fliessen. So würde das Verteidigungsdepartement anderen Departementen kein Geld wegnehmen.

Zweifel an der Seriosität

Andere Ständeräte zweifelten jedoch an der Seriosität des Nationalratsmodells. Dieses sei nicht finanzierbar, stellte Peter Bieri (CVP/ZG) fest. Er plädierte dafür, gar keine Zahlen in den Bundesbeschluss zu schreiben, was der Rat mit Stichentscheid des Ratspräsidenten ablehnte.

Selbst das VBS räume ein, dass sich die Schätzgenauigkeit betreffend der Kosten im «oberen zweistelligen Millionenbereich» bewegen könnte, hatte Bieri argumentiert. Es sei finanzpolitisch nicht sauber, die Zahlen trotzdem festlegen zu wollen. «Wenn wir solche Entscheide fällen, müssen wir die Zahlen haben», stellte auch Pankraz Freitag (FDP/GL) fest.

Dreistes Parlament

Harsche Kritik übte der Glarner SVP-Ständerat This Jenny. Er ging damit deutlich auf Distanz zu seiner Partei. Wo die Räte denn das zusätzliche Geld für die Armee hernehmen wollten, fragte er. Der Entscheid des Nationalrates sei «noch dreister» als jener des Ständerates, denn das Volk könnte nicht mitbestimmen.

«Für zwei Minarette bemüht man das Volk, für 22 Kampfflugzeuge nicht», kritisierte der SVP-Ständerat. Das sei bedenklich. Ohnehin sei kein plausibles Bedrohungsszenario vorhanden. Auch Claude Hêche (SP/JU) plädierte für eine Volksabstimmung. Es sei unabdingbar, dass das Volk mitreden könne - auch zur Frage, wo das zusätzliche Geld für die Armee eingespart werden solle. Es seien nämlich Kürzungen in der Landwirtschaft, im öffentlichen Verkehr und in der Bildung zu erwarten.

Kritiker unterlegen

Die Kritiker blieben aber in der Minderheit. Lediglich bei den Kosten buchstabierte der Ständerat etwas zurück. Für die Kampfjets und die Beseitigung von Ausrüstungslücken will er neu ein Kostendach von 5,2 Milliarden Franken festlegen. Ursprünglich hatte er 6,2 Milliarden Franken vorgeschlagen.

Dies wurde damit erklärt, dass die Flugzeuge wegen des schwachen Euros derzeit billiger wären als angenommen. Der Bundesrat hatte den Kauf neuer Flugzeuge um einige Jahre verschieben wollen. Im Ständerat plädierte Verteidigungsminister Ueli Maurer nun aber für das Modell des Nationalrates.

Diese «All-inclusive-Lösung» liege am nächsten an jener des Bundesrates, und sie «dürfte zu finanzieren sein», sagte Maurer. Eine Sonderfinanzierung dagegen, wie der Ständerat sie wolle, sei staatspolitisch falsch. Nun ist wieder der Nationalrat am Zug.

(sda)

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  • Dr. Nonsense am 23.09.2011 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    CH-Armee zwecklos!

    Die Schweizer Armee ist etwa so sinnvoll wie ein Fussballmatch 3 gegen 11. Da würde ja auch keiner behaupten, dass man eine Chance hätte zu bestehen, wieso hat man dieses Gefühl bei unserer Armee?

    • Fachoffizier am 23.09.2011 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      CH Armee Sinnvoll

      Es geht nicht nur um Krieg, die Armee leistet auch wertvolle Dienste im Frieden (siehe youtube: 15 Minuten in der Schweizer Armee) z.B. Luftpolizeidienst, Unsere Armee ist sehr gut Ausgebildet (CH RS 15 Wochen, US.Marines 8 Wochen). Unsere Piloten haben ei sehr hohe Nivea, wir als verteidiger kennen unser Territorium, haben die ganze Militärische Infrastruktur hier in geschützten Anlagen, das hat ein Angreifer nicht. Vitenam haben die USA rausgeworfen, in Afghanistan sind Soviets und jetzt USA& ihre Partner nach über 11Jahren nicht Siegreich.

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  • Ferdinand Becker am 23.09.2011 05:34 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz braucht neue Flugzeuge

    Zur Sicherheit- und der Gewährleistung im Luftraum-und Hoheit Schweiz, braucht es moderne und der heutigen Technik entsprechende Flugzeuge. Dies hat nicht mit Militär und Krieg zu tun. Unsere veralteten Flugzeuge, können nicht mehr mit dem heutigen stand der Technik mithalten. Dafür braucht es neue und für die Schweiz zugeschnittene Flugzeuge. Vor allem wichtig ist es, das man weltweit genug Offerten bei Flugzeugherstellern einholt und diese minutiös durch Exprten prüfen, und sich dabei auch Zeit lässt. Dieses Geld ist gut investiert und deckt den Bedarf für die nächsten 25 Jahren ab.

  • Martin am 22.09.2011 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wir brauchen keine Jets!

    Wir brauchen keine Jets und kein Militär, was wir brauchen ist eine Bürgerwehr, die Gefahr kommt nicht von aussen, sondern von innen, auf den Strassen an den Bahnhöfen, in Clubs. Dort lauert die wirkliche Gefahr für uns!

    • Skyguide am 23.09.2011 00:24 Report Diesen Beitrag melden

      Wir brauchen Jets

      Nur weil es dich nicht interessiert was über dir abgeht denkst du dort gibts keine gefahr dier dir Wortwörtlich auf den Kopf fallen kann?. Jeden Tag melden sich Flugzeuge nicht richtig an, Transponder fallen aus, Piloten missachen verkehrsregeln, wie auf der strasse die Polizei muss da die Luftwaffe eingreiffen. das ist nur möglich mit Kampfjets. wegen einigen Gefahren andere Gefahren Ignorieren ist keine Lösung.

    • Onkel Tom am 23.09.2011 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gefahr von innen

      Dafür gibts die Polizei, aber die wird ja auch in Frage gestellt und knapp gehalten...

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