Geschätzter Aufwand

07. Februar 2017 10:50; Akt: 07.02.2017 22:15 Print

Swiss-Reparatur kostet über eine Million Franken

Eine Boeing 777 der Swiss wird seit fast einer Woche in der Arktis repariert. Wer für die Kosten des Stillstands aufkommt, ist noch unklar.

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Die Swiss-Maschine ist zurück auf heimischem Boden: Eine Boeing 777 der Swiss landet in Zürich KIoten. (Archiv) Bei minus 30 Grad: Die Swiss-Maschine wird in Iqaluit repariert. Hier wird es über den Flugplatz in Iqaluit gerollt – vorbei an der Antonov, die das Triebwerk am Samstag in die Arktis geflogen hat. Ein weiteres Bild von der Fahrt des neuen Triebwerks über den Flughafen Iqaluit. Das alte Triebwerk wurde bereits abmontiert und steht im Hangar. Das Schutzzelt um den Swiss-Flieger ist offen - bereit für den Empfang des neuen Triebwerks. Auf diesem Bild sind beide Triebwerke im Hangar. Hier wurde jener Wechsel der Teile vorgenommen, der unabhängig vom Flugzeug gemacht werden konnte. Wegen der eisigen Temperaturen wurde ein Zelt rund um das Triebwerk aufgestellt, das beheizt ist. Hier waren die Techniker noch mit dem abmontieren des kaputten Triebwerks beschäftigt. Das Triebwerk ohne Hülle am Flughafen von Iqaluit Gebracht hat das riesige Bauteil eine Antonov. Her startet sie in Kloten gen Kanada (4. Februar 2017). Kurz vor dem Start in Kloten. Die Antonov zieht eine erste Schlaufe über Brüttisellen. Am Samstag wird ein Ersatztriebwerk nach Nordkanada transportiert: Das Antonov-Transportflugzeug am Flughafen Zürich. (4. Februar 2017) Die Antonov beim Beladen mit offener Nase. (4. Februar 2017) Die Stadt Iqualit von der Strasse nach Apex aus. In der Gemeinde wohnen etwa 6700 Personen - zu 85 Prozent Inuit. Die "Skyline" der kleinen Stadt in der Aktis im Winter. So klein der Ort auch ist, im April 2015 war hier John Kerry zu Besuch. Auf den Bildern sieht man den die Fahrzeugkolonne des ehemaligen US-Aussenministers. Ein weiteres grosses Ereignis für die Stadt ist offenbar auch die Notlandung der Swiss-Maschine am 1. Februar 2017. Ein Anwohner hat die Landung der Maschine gefilmt: Die Swiss-Maschine kurz vor der Landung auf dem Flughafen Iqaluit in Nordkanada. Bild: Screenshot Twitter Die Maschine ist sicher gelandet, wie eine Mediensprecherin der Swiss sagt. Laut Flughafendirektor John Hawkins soll die Maschine einzig beim Wenden etwas Probleme gehabt haben. (1. Februar 2017) Bild: Screenshot Twitter Der Swiss-Flug LX40 von Zürich nach Los Angeles musste wegen technischer Unregelmässigkeiten die geplante Flugroute unterbrechen. (1. Februar 2017) Bild: Screenshot Flightradar 24 Die Maschine flog Iqaluit nach einer scharfen Kurve direkt an und landete sicher. (1. Februar 2017) Bild: Screenshot Flightradar 24 Die defekte Maschine benötigt ein neues Triebwerk, das über Grossbritannien, Island und Grönland aus Kloten nach Iqaluit eingeflogen werden musste. Drei Swiss-Techniker und einige Experten des Flugzeugmotorenherstellers GE sind seit Sonntag damit beschäftigt, das 8,3 Tonnen schwere Bauteil mit 3,4 Meter Durchmesser an den Swiss-Jet zu montieren. Techniker unter dem Schutzzelt um den Swiss-Flieger (7. Februar 2017) Die Arbeitsbedingungen in der kanadischen Eiswüste sind schwierig. Am Flughafen Iqaluit herrschen derzeit tagsüber Temperaturen von minus 25 Grad... wegen des Windes fühlt es sich aber an wie minus 35 Grad (7. Februar 2017). Techniker arbeiten an den beiden Triebwerken im Hangar. Die Swiss will zu den finanziellen Folgen nichts sagen. Eine grobe Schätzung ergibt Kosten von mehr als einer ­Million Franken. Mit jedem Tag steigen die Ausgaben weiter (7. Februar 2017).

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Bald eine Woche steht die Boeing 777 der Swiss im kanadischen Iqaluit. Das linke Triebwerk hatte sich auf dem Flug nach Los Angeles wegen einer Störungsmeldung automatisch abgeschaltet und der Flieger war darauf in der Arktis notgelandet.

Mittlerweile ist klar, dass die Techniker das 24 Millionen teure Triebwerk nicht einfach so wieder flottmachen können, weil der Defekt sich im Innern befindet. Das riesige Transportflugzeug Antonov An-124 hat am Wochenende ein neues in die Arktis geflogen. Seither sind die Techniker damit beschäftigt, das 8,3 Tonnen schwere Triebwerk mit 3,4 Meter Durchmesser an den Swiss-Jet zu montieren, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt.

Derzeit werden die Triebwerke ausgetauscht

Das ist aufgrund der Bedingungen in der kleinen Stadt am Polarkreis alles andere als einfach. Derzeit herrschen dort am Tag Temperaturen von minus 25 Grad. Wegen des Windes sind es aber gefühlte minus 35 Grad. Für die Reparatur musste darum ein beheiztes Zelt um das Triebwerk herum aufgebaut werden.

Klar ist jetzt schon: Den Flieger wieder fit zu machen dauert. «Die Reparatur wird noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen», sagt ein Swiss-Sprecher gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Derzeit sei man daran, die beiden Triebwerke auszutauschen.

Reparatur und Ausfall kosten viel

Je länger die Boeing am Boden steht, desto teurer wird es für die Swiss. Denn nicht nur die Reparatur, bei der allein der Flug der Antonov rund eine halbe Million Dollar kostet, kommt die Swiss teuer zu stehen. Jeder Tag, an dem das Flugzeug am Boden steht, statt Passagiere durch die Welt zu fliegen, bedeutet Verlust. Zudem verkehrt die Boeing 777 auf den Langstrecken der Swiss. Den Ausfall muss die Fluggesellschaft nun zum Teil mit kleineren Flugzeugen überbrücken, als im Flugplan vorgesehen. Einige Flüge fielen laut «Tages-Anzeiger» deswegen sogar ganz aus.

Zudem musste ein Flugzeug der Swiss extra nach Iqaluit fliegen und die gestrandeten Passagiere dort abholen – und fehlte derweil in New York, wo es Fluggäste nach Zürich hätte bringen sollen. Jene Passagiere des Los-Angeles-Flugs, der notlanden musste, hätten wegen der grossen Verspätung auch Anrecht auf Entschädigung. Das allein soll rund 140'000 Franken kosten.

Wer trägt die Verantwortung für den Ausfall?

Eine grobe Schätzung des «Tages-Anzeigers» geht darum von Kosten von mehr als einer Million Franken aus. Die Swiss will sich dazu nicht äussern. Ein Sprecher sagt nur so viel: «Wir verfügen über entsprechende Versicherungen und Garantien.» Derzeit liefen noch die Abklärungen über die Verantwortlichkeit. Die Frage ist, ob der Swiss bei der Wartung ein Fehler unterlief oder der Hersteller GE ein mangelhaftes Triebwerk lieferte. Immerhin ist die Boeing 777 noch kein Jahr alt.

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G.K. am 07.02.2017 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was ist schon 1 Million

    na und.....wenigstens ist nichts schlimmeres passiert...wenn es abgestürzt wäre, hätte es Menschenleben gekostet und das wäre UNBEZAHLBAR!

  • Leser am 07.02.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Garantie

    Noch kein Jahr alt? Dann müsste das auf Werksgarantie gehen.

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  • Besserwisser am 07.02.2017 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bezahlung

    Ist doch alles schwachsinn. Entweder ist da noch garantie drauf und sonst zahlt die versicherung. Ist doch ganz klar.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Skywalker99 am 08.02.2017 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man kann gespannt sein

    Aviation Herald, eine notmalerweise zuverlässige Quelle von Informationen berichtet, dass der Schaden die sog. Transfer Gear Box (TGB) betraf. Über dieses Getriebe werden auch die Treibstoffpumpen angetrieben-die sollen in Folge ausgefallen sein und das Triebwerk wegen Treibstoffmangel ausgelöscht haben. Was wiederum heisst, dass die erste "Info" der Swiss falsch war (wie leider vermutet) . Die TGB ist ein Teil, das schon 2013 für mächtig Probleme beim GE90-115B Triebwerk sorgte und zur Austellung einer "Emergency Airworthiness Directive" durch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA führte.

  • Versicherung am 08.02.2017 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    2 Jahre Garantie

    Ich kann ja nachvollziehen, dass die Reparatur bei -30°C schwierig ist. Könnte man, ohne Passagiere und ohne Gepäck, nicht mit EINEM Triebwerk starten und zur nächstgelegenen Boeing Garage fliegen und dort die Garantiereparatur ausführen lassen?

    • Skywalker99 am 08.02.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Versicherung

      Nein!

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  • Nicklos Lodda am 08.02.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

    Stehenlassen und Abschreiben!

    Die Lufthansa hätte diesen überalterter Schrottflieger besser in Iqaluit einfach stehenlassen sollen, anstelle diesen Enormen Aufwand zu betreiben, um dieses altersschwache Modell wieder in die Luft zu kriegen! Die verbleibenden möglichen Flugstunden dieser Maschine rechtfertigen diesen Aufwand sicherlich nicht, darum liebe Lufthansa einfach ABSCHREIBEN!

    • Skywalker99 am 08.02.2017 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nicklos Lodda

      bei einem Listenpreis von ca. 320 mio USD (wenn auch mit Rabatt gekauft), laufender Garantie und einem Alter von ein paar Monaten ist der Restwert circa 0 und die SWISS hätte November Delta besser im Meer versenkt (Ironie aus)

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  • Go for all am 08.02.2017 15:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LX5177

    Heute Rückflug als LX5177 für alle die auf Flightradar nachschauen wollen.

    • Skywalker99 am 08.02.2017 20:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Go for all

      Abflug in Iqaluit um Mitternacht unsere Zeit (1800 local time), Landung um 0605 in Zürich. Safe travel home, crew & November Delta!

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  • WeltReisender am 08.02.2017 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    ich hoffe das ...

    SRF ist auch mit einem Kamera-Team Vorort und wird uns demnächst mit einer neuen DOK Serie beglücken, für irgend etwas zahlen wir doch diese Billag Beiträge.