Frauentag

08. März 2012 15:55; Akt: 08.03.2012 16:31 Print

Gleiche Arbeit, gleicher LohnGleiche Arbeit, gleicher Lohn

Rund um den Globus demonstrieren am 8. März Frauen für ihre Rechte. In der Schweiz forderten sie die Angleichung der Löhne. Denn Frauen verdienen bei gleichwertiger Arbeit knapp 20 Prozent weniger als Männer.

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In Belgrad erinnern Demonstrantinnen mit Porträts berühmter Frauenrechtlerinnen daran, dass der Kampf für die Gleichberechtigung weitergeht. Der offizielle Status der Frauen in Tunesien ist einmalig in der arabischen Welt: Seit 1956 herrscht eigentlich strikte Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Vor allem auf dem Land steht das aber nur auf dem Papier. Vor dem Nationalmuseum in Beirut haben sich Aktivisten versammelt, um gegen Diskriminierung zu demonstrieren. Frauen müssen im Libanon einen Schulabschluss nachweisen, wenn sie wählen wollen. Für Männer gibt es so eine Vorschrift nicht. Mit Ballons machen diese Bosnierinnen in Sarajewo auf ihre Rechte aufmerksam. Heute bekommen viele von ihren Männern, Brüdern und Vätern rote Rosen. In Kathmandu demonstrieren Frauen mit Plakaten. Heute haben alle Frauen in dem Land frei. Demonstration in Dhaka. Gleichberechtigung gibt es in Bangladesch noch lange nicht. Die Diskriminierung beginnt bereits im Elternhaus. Auch in Bangladesch sind Säure-Attacken verbreitet. Betroffene protesieren heute zusammen mit unversehrten Frauen. Hunderte Frauen protestieren in Kairo. Am 24. März wird die neue Besetzung des Parlaments gewählt - vermutlich werden nur wenige Frauen dabei sein. Ausdrucksstarke Demonstration in Sanaa. Nur zwei Prozent der anspruchsvollen Berufe sind im Jemen von Frauen besetzt. Für die Frauen in Pakistan hat sich schon einiges getan. Die Zahl der Studentinnen nimmt genauso zu wie die Zahl der Frauen im öffentlichen Dienst. Im pakistanischen Parlament sind bereits 77 der 342 Sitze von Frauen besetzt. Im Bild: Frauendemo in Karachi. Trotzdem liegt noch vieles im Argen: Säureattacken und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sind nur zwei Stichworte. Im Bild: Frauendemo in Islamabad. Viele der Frauen, die heute in Bagdad demonstrieren, haben ihren Mann verloren und müssen allein für die Familie aufkommen. Sie fordern Chancengleichheit und Unterstützung vom Staat. Am Tigris zünden sie Kerzen an, auf dass ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Anlässlich des Internationalen Frauentags werfen Menschenrechtsorganisationen dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai vor, den Taliban zuliebe auf Frauenrechte zu verzichten. Mit und ohne Burka demonstrieren Afghaninnen in Ghazni für eine bessere Zukunft. Gerademal 2 Prozent der CEOs in Südkorea sind Frauen. Chancengleichheit im Job ist daher ein wichtiges Anliegen der Südkoreanerinnen. Diese Demonstrantinnen protestieren gegen die steigende Lebenskosten in Colombo. Ein anderes Thema für die Frauen auf dem Inselstaat ist die weit verbreitete sexuelle Gewalt. «Frauentag oder Schwarzer Tag» fragen diese Demonstrantinnen in Srinagar, im indischen Teil Kaschmirs. Tja, da ist nichts mit Solidarität: Die Polizistin entreisst den demonstrierenden Geschlechtsgenossinen ihr Transparent. South Central Railway hat sich was besonderes einfallen lassen: Sie schickt einen Spezialzug für Frauen auf die Schienen - gesteuert von Satyavathi (Bild), der ersten Lokomotivführerin dieser Bahngesellschaft. Die grösste Demokratie der Welt schneidet bezüglich Frauenrechte immer noch beschämend schlecht ab. Arbeiten statt demonstrieren: Diese Frau trägt Trinkwasser auf dem Gelände einer Ziegelfabrik. Die Zahl der Frauen in Spitzenpositionen ist zwar auf 14 Prozent gestiegen, liegt damit aber weit hinter dem globalen Schnitt von 21 Prozent. Auch in Nepal gehen die Frauen für ihre Rechte auf die Strasse. Immer häufiger werden Frauen hier beschuldigt, eine Hexe zu sein, und bei lebendigem Leib verbrannt. Auch mit ihren politischen und gesellschaftlichen Rechten siehts noch immer schlecht aus. In Bangkok fordern die Frauen bessere Löhne sowie Hilfe für die Opfer der Fluten im 2011. Lohndiskriminierung ist für Frauen hier an der Tagesordnung. Viele arbeiten in der Textilindustrie. Einer Branche, die einerseits immens wichtig für das Land ist und die anderseits miserable Löhne zahlt. Ein anderes Thema für die Kambodschanerinnen sind Säureattacken, mit denen Frauen bestraft werden. Das Reich der Mitte hat bezüglich Frauenrechte bereits viel erreicht. Doch es gibt noch einiges zu tun. Nach wie vor sind nur gut 20 Prozent der Politiker weiblich. Im Happy Valley Freizeitpark in Peking erinnern Chinesinnen mit einer Parade an den Weltfrauentag. Die Ein-Kind-Politik führt dazu, dass in China besonders viele Jungen zur Welt kommen - weibliche Föten werden häufig abgetrieben. Die Philippininnen ergreifen die Gelegenheit beim Schopf und demonstrieren am Frauentag nicht nur für Frauenrechte. Sie protestieren ausserdem gegen Preiserhöhungen für Benzin und Erdölprodukte. Ihren Forderungen verleihen sie mit Tomaten und faulen Eiern Nachdruck.

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Anlässlich des internationalen Frauentags haben am Donnerstag Gewerkschaften, Parteien und Verbände in der Schweiz auf die Lohnungleichheit von Frauen und Männern hingewiesen. Vor dem Bundeshaus forderten rund fünfzig Frauen des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) von den Parlamentariern, das Problem anzugehen.

Mit der Kundgebung und in einem offenen Brief an die Politiker kritisierten die SGB-Vertreterinnen, dass Frauen im Schnitt für gleichwertige Arbeit immer noch gut 18 Prozent weniger verdienten.

Gleicher Lohn in der Verfassung verankert

Zwar sei die Lohngleichheit seit dreissig Jahren in der Verfassung verankert, an der tatsächlichen Situation habe sich aber wenig verändert, schrieb der SGB in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Zusammen mit dem Schweizerischen Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod) forderte der SGB die Parlamentarier auf, in ihren eigenen Unternehmen Lohnüberprüfungen durchzuführen.

Unter dem Motto «Unsere Arbeit ist mehr wert» verteilte die Gewerkschaft Unia am Donnerstag in mehreren Hundert Industrie- und Detailhandelsbetrieben Rosen und würdigte damit die Arbeit der Frauen.

Die Unia kritisierte, dass drei Viertel der 400 000 Arbeitnehmenden in der Schweiz, die weniger als 4000 Franken pro Monat verdienen, Frauen seien. «Für diese Diskriminierung gibt es keine Rechtfertigung», teilte die Gewerkschaft mit.

Die Gleichstellungsdelegation der SP-Fraktion forderte den Bundesrat mit mehreren Vorstössen auf, die Umsetzung der Frauenrechte in der Schweiz «systematisch und verbindlich» anzugehen.

Frauenrechte seien nicht freiwillig, sondern ein verbindliches Prinzip der Menschenrechte, liess sich Nationalrätin Yvonne FeriYvonne
Feri

SP, AG
Nationalrat
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in einem Communiqué zitieren.

Diskriminierung kritisiert

In Genf nahm UNO-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay den internationalen Frauentag zum Anlass, auf die Diskriminierung von Frauen in Politik und Wirtschaft weltweit hinzuweisen. Frauen hatten ihren Angaben zufolge 2011 nur gerade 19,3 Prozent der Sitze in den nationalen Parlamenten rund um den Globus inne.

In der Schweiz beträgt der Anteil im Nationalrat aktuell 28,5 Prozent. Allerdings stagniert er seit 2007.

Nicht nur in der Politik, auch in der Wirtschaft sind die Frauen laut UNO unterrepräsentiert: Unter den 500 grössten Unternehmen der Welt werden lediglich 12 von einer Frau geführt.

Pillay wies weiter darauf hin, dass Frauen in Entwicklungsländern 60 bis 80 Prozent der Nahrung produzierten, aber nur selten das Land besitzen, das sie bearbeiten.

Die Lösung für die Probleme sieht die UNO- Menschenrechtskommissarin darin, strukturelle und institutionelle Reformen voranzutreiben. «Nur sie können garantieren, dass Frauen als gleichwertige Bürgerinnen und Partnerinnen bei wichtigen Entscheiden einbezogen werden.»

(sda)

Ausgewählte Leser-Kommentare

dass alle Menschen (Frauen und Männer) die die gleiche Arbeit verrichten auch gleich entlohnt werden sollen, finde ich richtig. Aber in der Wirtschaft ist der, der am hefftigsten auf den Tisch haut und am lautesten rumschreit nunmal der, der auch mehr Lohn bekommt. Es gibt wenig Frauen die den Mut haben zum Vorgesetzten zu gehen und zu sagen "so wie du das willst ist es schlecht und wir sollten es so machen". Da sollten sich die Frauen selbst mehr zutrauen! Vieleicht gibts die Kündigung. Vieleicht gibts aber die Einsicht und Dank des Chefs sowie eine Lohnerhöhung am nächsten Jahresgespräch..! – jerry p aus ZH

Gleiches Sorgerecht, gleiches Rentenalter, gleiche Militärdienstleistung, gleiche Sportligen, gleiche Belastbarkeit, gleiche Ausbildung, etc. Frauen sind nun mal nicht gleich wie Männer, also kann man sie auch nicht gleich machen! Gleicher Lohn kann jede Frau vom Chef fordern, wie dies Männer für den ihren auch tun... – Daniel Münger

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  • Toto am 11.03.2012 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frau leistet genauso viel.

    Als Mann sage ich: Zahlt den Frauen gefälligst mehr Lohn! An die lieben Arbeitgeber: wenn eine Frau alleinerziehend ist gehört das mit zusätzlich CHF 500.-/ Monat zu unterstützen. Und wer weiss, vielleicht sind die Mitarbeiter im fall einer Lohnerhöhung wie durch ein Wunder plötzlich motivierter?! :p

  • manuela am 09.03.2012 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    ich höre wohl schlecht

    Militär? Männer warum wehrt ihr euch nicht, wenn ihr kein Militärdienst leisten wollt! Und ja ich bin auch für Vaterschaftsurlaub - setzt euch für euren Nachwuchs ein und hört auf euch zu beklagen - hier geht es um die Entlöhnung der Frau.

  • Denkt Niemand Dran. am 09.03.2012 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Militär

    An Alle maenner ,die von der gleichberechtigung im militär reden!wer hat bestummen das die wehrpflicht obligatorisch ist?? Ich glaube das wart ja ihr selber. Denn das frauenstimmrecht wurde ja erst später eingeführt!!!