Pokerverbot

12. Juni 2010 10:39; Akt: 12.06.2010 10:39 Print

Schlechte Karten für die Poker-SpielerSchlechte Karten für die Poker-Spieler

von Lukas Mäder - Nationialrat Lukas Reimann will die Poker-Branche mit einer Übergangsfrist retten und «Pokerturniere light» erlauben. Doch das Bundesgericht sieht keinen Spielraum vor.

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SVP-Nationalrat Lukas Reimann ist ein Freund des Pokerspiels. Deshalb kämpft er gegen das Verbot von Pokerturnieren, wie es das Bundesgericht angeordnet hat (20 Minuten Online berichtete). Nicht zuletzt gefährde das Urteil Arbeitsplätze. «Es geht darum, Zeit zu gewinnen», sagt Reimann. Seine Idee: Eine Übergangsfrist von zwei Jahren würde dem Parlament die Möglichkeit geben, das Gesetz zu ändern, ohne dass die Organisatoren von Pokerturnieren ihre Investitionen abschreiben und die Angestellten entlassen müssten.

Deshalb hat Reimann den Bundesrat gefragt, ob dieser bereit sei, eine Übergangsfrist zu gewähren. In der Zwischenzeit könnte das Parlament eine Motion von Reimann überweisen, die private Pokerspiele im Freundeskreis legalisieren will. Reimann schweben eine Art «Pokerturniere light» vor. Diese sind erlaubt bis zu einer Teilnahmegebühr von maximal 200 Franken. Damit besteht beispielsweise die Gefahr von Geldwäscherei nicht. Der von Reimann vorgeschlagene Weg wäre der schnellste, aber er ist mit zwei grossen Unsicherheiten verbunden: Das Parlament muss zustimmen, und eine Übergangsfrist ist nötig.

Hier liegt für die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) das Problem: «Eine Übergansfrist ist nicht möglich», sagt Jean-Marie Jordan, Direktor der ESBK, die Poker ursprünglich als Geschicklichkeitsspiel beurteilt hatte und vom Bundesgericht zurückgepfiffen wurde. Das Bundesgericht hat laut Jordan in seinem Urteil keine Frist vorgesehen. «Das kann niemand ändern, auch der Bundesrat nicht.» An eine Gesetzesänderung glaubt Jordan nicht: «Viele Politiker wollen keine andere Regelung als die aktuelle.» Ausserdem sei Pokern nicht grundsätzlich verboten, sondern nur kommerzielle Spiele.

Parlamentarier in die Poker-Schule

Doch Reimann lässt sich nicht entmutigen. «Bisher hat nur der Casinoverband im Parlament Lobbying betrieben.» Das will er ändern. «Es gibt bereits die Idee, Parlamentarier anzuschreiben und ihnen Pokern beizubringen», sagt Reimann. Tatsächlich ist in den Eidgenössischen Räten der klassische Jass als Kartenspiel verbreiteter. Um Druck auf die Politiker aufzubauen, sieht Reimann auch die Lancierung einer Volksinitiative als Möglichkeit. In der Pokerszene gibt es solche Überlegungen.

In Vorbereitung ist zudem ein Vorstoss der SP, der insbesondere Texas Hold'em als Geschicklichkeitsspiel einordnen und damit Turniere ausserhalb von Casinos zulassen will. Der Direktor der Spielbankenkommission ist skeptisch: «Gemäss Bundesgericht haben wir nicht genügend Nachweise erbracht, dass Texas Hold'em ein Geschicklichkeitsspiel ist», sagt Jordan. Doch bei anderen Spielen und insbesondere anderen Varianten des Pokerspiels könnte das Bundesgericht zu einem anderen Schluss kommen — und diese als Geschicklichkeitsspiele einordnen, die legal sind.

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  • Susa am 14.06.2010 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    Seien wir doch mal ehrlich....

    Es geht nicht nur den Casinos ums Geld... ;o) Wenn die Privaten nicht so viel Kohle daran verdienen würden, könnten sie sich keine Angestellten leisten usw. Das einzige was unterm Strich bei dieser Pokerdebatte rauskommen wird: Wohin fliesst das Geld. a) private Betreiber - b) Casinos Den ganzen Rest interessiert die Leute die es angeht nicht. Wenn in den Casinos die Turniere entsprechend gestaltet werden/würden, wäre es doch auch den Teilnehmern egal.

  • Joel am 14.06.2010 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee mit dem Poker beibringen!

    Ich finde die Idee gut, dass den Parlamentariern gezeigt werden soll, was Hold'em überhaupt ist. Oder sie sollten mal "Poker = Glücksspiel?" bei google eingeben, da findet man etliche kompetente Seiten, die ausführlich beschreiben, warum Hold'em kein Glücksspiel ist (oder wie man den Glücksfaktor auf längere Zeit eliminieren kann). Etwas Ähnliches war doch schon bei den umstrittenen Ballerspielen: etwas verbieten, wovon man aber keine Ahnung hat!!!

  • Outsider am 14.06.2010 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Poker Unterhaltungs - oder Glücksspiel ?

    Poke ist ein Spiel das mit Logik, Verstand, Merken, Matematik und Strategie wie beim Schach gespielt wird. Also ein Strategie Spiel das vom Talent der spielenden Personen abhängt. Beim Schach kommt bislang keiner auf die absurde Idee es als Glücksspiel zu bezeichnen obwohl bei Schach auch um Geld gespielt werden kann und auch wird. Mir kommt das vor wie wenn das Einatmen steuerfrei ist aber fürs Ausatmen wird kräftig Steuer verlangt, die jedoch aus verständlichen Gründen und zu Recht keiner zu zahlen bereit ist.