Städte-Serie – Teil 2

18. November 2014 17:34; Akt: 20.11.2014 15:38 Print

«Zürich wird kaum eine Millionenstadt»

von J. Büchi - Dichte Blockrandbebauungen, komplett umgebaute Stadtteile, weniger Fläche pro Kopf – so könnte Zürich einst bis zu 600'000 Einwohner unterbringen.

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Die Stadt Zürich rührt mit der grossen Kelle an. Daran lassen die in den vergangenen Wochen vorgestellten Projekte keinen Zweifel. Ein Masterplan will aus dem Hochschulquartier einen völlig neuen Stadtteil machen: Dutzende Häuser müssen dem Mega-Projekt weichen – einige davon stehen unter Denkmalschutz. Auch ganze Quartiere sollen teilweise neu aufgebaut werden, darunter Altstetten, Witikon und Wollishofen.

Zürich, das heute gut 400'000 Einwohner hat, soll so bis 2030 um rund 60'000 Personen wachsen – bis 2040 könnten es 80'000 mehr sein. Die meisten dieser Leute sollen nicht in Hochhäusern leben, aber auch nicht in freistehenden Mehrfamilienhäusern. In Einfamilienhäusern ohnehin nicht, die gibt es in Zürich kaum noch. Für eine dichte Bauweise sollen vielmehr sogenannte Blockrandbebauungen sorgen, wie sie in vielen europäischen Städten verbreitet sind.

Kleinere Wohnungen, mehr Gemeinschaftsräume

Die Zukunft seien grundsätzlich Wohnungen, in denen der einzelne weniger Fläche verbrauche, sagt Beat Grossrieder, Sprecher des Stadtzürcher Hochbaudepartements. «Die neueren städtischen und Genossenschaftswohnungen rechnen pro Kopf mit rund 30 Quadratmetern, während der Durchschnittsschweizer inzwischen rund 50 Quadratmeter beansprucht.» Gemeinschaftsräume in den Siedlungen sollen trotzdem genug Freiraum schaffen.

Gewisse Gebiete würden sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten «recht verändern», räumt Grossrieder ein. «Es ist uns aber ein Anliegen, identitätsstiftende Häuser zu erhalten.» Im Hochschulquartier, wo zweifelsohne ein grosser Eingriff stattfinde, würden zusätzlich neue städtebauliche Wahrzeichen entstehen.

600'000 Personen hätten Platz

An seine Kapazitätsgrenzen stosse Zürich noch lange nicht, betont Grossrieder. «Theoretisch ist mit der aktuellen Bau- und Zonenordnung eine Bevölkerungsgrösse von bis zu 600'000 Personen möglich.» Zu einer Millionenstadt werde Zürich hingegen kaum: «Das Siedlungsgebiet und die Bauzonen dürfen laut heutiger Gesetzgebung bis auf weiteres nicht mehr ausgedehnt werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DenktWeiter am 18.11.2014 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Quo Vadis Helvetia

    Also doch auf Sardinen-Leben gesetzt. Und bei 600'000 macht man dann die schotten dicht?

  • Tom Besorgter am 18.11.2014 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quo vadis

    Einfach nur noch krank. Die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft haben alle Proportionen verloren! Schweiz, quo vadis?

  • Schwarzseher am 18.11.2014 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Teilaspekte

    Jetzt wird darüber gestritten, wieviele Einwohner einzelne Städte oder das ganze (Mittel)Land einmal aufnehmen könnte. Theoretisch ist da noch etliches möglich. Aber die Problem liegen auf einem anderen Blatt. Die Haupttransversalen, sowie viele Linien im Mittelland werden sowohl bei den Strassen wie auch den Eisenbahnen doppelstöckig geführt werden müssen. Und das noch viel grössere Problem wird die Nahrung sein. Je grösser die Abhängigkeit bei ausl. Nahrungsmittel (wie auch den Kraftstoffen) sein wird, desto verletzlicher wird unser Land bei grossen Krisen. Und die kommen bestimmt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meinrad Specker am 20.11.2014 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klinisch tot

    Vielleicht könnte man sich überlegen, identitätsstiftende Häuser zu bauen, statt nur einige bestehende stehen zu lassen??? Da versagen alle. Von den städt. Verantwortlichen zu den Bauherren, hin zu den Architekten. Es wird pseudoneutral gebaut. Die Resulrate sind klinisch tot.

  • sarah am 20.11.2014 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und wofür?

    wer möchte schon freiwillig so leben?

  • Beat am 19.11.2014 22:21 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz ist eine grosse Stadt

    Die Schweiz ist eine grosse Stadt, mit den schönsten und grössten Pärken wovon andere Städte nur träumen können.

  • Mag Nicht am 19.11.2014 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Triemli Klotz

    Der Bau beim Triemli ist sowas von sehr, sehr extrem haesslich. Wie kann man nur sowas bauen lassen. Schlechtestes Beispiel. Furchtbarer Betonklotz. Geht sicher auch schoener. Dann, wieso nicht.

  • Speedy am 19.11.2014 21:18 Report Diesen Beitrag melden

    Fehlentwicklung

    Das ist schlecht für die Zukunft. Solche zwangs-sozialen Räume werden auf die Dauer nicht genutzt. Menschen lernen sich überall kennen und gehen zusammen was trinken. Gemeinschaftsräume gibts genug, ob in Kultur, Bar oder Sport-Bereich. Stadtmenschen brauchen MEHR Privatsphäre, dann würden sie auch viel lieber auf andere zugehen, als Kontakte vermeiden. Architektur sollte nicht aufdringlich sondern subtil sein. Das ist meine Einsicht als Stadtbewohner, aber ihr habt ja Experten, die sich sehr anstrengen für visionäre Stadtentwürfe.

    • Joachim Knoll am 19.11.2014 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      Berlin-Zürich Vergleich

      Super, total nachvollziehbar für mich. Ich fuhr öfters durch Zürich. Als Ex-Berliner möcht ich da nicht Leben wollen.

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