Gotthard-Basistunnel

07. Juni 2017 05:43; Akt: 07.06.2017 05:43 Print

SBB wirft 700 Passagiere aus überfüllten Zügen

von Patrick Stopper - Wenn Züge durch den Gotthard-Basistunnel überfüllt sind, müssen Passagiere vorzeitig raus. Dafür erhalten sie einen 5-Franken-Gutschein.

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Wer auf der Rückreise aus dem Tessin einen vollen Zug erwischt, kann gleich doppelt Pech haben, denn wenn zu viele Leute stehen müssen, wirft die SBB Passagiere raus.

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Der Grund dafür ist, dass die Fluchtwege in den Zügen frei bleiben müssen. Grundsätzlich sei das auf jeder Strecke der Fall, sagt SBB-Sprecher Patrick Walser.

«Ausgeklügeltes Notfallkonzept»

Der Gotthard-Basistunnel sei insofern speziell, als eine allfällige Evakuierung im längsten Tunnel der Welt aufwendiger wäre als auf anderen Strecken. Dank einem ausgeklügelten Notfallkonzept gehöre er zu den sichersten Tunnels der Welt.

Seit Inbetriebnahme im Dezember 2016 waren zehn Züge betroffen. Insgesamt mussten 700 Leute einen Zug verlassen, wie SBB-Sprecher Walser zu 20 Minuten sagt. Die grössten Probleme seien in der Altjahreswoche aufgetreten, als im Norden kein Schnee lag und überraschend viele Deutschschweizer kurzfristig ins frühlingshafte Tessin gereist seien.

Fünf Franken Entschädigung

Betroffene erhalten einen 5-Franken-Gutschein. Aus Sicht der SBB ist das genug, denn innerhalb von 30 Minuten folge bereits die nächste Verbindung.

Ob Passagiere die Züge verlassen müssen oder nicht, entscheide das Zugpersonal nach eigenem Ermessen. Eine konkrete Vorgabe durch den Bund gibt es nicht. Stehplätze sind denn auch nicht generell verboten. Entscheidend ist, ob es noch ein Durchkommen gibt oder nicht.

Keine Probleme im alten Tunnel

Wer an Tagen mit vielen Passagieren sichergehen will, kann mit einer Platzreservation vorsorgen. Diese kostet pro Sitzplatz 5 Franken. Seit Dezember sind insgesamt 8000 Personenzüge mit fast zwei Millionen Passagieren durch den neuen Tunnel gefahren.

Im alten Tunnel trat das Problem noch nicht auf, weil dort ein anderes Evakuierungskonzept angewandt wurde.

Chaotische Szenen an Wochenenden

Seit Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels ist die Passagierzahl auf der Nord-Süd-Achse um etwa 30 Prozent gestiegen. An Tagen mit vielen Ausflüglern kam die SBB an ihre Grenzen – etwa am Auffahrts- und am 1.-Mai-Wochenende, an denen sich zum teil chaotische Szenen abspielten.

Am vergangenen Pfingstwochenende setzte die SBB deshalb 34 Extrazüge ein. Der Effort hatte sich gelohnt: Über die Feiertage seien keine Züge betroffen gewesen, sagt SBB-Sprecher Walser.

An Sonntagabenden, an denen jeweils viele Studenten aus dem Tessin nach Zürich fahren, waren bisher ebenfalls viele Züge überfüllt. Mittlerweile hat die SBB deshalb zwei zusätzliche Verbindungen eingeführt, die jeweils kurz vor den regulären Eurocity-Zügen fahren.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto Manser am 07.06.2017 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser als Tote und Verletzte bei Panik

    Sicherheit geht vor. Wenn ein überfüllter Zug zu einer Panik führen würde und Leute verletzt werden so wäre eure Schlagzeile. "Geldgirige SBB hält Sicherheit nicht ein und bringt Reisende um". Und 30 Minuten sind ja nichts zum warten.

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  • Bröni am 07.06.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1. klasse mit halbtax

    seit ich ein Halbtax habe, fahre ich nur noch 1.Klasse zu Stosszeiten, so hat man immer einen Sitzplatz. Es läge aber auch an den SBB die Züge zu schliessen bevor man 700 Passagiere rausschmeissen muss.

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  • Susanne am 07.06.2017 07:23 Report Diesen Beitrag melden

    Die Umfrage ist natürlich wieder...

    ...mal etwas fraglich, bzw., fraglich ist, dass die Leute die erste Wahl voteten. Ich arbeite im Zug und sehe oft, dass sich am Ausgangsbahnhof jeder sein eigenes 4er-Abteil sucht. Geht das nicht mehr setzt man sich wohl oder übel halt zu jemandem. Ist diese Möglichkeit auch ausgeschlöpft, ja wenn's den sein muss, bzw., wenn man eine längere Strecke fährt, ansonsten bleibt man lieber stehen (man sitzt ja schon im Büro den ganzen Tag). Schlussendlich ist bei fast jedem Zug dasselbe Bild zu sehen; der erste Wagen übervoll (mit Stehplätzen) der letzte Wagen praktisch leer...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tim am 07.06.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Find ich in Ordnung Sicherheit hat schließlich immer Vorrang

  • Markus am 07.06.2017 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Bahn - Pro Peinlich

    Die Aussagen von Pro Bahn und ihre Forderungen sind nur peinlich. Sie zeigen auf, dass kein Bahnwissen vorhanden ist. Mehrverkehr um jeden Preis macht keinen Sinn, ebensowenig einen weiteren Ausbau der Infrastruktur, nur um die Stosszeiten aufzufangen.

  • Rene A. am 07.06.2017 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    etwas Spannung bitte

    Die SBB führt das Tunnel-Bingo ein, wobei die Angestellten entscheiden wer raus muss!! Vorschlag: lasst doch die Passagiere Lose ziehen, dann hat das ganze eine gewisse Spannung und die SBB wird zum Casino !!!

  • Petrus am 07.06.2017 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stau

    Tja dann sollte eine dritte und vierte Röhre gebaut werden=D

  • Ernst R am 07.06.2017 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Frage der Organisation .....

    Als Pikett - Elektriker am ZRH riss ich mich immer um die Feiertagspikett Dienste .- So konnte ich dann gemuehtlich beim Kompensieren unter der Woche Reisen , in nicht ueberfuellten Zuegen .-