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Staus und 2. Röhre
10. Juni 2012 08:32; Akt: 10.06.2012 08:32 Print
Die Gotthard-Frage spitzt sich zu
Nach dem verheerenden Bergsturz am Gotthard droht dem Nadelöhr in den Alpen kurzfristig ein Verkehrschaos. Langfristig bekommt die zweite Gotthardröhre weiter Aufwind.
Chaos nach dem Felssturz am Gotthard.
Der Felssturz auf der Gotthardstrecke versetzt die Behörden in Alarmbereitschaft. Diese Woche fanden in Bern täglich Krisensitzungen statt, an der mehrere Bundesämter, Vertreter der Kantone sowie die Transportunternehmen beteiligt waren. Für nächste Woche sind weitere Sitzungen anberaumt.
Bildstrecken Viele Wege führen ins TessinDer Gotthard wird für die Pfingsten bereit gemacht Infografik NEAT - Durchschlag am GotthardWeltrekord am Gotthard Video
Der Felssturz aus der Luft
Bergungsarbeiten am GotthardSchneeräumung am Gotthard
Die grösste Sorge: Der Güterverkehr könnte sich von der Schiene auf die Strasse verlagern und eine Flut zusätzlicher Lastwagen die Tunnels und Pässe verstopfen. «Im schlimmsten Fall fahren täglich 2000 zusätzliche Lastwagen durch den Gotthard», sagt Ruedi Rytz vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung der «NZZ am Sonntag». Das wären fast doppelt so viele wie im Normalfall, und dies ausgerechnet zum Ferienbeginn, wenn Staus ohnehin unvermeidlich sind.
Für den einflussreichen Nutzfahrzeugverband Astag ist der Bund in dieser Sache zu passiv. «Der Umwegverkehr verursacht hohe Kosten, verunmöglicht teilweise eine zeitgerechte Versorgung und ist sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch ein Unsinn», sagt SVP-Nationalrat und Astag-Präsident Adrian Amstutz
Adrian
Amstutz
SVP, BE
NationalratVerbunden mit
Amstutz Abplanalp Birri AG, Sigriswil
weitere Verbindungen anzeigen. Der Verband verlangt darum in einem Brief an Bundesrätin Doris Leuthard, der der «NZZ am Sonntag» vorliegt, mehrere Notmassnahmen. Lastwagen sollen auch mit 44 statt 40 Tonnen durch die Schweiz fahren dürfen, die Behörden sollen pauschale Nachtfahrbewilligungen ausstellen, und der Bund soll sofort eine zweite Röhre für den Autobahntunnel durch den Gotthard projektieren.
Bundesrätin Doris Leuthard wirbt für zweite Röhre
Besonders mit dieser letzten Forderung stösst der Astag beim Bundesrat offenbar auf offene Ohren. Denn Verkehrsministerin Doris Leuthard will dem Bundesrat den Bau einer zweiten Gotthardröhre vorschlagen, schreibt die «SonntagsZeitung». Diese weiss von mehreren unabhängigen Quellen, dass sie derzeit mit der Spitze des Bundesamts für Strassen einen entsprechenden Antrag an den Bundesrat für die Sanierung des Gotthardstrassentunnels vorbereitet.
Im Antrag sollen zwar sowohl eine Variante mit einer zweiten Röhre wie auch eine ohne solche aufgeführt sein. Priorisieren wolle Leuthard jedoch die Variante mit einer zweiten Röhre. Dies, weil nach neusten Zahlen eine neue Röhre plus Sanierung der bestehenden nur eine Milliarde teurer würde als die alleinige Sanierung der alten Röhre.
Damit erhalten jene Kräfte Auftrieb, die bereits seit Jahren einen zweiten Strassentunnel fordern. Neben einer staatlich bezahlten Lösung wurden auch private Investitionen mit einer kostenpflichtigen Durchfahrt diskutiert.
(aeg)
Ich denke, dass wir langfristig ohnehin nicht um eine zweite Röhre herumkommen werden. Idealerweise sollte diese fertiggestellt sein, bevor eine Totalsanierung der bestehenden Röhre durchgeführt werden muss. Die Kostenangaben sind jedoch mit Vorsicht zu geniessen! Wie bei den NEAT Tunneln würde auch ein neuer Gotthardtunnel trotz bekannter Geologie mehr kosten, als ursprünglich budgetiert. – Zlottl
Der Gotthard ist der wichtigste und längste Strassentunnel der Schweiz. Trotzdem gibt es im Tunnel Gegenverkehr, was sehr gefährlich ist. Es geht nicht bloss um die Kapazität, sondern auch um die Verkehrsführung und die Sicherheit. – Martin
Nur eine Milliarde teurer ist wirklich wenig, nämlich ein Zwölftel dessen, was pro Jahr unkontrolliert in der Entwicklunghilfe versickert. Wie wir wissen, ist diese den Beweis ihrer Wirksamkeit seit 30 Jahren schuldig. Im Gotthard-Tunnel sind unsere Steuergelder sinnvoller angelegt, auch was die Schaffung neuer Stellen anbelangt. – Simon Beer
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Alle 178 Kommentare

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Ja zur 2. Röhre ABER!
Die Zweite Gotthard ist Sicherheitstechnisch notwenidig. Es erhöht ebenfalls die Kapazitäten z.B. wärend Ferienzeiten. Im Normalfall könnte man ja trotzdem pro Tunnel nur eine Spur nutzen. Die Zweite könnte als Sicherheitsspur genutzt werden falls jemand im Tunnel eine Panne hätte. Oder eben offen stehen wenn der Zugverkehr wegen Felsstürzen, Zugpannen etc. blockiert ist. Bei Unfällen im Tunnel kann man auch wieder in einer Röhre mit Gegenverkehr fahren, wärend in der Unfallröhre in Ruhe geborgen und aufgeräumt werden kann. Also, 2. Röhre ja, für mehr flexibilität.
Beste Lösung!
Die beste Lösung: 2 Röhren mit jeweils einer Fahrspur und einem Notstreifen (bei Zuwiederhandeln: massive Busse!). Dazu die alte Gotthard Bahnstrecke und die NEAT bedienen und mit so vielen LKW beladen, wie es geht. So haben wir ALLE etwas davon, da dies ökologisch UND ökonomisch die beste Lösung ist und nur so ist die ausfallssicherheit gewährleistet. Wieso sind die Urner gegen Röhre 2? Ich würde mich gegen 20km abgasblasenden Stau wehren und für die 2. Röhre stimmen!
Transitgüter!
Ich verstehe das ganze Theater nicht! Es werden wenige Tonnen pro Tag für das Tessin transportiert. Der grösste Teil ist nämlich Transitverkehr . Und um das muss sich nicht die ASTAG kümmern sondern die EU. Deswegen benötigen wir wohl kaum eine 2. Röhre.