Geht diese Rechung auf?

21. August 2012 17:00; Akt: 21.08.2012 18:14 Print

Schnellere Einbürgerung - weniger Gesuche

Obwohl künftig schon nach 8 statt 12 Jahren Aufenthalt in der Schweiz ein Gesuch um Einbürgerung gestellt werden soll, wird die geplante Bürgerrechts-Revision jährlich 5000 Einbürgerungen weniger zur Folge haben.

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Neu soll eine Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) Voraussetzung für eine Einbürgerung sein. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Zahl der Einbürgerungen könnte wegen der Revision des Bürgerrechtsgesetzes drastisch sinken. Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) geht davon aus, dass jährlich rund 3500 Personen weniger eingebürgert würden.

Zwar soll ein Gesuch schon nach 8 und nicht erst nach 12 Jahren Aufenthalt in der Schweiz gestellt werden können. Das würde nach Angaben der EKM zu zusätzlichen 1500 Einbürgerungen führen. Auf der anderen Seite sollen aber nur noch Personen mit einer Niederlassungsbewilligung (C-Ausweis) eingebürgert werden können, was 5000 Einbürgerungen weniger pro Jahr zur Folge hätte.

Sinkende Quote

Unter dem Stich ist gemäss EKM ein Minus von 3500 Einbürgerungen zu erwarten. 2011 waren rund 39 900 Personen eingebürgert worden, 6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Nach Jahren mit steigender Einbürgerungsquote hatte der Rückgang 2007 eingesetzt. Dies ergab eine am Dienstag vorgestellte Studie, mit der die EKM die Einbürgerungszahlen der letzten knapp 20 Jahre analysieren liess.

Die Untersuchung kommt auch zum Schluss, dass die Einbürgerungsquote auf dem Land bei 1,3 Prozent liegt, in städtischen Gebieten jedoch bei 1,8 Prozent. Diese Feststellung und weitere Ergebnisse bestärken die EKM in ihrer Forderung nach einem Systemwechsel bei der Einbürgerung, wie Präsident Walter Leimgruber vor den Bundeshausmedien sagte.

Die Kommission fordert etwa, dass Einbürgerungsverfahren auf einer einzigen Stufe - und nicht von Bund, Kantonen und Gemeinden - behandelt werden. Zudem müssten die materiellen Kriterien für eine Einbürgerung vereinheitlicht und transparent gemacht werden. Schliesslich fordert die EKM die automatische Einbürgerung für Ausländerinnen und Ausländer ab der zweiten Generation.

«Vitales Interesse»

Über die politischen Chancen ihrer Vorschläge macht sich die EKM keine Illusionen. Als vordringlich beurteilt sie jedoch transparente und einheitliche Einbürgerungskriterien sowie ein einheitliches, schnelles und professionell geführtes Verfahren.

Laut Leimgruber hat die Schweiz ein «vitales Interesse» daran, Ausländerinnen und Ausländer, die sich langfristig in der Schweiz niederlassen, als vollwertige Gesellschaftsmitglieder anzuerkennen und ihnen politische Mitsprache einzuräumen.

EKM-Vizepräsidentin Fiammetta Jahreiss erinnerte sich an ihre eigene Einbürgerung. Für sie sei das der «Weg zur Integration» gewesen und nicht umgekehrt, sagte sie vor den Medien.

Der Nationalrat berät die Totalrevision des Bürgerrechtsgesetzes frühestens in der Wintersession. Die Vorlage ist höchst umstritten. Die Linke sieht darin eine Verschärfung, der SVP geht sie zu wenig weit. Ziel der Revision ist es, das Verfahren zu harmonisieren und die Kriterien für eine Einbürgerung zu vereinheitlichen.

Walter Leimgruber, Präsident der Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen EKM, über die geplante Bürgerrechts-Revision
(Video: Keystone)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roger am 21.08.2012 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    CH WILL KEINE DOPPEL-BÜRGER

    Entweder man ist Ausländer mit einem befristetem Aufenthalt- oder ist / wird Schweizer-Bürger, beides zusammen Doppel-Bürger-Recht ist ungerecht und muss abgeschafft werden. Wir wollen keinen Staat im Staat.

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  • Sina M. am 21.08.2012 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizermacher

    Zwangseinbürgern mind. ab der 3. Generation! Wehrpflicht und alles drum und dran wie die CH's auch! Wer nicht will, fliegt raus! Mann kann eben nicht alles haben - oder selektiv nehmen was einem passt! Doch, wenn jemand hier die Schule absolviert hat sollte er wirklich keine so lapidare Prüfung mehr absolvieren müssen! Das ist einfach nur stur - wie damals beim Schweizermacher!

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  • Ugur Parlak am 21.08.2012 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie wieder!!!!!!

    Ich bin hier geboren und aufgewachsen! Habe schon 2 mal versucht mich einbürgern zu lassen. Das erste mal wurde ich (ohne Begründung) nicht eingebürgert. Beim 2 mal habe ich die mündliche Prüfüng nicht bestanden. Das dritte mal wird es sicher nicht mehr geben. Dann behalte ich lieber meinen jetztigen Pass!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • oh. ha. am 22.08.2012 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Weniger Ausländer....

    Wie senkt man den Ausländeranteil in der Schweiz? Genau! Einbürgern, so einfach ist das!

  • Otto Binkert am 22.08.2012 11:50 Report Diesen Beitrag melden

    Anmerkung zur Kriminalitätsstatistik

    Ich bin für die Einbürgerung nach 8 Jahren. Damit würden viele ehemals "kriminelle Ausländer" in der Statistik als "kriminelle Schweizer" erfasst ...lustig, oder?

  • K. Ritiker am 22.08.2012 10:47 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei?

    Nach 5 oder 10 Jahren Aufenthalt in der Schweiz kann die Niederlassungsbewilligung (Ausweis C) erteilt werden. Somit geht es einfach nur länger, bis sich jemand einbürgern kann, und der Staat kann neben den Gebühren der Aufenthaltsbewilligung noch diejenigen der Niederlassungsbewilligung und anschliessend die Gebühren für die Einbürgerung verlangen. Wo sind da (ausser finanziell) die Vorteile? Die 5000 weniger Einbürgerungen pro Jahr ist daher ja nur ein kurzfristiger Effekt.

  • Dany am 22.08.2012 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur 1 Pass

    Es gibt gegen die Masseneinbürgerung nur ein Mittel: Doppelbürger ist unmöglich, wer den CH-Pass will muss zwingend auf seine alte Staatsbürgerschaft verzichten. Man kann nicht halb Schweizer und halb ..... sein. Vorteil 1. nur wer sich Integrieren will stellt ein Gesuch, 2. die Gesuche gehen massiv zurück und 3. Gerechtigkeit gegenüber den Schweizern, wir haben (und dürfen natürlich) auch nur einen Pass. Bsp. ich kenne eine Österreicherin die je nach Vorteil ihren Oe oder CH Pass anwendet im Grundsatz jedoch Österreicherin geblieben ist, sogar ihren Oe Dialekt spricht sie nach 20 Jahren Schweiz immer noch. Von Integration keine Spur!

    • roger am 22.08.2012 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist

      mit den Auslandschweizern?

    • jasmin am 22.08.2012 12:43 Report Diesen Beitrag melden

      denken wäre klasse

      denken sie doch mal eigenständig nach was mit auslandschweizer wäre ROGER oder können sie das nicht? ach nein sie müssen ja auf dem schweizervolk trampel

    • MC am 22.08.2012 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Seid doch froh..

      ..dass es Doppelbürger gibt. Ihr könnt die Zuwanderung sowieso nicht aufhalten. Oder wollt ihr eine Minderheit im eigenen Land werden?

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  • Sepp am 22.08.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Aufhören

    Aufenhaltsbewilligung reicht. Punkt.

    • roger am 22.08.2012 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Ja wenn

      ein Ausländerstimmrecht auf kommunaler und kantonaler Ebene flächendeckend eingeführt wird.

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