Parlamente

08. März 2011 11:15; Akt: 08.03.2011 12:14 Print

Vormarsch der Frauen, Schweiz weit hinten

Die Zahl weiblicher Parlamentarier hat weltweit einen neuen Höchststand erreicht. In diesem Ranking fällt die Schweiz aber hinter Drittweltländer zurück.

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SP-Nationalraetin Pascale Bruderer. (Bild: Keystone)

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Die Schweiz liegt über dem Schnitt, ist aber in den letzten Jahren von einigen Drittweltländern «überholt» worden. Das geht aus den jüngsten Zahlen hervor, die die Interparlamentarischen Union (IPU) mit Blick auf den Tag der Frauen veröffentlichte. Anfang 2011 waren demnach knapp 19,2 Prozent aller Mitglieder nationaler Parlamente weltweit weiblich.

Damit sind Frauen in der Politik zwar noch in der Minderheit, sie können aber Fortschritte verbuchen, stellt die IPU fest: 2000 lag der Frauenanteil in Parlamenten noch bei 13,1 Prozent.

Nur 43 Staaten weltweit erreichen den UNO-Zielsatz von 30 Prozent Frauenanteil in den Parlamenten, hält die IPU fest. Immerhin konnten im vergangenen Jahr aber weitere 10 Länder die 30 Prozent erreichen.

Schweiz hinter Deutschland, aber vor den anderen Nachbarländern

Nimmt man nur die grossen nationalen Parlamentskammern (also dem Nationalrat entsprechend), so lag der Frauenanteil weltweit bei 19,3 Prozent. Die Ranking-Liste mit 188 nationalen Parlamenten wird von Ruanda angeführt, das dank einer Frauenquote auf 56,3 Prozent kommt - vor Schweden mit 45 Prozent.

Die Schweiz hält sich mit 29 Prozent Nationalrätinnen auf Platz 27. Sie rangiert hinter Deutschland, aber vor Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich.

Nach Ländergruppen liegen die Parlamente Nordeuropas mit 41,6 Prozent Frauenanteilen an der Spitze. Es folgen die Länder Amerikas (22,4 Prozent) und das übrige Europa (20 Prozent). Am Schluss rangieren die arabischen Länder mit 12,5 Prozent. Frauen-Quoten haben allerdings in einigen dieser Länder (wie Jordanien und Irak) Fortschritte gebracht.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.G. am 08.03.2011 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    es reicht

    vollkommen an den bereits im Parlament sitzenden Frauen. Qualität ginge auch hier vor Quantität. Ist leider nicht der Fall.

  • Peschä am 08.03.2011 12:58 Report Diesen Beitrag melden

    Dürfen, wollen, machen

    Offenbar wollen in der Schweiz weniger Frauen in die Politik, oder sie sind nicht bereit, den nötigen Aufwand zu betreiben. Dazu kommen noch "Alterseffekte" - die Frauen, welche heute 20-30 Jahre alt sind, wurden nie benachteiligt, im Gegenteil. Bleibt ihnen doch der Militärdienst erspart. Wir brauchen dringend eine Militärdienst-Steuer für alle, die keinen Dienst leisten!

    einklappen einklappen
  • D.S. am 08.03.2011 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    sicher nicht mehr !

    zuviele köche verderben den brei - mehr frauen in der politik braucht es also unter keinen umständen. schon jetzt haben sie zu viel macht. bestes beispiel ist der bundesrat. lieber qualität als quantität, denn qualität lässt doch sehr zu wünschen übrig von den weiblichen bundesrätinen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Simon am 09.03.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    AUFRÄUMEN IM NATIONAL- UND STÄNDERAT

    ist angesagt. Ganze Generationen können sich wegen den Sesselkleber nicht weiter entwickeln. Die alte Filz-Garde, welche über 12-16 Jahre im Parlament sitzen müssen entlich mit frischem Polit-Blut ausgewechselt werden.

  • Patrick am 09.03.2011 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    Liebe CH-Frauen!

    Nehmt euch mal Marine Le Pen zum Vorbild.

  • Mutter am 09.03.2011 07:55 Report Diesen Beitrag melden

    altmodisch

    Ich weiss ich bin etwas veraltet mit meiner Ansicht,aber!Der Körperbau sagt uns schon wer für was bestimmt ist.Eine Gleichstellung wird es hoffentlich nie geben.Und noch etwas liebe Frauen,zu Hause kann gut seine Meinung so vertreten und der Mann steht auch hinter einem.Zurück denken ist manchmal auch nicht schlecht,weil wenn man Kinder hat brauchen sie die Mutter und der Papi ernährt die Familie.Lernt das zu schätzen was man hat,weil viele haben nichts.Frauen für die Familienarbeit,Männer für Ernährung und "Kampf"(Politik), und wir Frauen reden mit von zu Hause aus,auch sehr wirkungsvoll!?

  • Ursus am 08.03.2011 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen-Quoten ??

    In einer Zeit da praktisch nur noch Juristen in Bern sitzen spielt es für mich keine Rolle ob das ein Jurist oder eine Juristin ist . Jede Gruppe sollte in Bern vertreten sein egel ob Hausfrau , Handwerker oder Bauer . Juristen vertreten Juristen und nicht einen Bergbauer auch wenn sie weiblich sind ! Im übrigen sehen wir jeden Tag wie " positiv" unsere Juristen die Schweiz verändern , jedenfalls für die Juristen .

  • Abwägender am 08.03.2011 21:39 Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Frauen für den Aargau im Ständerat?

    Der Aargau hatte Ende 2010 nicht weniger als 612'611 Einwohner und wäre bei einer Wahl von Frau Bruderer als einziger Kanton gleich zu 100 Prozent weiblich im Ständerat vertreten.