Gesundheitsstudie

03. Dezember 2016 11:16; Akt: 03.12.2016 11:16 Print

Wer wenig gebildet ist, stirbt deutlich früher

Immer mehr Schweizer leiden unter Adipositas und Männer sterben häufiger im Strassenverkehr. Das zeigt eine neue Übersicht des Bundesamts für Statistik.

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Personen mit Universitätsabschluss weisen eine höhere Lebenserwartung auf als Personen mit tieferem Bildungsniveau. Seit 1992 ist der Anteil rauchender Männer von 37 Prozent auf 32 Prozent zurückgegangen, die Tabakpräventions-Kampagnen scheinen Wirkung zu zeigen. Bei den Frauen hingegen blieb die Gesamtzahl Raucherinnen stabil (24 Prozent), es rauchen jedoch weniger über 20 Zigaretten pro Tag als noch vor 20 Jahren. Am häufigsten verzichten die Schweizer aus Kostengründen auf den Zahnarztbesuch. Im Jahr 2012 waren 10 Prozent der Schweizer adipös. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 1990. 52 Prozent der erwerbstätigen Personen sind bei der Arbeit mindestens drei physischen Risiken ausgesetzt. So zum Beispiel starkem Lärm oder giftigen Substanzen. Immer mehr Leute sind körperlich aktiv. 2012 waren es 72 Prozent der Bevölkerung, das sind 9 Prozent mehr als 2002. Die täglich empfohlenen fünf Früchte oder Gemüse pro Tag essen 26 Prozent der Frauen – doppelt so viele wie bei den Männern. Seit 1990 ist die Lebenserwartung bei den Männern um 6,7 Jahre und bei den Frauen um 4,1 Jahre angestiegen. Sie ist somit eine der höchsten der Welt. 2015 sind 188 Männer bei Unfällen im Strassenverkehr ums Leben gekommen. Im selben Jahr starben 65 Frauen. Die meisten Unfälle passieren im Garten, beim Sport oder beim Spiel. Einen regelrechten Boom gibt es in der Spitex-Branche. Seit 2002 hat die Zahl Spitex-Beschäftigter um 97 Prozent zugenommen. Waren es 2010 noch weniger als 16 000, arbeiteten im Jahr 2015 20 000 Personen in einem Spitex-Dienst.

Zum Thema
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Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am Donnerstag seine Jahrespublikation zum Thema Gesundheit veröffentlicht. 20 Minuten fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Je unglücklicher die soziale Ausgangslage, desto schlechter der Gesundheitszustand

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Insgesamt 2154 Teilnehmer

• 30-jährige Männer mit einem tiefen Bildungsniveau weisen eine um 4,6 Jahre tiefere Lebenserwartung auf als gleichartige Männer mit einem Universitätsabschluss.

• 2014 haben 5 Prozent der Bevölkerung aus finanziellen Gründen auf einen Arztbesuch verzichtet. Am häufigsten sparten sie beim Zahnarztbesuch.

Mehr Personen leiden unter Fettleibigkeit

• Die täglich empfohlenen fünf Früchte oder Gemüse pro Tag essen 26 Prozent der Frauen – das ist ein doppelt so hoher Anteil wie bei den Männern.

• Im Jahr 2012 waren 10 Prozent der Schweizer adipös. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 1990 und über ein Prozent mehr als noch 2007. Auch hier zeigen sich Differenzen bezüglich der sozialen Ausgangslage. Personen mit tiefem Bildungsniveau sind doppelt so häufig von Fettleibigkeit betroffen als bildungsstarke Personen.

• Und doch sind heute insgesamt mehr Personen körperlich aktiv. 2012 waren es 72 Prozent der Bevölkerung, das sind 9 Prozent mehr als 2002.

Gefahren für die Gesundheit

• 52 Prozent der erwerbstätigen Personen sind bei der Arbeit mindestens drei physischen Risiken ausgesetzt. So zum Beispiel starkem Lärm, giftigen Substanzen oder dem Passivrauchen.

• Seit 1992 ist der Anteil rauchender Männer von 37 Prozent auf 32 Prozent zurückgegangen, die Tabakpräventions-Kampagnen scheinen Wirkung zu zeigen. Bei den Frauen hingegen blieb die Gesamtzahl Raucherinnen stabil (24 Prozent). Die Zahl derer, die es über 20 Zigaretten pro Tag rauchen, ist jedoch kleiner als noch vor 20 Jahren.

• 2015 sind 188 Männer bei Unfällen im Strassenverkehr ums Leben gekommen. Im selben Jahr starben 65 Frauen. Die meisten Unfälle passieren jedoch nicht auf der Strasse, sondern im Garten, beim Sport oder beim Spiel.

Arbeiten im Gesundheitssektor

• Einen regelrechten Boom gibt es in der Spitex-Branche. Seit 2002 hat die Zahl Spitex-Beschäftigter um 97 Prozent zugenommen. Waren es 2010 noch weniger als 16'000, arbeiteten im Jahr 2015 20'000 Personen in einem Spitex-Dienst.

Gute Situation in der Schweiz

• Seit 1990 ist die Lebenserwartung bei den Männern um 6,7 Jahre auf 80,7 Jahre und bei den Frauen um 4,1 Jahre auf 84,9 Jahre angestiegen. Die Lebenserwartung in der Schweiz ist somit eine der höchsten der Welt.

• Das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum Brutoinlandprodukt ist seit 1995 stets steigend und lag 2014 bei 11,1 Prozent. Auch das ist einer der höchsten Werte in Europa.

(kün)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sushi13 am 03.12.2016 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ohne...

    Meine Grossmutter war nicht gebildet und ist 96 geworden....will gar nicht wissen ,wie alt sie geworden wäre,wenn sie die Uni gemacht hätte:-)))

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  • Peter von Salis am 03.12.2016 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensstandard ist entscheidender Faktor

    Der entscheidende Faktor ist der Lebenstandard welcher mit Bildung ergo höherm Einkommen besser ist. Wer sich gesunde Lebensmittel nicht leisten kann stirbt früher. Wer auf dem Bau arbeiten muss stirbt früher. Vollkommen falsche Sichtweise dieser Analyse.

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  • rammirocker am 03.12.2016 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar...

    Jetzt wird mir auf einmal klar wieso die Neandertaler ausgestorben sind (OK, es gibt heute noch Gattung die benehmen sich wie welche... aber das ist einen andere Geschichte). ^^

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Noch ein Vater am 04.12.2016 22:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Das hat doch mit Bildung nichts zu tun. Akademiker verdienen besser und haben darum genug Geld für gesunde Ernährung. Der Rest darf sich mit Industriefrass vergiften.

  • Hugi am 04.12.2016 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Erstaunlich

    und das, obwohl es da mehr zu Erben gibt ;)

  • Ivo Furrer am 04.12.2016 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Das Elternhaus gibt vieles vor

    Selbst hatte ich nicht die notwendige Unterstützung um in jungen Jahren studieren zu können. Wenn es zuhause halt heisst "bin froh wenn du endlich ausziehst" dann macht man eine Lehre und will die Abhängigkeit möglichst schnell beenden. Das hat aber nichts mit mangelnder Intelligenz zutun. Bei Akademiker Familien ist der Druck grösser auch ein Studium einzuschlagen, das war bei mir leider nicht so.

    • rirta am 04.12.2016 13:48 Report Diesen Beitrag melden

      Von Anfang an klar

      @Ivo Furrer Du hast recht - das Elternhaus gibt Vieles vor. Ich komme selbst aus einer Akademiker-Familie, aber es wurde nie ein besonders starker Druck ausgeübt, einen akademischen Weg einzuschlagen, weil es quasi von Anfang an klar war, dass ich und mein Bruder studieren werden. Es war einfach selbstverständlich...

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  • Flo am 04.12.2016 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant, aber...

    Und wieso gibt es heute schon Menschen, die über 100 jährig werden? Anno dazumal gab es noch keine Bachelor- und Master Studiengänge! Eine Studie mehr für die Katz!

    • Arzt am 04.12.2016 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Flo

      Flo alle die über hundert werden egal in welchem Land sind schlank, verschlingen keine Kisten von Schokolade, Fett und Fleisch. Sie sind mehrheitlich weder Raucher noch Alkoholiker noch Drogenjunkies. Sie waren körperlich aktiv und sozial gebunden. In vielen Länder wie z. B Mexico oder USA heisst: intelligent, gebildet und erfolgreich heisst schlank und sportlich. In diesen Länder massiv Übergewichtige gehören zu sozialer Unterschicht und sie werden nicht alt. Es ist hart aber Dicke sterben mehrheitlich bevor sie 80 werden.

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  • Fraz am 04.12.2016 08:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wohl kaum

    Das kann ich nicht feststellen. In unserem Altersheim, auf dem Land, viele ehemalige Bauersleute, liegt der Altersdurchschnitt bei etwa 87 Jahren. Akademiker werden noch älter? Wohl kaum.

    • Froz am 04.12.2016 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fraz

      So was nennt man "Bias" (~Fehler). Wenn sie den Vergleich an einem Ort machen, an dem 90% der Menschen > 70 Jahre ist, dann fehlen ihnen jedoch ein grosse Anzahl an Daten (Vergleichen) von den Jüngeren :-)

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