Bischof von Sitten

20. Mai 2015 14:14; Akt: 20.05.2015 14:50 Print

«Homosexualität kann geheilt werden»

Der Bischof von Sitten behauptet, Lesben und Schwule könnten «geheilt» werden. Damit zieht er den Zorn der Lesbenorganisation Schweiz auf sich.

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Der Walliser Bischof Jean-Marie Lovey stösst Schwule und Lesben vor den Kopf mit der Behauptung, Homosexualität sei heilbar. (Bild: Keystone/Jean-christophe Bott)

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Die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) ist «schockiert und empört»: Jean-Marie Lovey, Bischof von Sitten, sagte in der Walliser Zeitung «Le Nouvelliste», Homosexualität könne geheilt werden. Diese Aussage machte er in einem Interview zum Thema Homosexualität und die Kirche.

In weniger als einem Monat, am 13. Juni, soll in Sitten die Pride Romande 2015 stattfinden, um auf die Rechte von Homosexuellen aufmerksam zu machen. Darum reagiert die LOS besonders betroffen.

Homosexuelle leben angeblich im «Elend »

Der Bischof sagt im Interview: «Von Natur aus ist die menschliche Sexualität männlich/weiblich. Und es ist ganz natürlich, diese Komplementarität zu leben.» Und der Geistliche fährt fort: «Es existieren psychologische Heilmittel. Homosexualität kann geheilt werden.»

Auf die Frage, ob Homosexualität für ihn eine Krankheit sei, antwortet Lovey: «Nein, es ist eine Schwäche der Natur. Der Beweis ist das Elend der Person, die dies lebt, und ihres Umfelds. Aber das verringert weder die Menschlichkeit der homosexuellen Person noch ihre Würde.»

«Verbale Entgleisung» wiedergutmachen

Für Barbara Lanthemann, Generalsekretärin der LOS, rufen die Worte des Walliser Bischofs «zur Ablehnung und Ausgrenzung» Homosexueller auf. Die Organisation hofft, «dass der Bischof die Worte findet, um das zu korrigieren, was wir als verbale Entgleisung betrachten, und die Gemüter so wenige Wochen vor der Pride in Sitten wieder beruhigt».

(ann)