Breit abgestützte Motion

13. September 2015 21:10; Akt: 13.09.2015 21:10 Print

Importverbot für Stopfleber und Pelz gefordert

Produkte aus quälerischer Tierhaltung sollen in der Schweiz ab sofort nicht mehr verkauft werden dürfen. Das fordern Politiker aus allen Parteien.

storybild

Herstellung von Stopfleber: Gänse und Enten werden zwangsgemästet. (Archivbild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Stopfleber gilt nicht nur in Frankreich als Delikatesse. Die Herstellung ist in der Schweiz verboten, nicht aber der Import und Verkauf. Die Schweiz hat vergangenes Jahr 280 Tonnen Stopfleber eingeführt, wie die Zollstatistik zeigt. Dies, obschon Tierschutzorganisationen seit Jahren auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und zeigen, unter welch brutalen Bedingungen die Gänse und Enten zwangsgemästet werden.

Eine überparteiliche Allianz will das jetzt stoppen und fordert per sofort ein komplettes Importverbot für Produkte, die in tierquälerischer Weise hergestellt wurden. SP-Nationalrat Matthias Aebischer hat eine entsprechende Motion eingereicht.

Die aktuellen Gesetze könnten nicht verhindern, dass in der Schweiz Produkte zum Verkauf stehen, für deren Herstellung Tiere gequält werden, so Aebischer zur «NZZ am Sonntag». Es könne nicht sein, dass in der Schweiz Produkte verkauft würden, die nicht den Schweizer Tierschutzstandards entsprächen. «Es braucht griffigere Massnahmen, einzig ein striktes Importverbot kann dem entgegenwirken.»

Stopfleber, Froschschenkel und Wildtier-Pelze

Von einem Importverbot betroffen wären unter anderem Stopfleber, Froschschenkel und Pelze von Wildtieren, deren Produktionsmethoden grundsätzlich immer tierquälerisch seien, so Aebischer. Schweizer Tierschutzorganisationen begrüssen den Schritt. Der Schweizer Tierschutz zweifelt aber daran, dass der Vorstoss politische Chancen hat. Unterstützung erhält Aebischer von Kollegen aus allen Parteien. Darunter sind auffallend viele Vertreter aus der Landwirtschaft. So etwa Bauernverbandsdirektor und FDP-Nationalrat Jacques Bourgeois oder Bauernverbandspräsident und CVP-Nationalrat Markus Ritter.

Den Bauern geht es neben dem Tierschutz auch darum, den heimischen Markt vor ausländischer Konkurrenz zu schützen. Ritter betont aber gegenüber der «NZZ am Sonntag», beim geforderten Importverbot handle es sich in erster Linie um ein gesellschaftspolitisches Anliegen.

Bundesrat prüft bereits ein Importverbot von Quälpelz

Unterstützung gibts von Seiten der Grünen. Sie haben bereits 100'000 Unterschriften für ihre «Fair Food»-Initiative gesammelt. Diese soll dafür sorgen, dass importierte Lebensmittel den Schweizer Tierschutz- und Umweltschutzvorschriften entsprechen.

Und was das Importverbot von Quälpelz angeht, hat SP-Ständerätin Pascale Bruderer bereits vorgelegt. Nachdem bekannt wurde, dass nicht alle Pelze im Verkauf korrekt deklariert sind, hat sie die Prüfung eines Importverbotes gefordert. Ein solches wird derzeit vom Bundesrat geprüft.

(pat)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bodula am 13.09.2015 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wurde auch zeit

    endlich wird was unternommen!

    einklappen einklappen
  • Tierfreundin am 13.09.2015 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Endlich eine eine Entscheidung von unseren Politikern die mich glücklich stimmt! Wenigstens was das Quälen von Tieren anbelangt sind sie sich einig. Tiere die so gequält werden nur damit der Mensch profitieren kann, ist einfach nur grausam und für jedes Tier unwürdig. Danke

    einklappen einklappen
  • Stöffu am 13.09.2015 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Import sofort durchsetzen!

    ...das hat ja nur was mit Stil zu tun... und nicht mit Geld!

Die neusten Leser-Kommentare

  • daniel am 14.09.2015 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überregulierung

    klingt auf den ersten Blick ja alles gut, leider steigen durch jedes neue Gesetz die Administrationskosten und damit auch die Preise. Nicht zuletzt deshalb ist die CH ein Hochpreisland, in vielen Bereichen schlicht überreguliert. Meinen Berufsstand freut dies ja, aber Volkswirtschaftlich ists ein Debakel

  • Tiger am 14.09.2015 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit

    Es währe langsam an der Zeit, ein solches Gesetz durchzusetzen. Niemand muss auf etwas verzichten.

  • H.B. am 14.09.2015 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Tiere

    Ich frage mich warum es immer noch Menschen gibt welche Stopfleber essen. Grausame Tierquälerei :-(

    • steven am 14.09.2015 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @H.B.

      Sie werden leider auch nicht wieder lebendig . Darume esse ich die Stopfleber eo etwas sehr gutes ist zum essen.

    • Mitfühlendes Wesen am 14.09.2015 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @steven Was Du nicht willst, das man Dir tut...

      Ja, Steven aber wenn alle so denken wird die furchtbare Tierquälerei, wo den Tieren ein Trichter in den Rachen gestossen wird und bis zum Erbrechen und immer weiter brutal reingeschaufelt wird nie aufhören. Je weniger die Nachfrage resp. der Konsum, desto weniger werden Tiere misshandelt. Dazu gibt es noch den sinnigen Spruch "was Du nicht willst, das man Dir tut, das tut auch keinem andern gut"... Oder möchten Sie gerne mal einen Tag lang Mastgans spielen?

    einklappen einklappen
  • SueR am 14.09.2015 16:31 Report Diesen Beitrag melden

    gut so!

    Abgesehen davon, dass ich das Zeugs nicht gern habe, bin ich froh, dass dadurch einigen Tieren ein schlimmes Schicksal erspart bleiben wird. Über's Geld können wir's steuern: was nicht mehr abgesetzt werden kann, wird uninteressant. Hoffe, dass der Rest der Welt mitmacht.

  • Laborant am 14.09.2015 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ebenso Tierversuchsverbot!

    Höchste Zeit, dass ein solches Importverbot durchgesetzt würde! Ebenfalls Tierversuche in entsprechenden Versuchslabors sind ebenfalls zu untersagen, denn es ist erwiesen, dass Tierversuche keine genügende Beweisbasis darstellen um gerechtfertigt zu sein.