Natalie Rickli

03. September 2017 04:16; Akt: 11.09.2017 11:39 Print

«Dieser Song beleidigt mich aufs Übelste»

Musiker haben Natalie Rickli als «Schlampe» besungen. Das Gericht hat nun geurteilt, dass es sich dabei um Beschimpfung, jedoch nicht um Verleumdung und sexuelle Belästigung handelt.

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Das Urteil sorgt auch bei ihren politischen Gegnern für Unmut: Natalie Rickli während einer Debatte im Nationalrat in Bern. (15. März 2017) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Berner Musiker des Rap-Kollektivs Chaostruppe haben SVP-Nationalrätin Natalie Rickli in einem Song beschimpft und gravierend sexuell beleidigt. Ein Regionalgericht hat die Rapper nun verurteilt - aber nicht wegen sexueller Belästigung.

Die Verhandlung fand in der vergangenen Woche vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland statt. Das Urteil ist bisher nicht publiziert worden. Gemäss «SonntagsBlick» wurden die Musiker wegen Beschimpfung zu einer bedingten Geldstrafe von einigen hundert Franken verurteilt. Natalie Rickli bestätigte das Urteil auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Von Verleumdung und sexueller Belästigung wurden die Rapper laut «SoBli» hingegen freigesprochen.

Drei Mitglieder der Chaostruppe

Die Berner Musiker Tilt und 200BPM hatten 2014 einen Song mit dem Titel «Natalie Rikkli» produziert und veröffentlicht. Das Stück war bis Anfang September auf Youtube nachzuhören. Darin decken die Musiker die Zürcher SVP-Nationalrätin mit Schimpfwörtern ein, fordern sie zu sexuellen Handlungen auf und beleidigen sie schwer.

Rickli erstattete daraufhin Strafanzeige. Laut «SonntagsBlick» wurden fünf Musiker Strafbefehl wegen Verleumdung, Beschimpfung und sexueller Belästigung schuldig gesprochen. Drei davon sind Mitglieder des Kollektivs Chaostruppe, darunter soll sich auch eine Frau befinden. Die schuldig gesprochenen zogen das Urteil jedoch weiter.

«Fühle mich verletzt»

Die 40-jährige Nationalrätin aus Winterthur hat den Artikel am Sonntag auf Facebook gepostet. Weshalb sie das tue? «Weil ich darauf aufmerksam machen will, wo die Grenze der Angriffe auf Politikerinnen und auf Frauen generell ist.» Dieser «Song» habe null politischen Inhalt, «sondern beleidigt mich aufs Übelste, und ich fühle mich in meiner Würde verletzt. Wie kann man nur so über Frauen denken ...?»

Sie mache eine klare Politik, schreibt Rickli, dazu gehöre es auch, Angriffen ausgesetzt zu sein. Aber solche Beschimpfungen lasse sie sich nicht bieten, weshalb sie Anzeige erstattet habe.

(foa/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani_87 am 03.09.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Natürlich ist das sexuelle Belästigung. Was soll es sonst sein?

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  • Peter meier am 03.09.2017 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Bestraft und gut ist

    Frau Ricki hat eben Stil und zieht das Urteil nicht weiter. Sie weiss, dass es ja schlussendlich nichts bringen würde. Die Jungs werden nun gebüsst und haben sich bereits bei Ihr entschuldigt.

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  • Thomas am 03.09.2017 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist die Strafe?

    2 Jahre Gefängnis wären angemessen gewesen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodney McKay am 05.09.2017 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Kopf-Skills

    Buben-Rapper sind diese Toys wohl eher. Wie die Toys Stress und Greis, wollen sie durch jemanden-relevanten-dissen einen Namen machen. So werden noch grandioser scheitern als die 2 vorhergenannten Toys...

  • Regina Köppel am 04.09.2017 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Kann es sein, dass diese Rapper mit diesem blöden Song, bloss auf extrem übertriebene und ironische Weise NR in die Position stellen wollten in der sie öffentlich auch steht? Wenn eine Politikerin erzählt, dass die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau erreicht sei und sie sich gerne von "gutaussehenden" Männer hinterherpfeifen lässt, sollte Mensch (es Rappt übrigens auch eine Frau, soweit ich das höre) ihr eventuell versuchen auf provokative Weise ein Spiegel vorzuhalten. ist in diesem Fall wohl leider ein bisschen missglückt. Aber hei, grossartige SonntagsBlick-Story und super PR!

  • Sepp am 04.09.2017 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts besseres zu tun?

    Ernsthaft? Sie ist eine Person des Öffentlichen Lebens und nun mal eine Person die die Schweiz mitgestaltet. In einem solchen Amt muss man über so etwas stehen wenn man das nicht kann ist dies die falsche Person für den Job. Es werden ständig Menschen beleidig Öffentlich und hinter verschlossener Tür eine Anzeige ist nur gerechtfertigt wenn es sich dabei um Mobbing handelt in diesem Fall ist eine Anzeige übertrieben.

  • alterschwede am 04.09.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    Das Schweigen der Empörten

    Interessant und aufschlussreich ist, dass die dauerempörten Spiess-H., Funicello, Terre des Femmes usw in diesem frauenverachtenden Fall wegschauen und schweigen ;-)

  • Klara am 04.09.2017 08:15 Report Diesen Beitrag melden

    Kritik

    Alles was ich bei diesem Song erkennen kann ist ein präpubertäres Tourett Syndrom in musikalisch mieser Qualität. Verständlich dasd sich NR hier diffamiert fühlt. Letztendlich aber ist das "Lied" eine einzige Disqualifikation für die Macher. Wer sowas macht oder gut findet outet sich selber als intelligenzreduzierte Amöbe.