Regelung gelockert

15. Dezember 2011 12:31; Akt: 15.12.2011 12:45 Print

Auch 30-Jährige sollen adoptieren dürfen

Das Parlament will die Regeln für künftige Adoptiveltern lockern. So soll das Mindestalter für Adoptiveltern herabgesetzt werden. Der Nationalrat folgt den Empfehlungen des Ständerates.

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Adoptionen sollen in der Schweiz künftig einfacher werden.

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Neben dem geringeren Mindestalter von 30 Jahren - heute beträgt dieses 35 Jahre - soll auch Paaren in einer stabilen Lebensgemeinschaft eine Adoption ermöglicht werden. Dies sei insbesondere für die Stiefkindadoption gedacht, sagte Gabi Huber (FDP/UR). Weiter will das Parlament, dass Paare nur mindestens drei Jahre verheiratet oder zusammen sein müssen, bis sie ein Kind adoptieren dürfen.

Der Nationalrat stimmte am Donnerstag mit 116 zu 45 Stimmen bei 2 Enthaltungen für die Motion. Diese war von der Rechtskommission des Ständerates auf Basis zweier Vorstösse aus den Reihen der Grünen ausgearbeitet worden. Der Ständerat folgte seiner Kommission im März ohne Gegenstimme.

Sommaruga findets gut

Auch Justizministerin Simonetta Sommaruga zeigte sich angesichts der restriktiven Schweizer Regeln einverstanden mit den Vorschlägen. Die Schweiz sei in der Sache bereits vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt worden.

Gut findet Sommaruga, dass die Motion offenlässt, wie gleichgeschlechtliche Paare behandelt werden. Zu dieser Frage sei eine separate Motion hängig, rief sie in Erinnerung.

Die Motion wurde Mitte November von der Rechtskommission des Ständerates aufgrund einer Petition ausgearbeitet. Derzufolge sollen in Zukunft auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. Die gleiche Petition wurde aber von der Rechtskommission des Nationalrats in der Sommersession abgelehnt. Das Thema wird deshalb wohl weiter sehr umstritten bleiben.

Büchse der Pandora

Eine Minderheit lehnte die Motion zur Lockerung der Adoptionsregeln ab. Der Vorstoss sei ungeschickt formuliert, kritisierte Yves Nidegger (SVP/GE). Denn er verlange faktisch ein Recht auf Adoption. Das lehne er ab. «Öffnen Sie nicht die Büchse der Pandora», warnte er seine Ratskollegen vergeblich. Es dürfe nur ein Recht des Kindes auf Familie geben.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas hat die Schweiz ein sehr restriktives Adoptionsgesetz. Hierzulande müssen Adoptiveltern mindestens fünf Jahre verheiratet oder 35 Jahre alt sein. Beispielsweise in England beträgt das Mindestalter 21 Jahre und die Heirat ist keine Bedingung. In Deutschland liegt die Altersuntergrenze bei 25 Jahren, eine Ehe braucht es nicht.

(uwb/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.Doption am 15.12.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    - Das Wohl des Kindes

    Das Wohl des Kindes ist hier das Allerletze was im Zentrum der aktuellen Gesetzgebung steht!! Viele möglichen Adoptiveltern wären ein Segen für Waisenkinder aber man lässt die Kinder lieber in Heimen. Das schafft Arbeitsplätze und generiert Umsatz. Ich (50) habe schon die Geburt meines "Adoptivsohnes" erlebt, er wird von mir umsorgt und grossgezogen. Vor 4,5 Jahren haben wir (die leibliche Mutter und ich geheiratet). Ich darf den Jungen aber erst in einem halben Jahr adoptiern - Ich liebe meinen Sohn und es ist sein Wunsch - sonst würd ich mir das nicht antun!

  • Sandro am 15.12.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Soll das ein Witz sein? Wieso sollte man bis 30 (geschweige denn bis 35) warten, bis man ein Kind adoptieren darf? Wenn ein Paar (oder ein Teil davon) zeugungsunfähig ist, sollte es doch auch möglich sein, vor diesem Alter ein Kind zu adoptieren! Oder gibt es auch ein Gesetz, das besagt, dass man vor 30 kein Kind zeugen darf? Wo bitte leben wir???

  • Dani am 15.12.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wachsam bleiben

    Ich finde den Spruch, "nur ein Kind hat Recht auf eine Familie" sehr passend. Es darf echt nicht sein, dass die Wünsche der Erwachsenen mehr gewichten, als die Bedürfnisse der Kinder. Die Lockerung wie nun geschehen ist aber denke ich noch weit enfernt von einem Desasster.

Die neusten Leser-Kommentare

  • A.Doption am 15.12.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    - Das Wohl des Kindes

    Das Wohl des Kindes ist hier das Allerletze was im Zentrum der aktuellen Gesetzgebung steht!! Viele möglichen Adoptiveltern wären ein Segen für Waisenkinder aber man lässt die Kinder lieber in Heimen. Das schafft Arbeitsplätze und generiert Umsatz. Ich (50) habe schon die Geburt meines "Adoptivsohnes" erlebt, er wird von mir umsorgt und grossgezogen. Vor 4,5 Jahren haben wir (die leibliche Mutter und ich geheiratet). Ich darf den Jungen aber erst in einem halben Jahr adoptiern - Ich liebe meinen Sohn und es ist sein Wunsch - sonst würd ich mir das nicht antun!

  • Alex K. am 15.12.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Auch für Homosexuelle

    Wichtig wäre, dass endlich auch Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen!

  • Dani am 15.12.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    Wachsam bleiben

    Ich finde den Spruch, "nur ein Kind hat Recht auf eine Familie" sehr passend. Es darf echt nicht sein, dass die Wünsche der Erwachsenen mehr gewichten, als die Bedürfnisse der Kinder. Die Lockerung wie nun geschehen ist aber denke ich noch weit enfernt von einem Desasster.

  • Herbert Nuk am 15.12.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht!

    Wenn man mit 18 Jahren Steuern zahlt und als Volljähriger gilt wird hier einem ein Recht bewusst verweigert bzw. vorenthalten. Nicht Vereinbar mit der CH-Rechtsordnung der Gleichheit vor Gesetz. Daher empfiehlt es sich ein Kind vom Ausland zu adoptieren. Hier gibt es wesentlich einfachere und kostengünstigere Wege.

  • Sandro am 15.12.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wie bitte?

    Soll das ein Witz sein? Wieso sollte man bis 30 (geschweige denn bis 35) warten, bis man ein Kind adoptieren darf? Wenn ein Paar (oder ein Teil davon) zeugungsunfähig ist, sollte es doch auch möglich sein, vor diesem Alter ein Kind zu adoptieren! Oder gibt es auch ein Gesetz, das besagt, dass man vor 30 kein Kind zeugen darf? Wo bitte leben wir???

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