Uster ZH

29. April 2015 18:02; Akt: 29.04.2015 18:02 Print

Schlange würgt Riesen-Kröte herunter

Mitten auf einem Veloweg kämpft eine Kröte um ihr Leben. Der Gegner: Eine ein Meter lange Ringelnatter. Ein Leser-Reporter hat die Szene festgehalten.

Gefrässiger Räuber: In Uster ZH verputzte gestern eine Schlange eine ganze Kröte. (Video: Leser-Reporter)
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Als Leser-Reporter Roland Quero nach Hause radelt, entdeckt er auf dem Veloweg bei Uster ZH ein seltsames Knäuel. «Ich sah nur, wie sich etwas bewegte.» Beim genaueren Betrachten wird Quero klar: Hier kämpft gerade eine Kröte um ihr Leben. «So etwas habe ich noch nie gesehen», sagt der 50-jährige Maler. Rund eine Viertelstunde habe das Naturschauspiel gedauert. «Danach war die Kröte weg.»

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«Bis zu 1,4 Meter lang»

«Bei der rund einen Meter langen Schlange handelte es sich um eine Ringelnatter», sagt Schlangenexperte Jürg Meier. Der Titularprofesor für Zoologie an der Universität Basel findet es ebenfalls erstaunlich, dass der Leser-Reporter den Ringkampf der Natter beobachten konnte. Denn normalerweise würden Schlangen nur alle zwei bis drei Wochen etwas fressen. «Um zuschauen zu können, wie eine Natter auf Beutefang geht, braucht es eine ordentliche Portion Glück.»

Kein Glück hatte hingegen die Kröte, die nun im Magen der Schlange ist – nicht grundlos, wie Meier meint. «Ringelnattern fressen mit Vorliebe Amphibien.» Neben Kröten und Fröschen könne aber manchmal auch ein Fisch auf der Speisekarte landen. Ringelnattern sehe man deshalb besonders oft in der Nähe von Seen und Tümpeln. Bis zu 1,4 Meter lang können die in der ganzen Schweiz heimischen Schlangen werden. Trotz ihrer Grösse sind sie für den Menschen völlig harmlos.

Schlange steht auf Roter Liste

«Wenn sie vier Meter lang gewesen wäre, hätte ich schon die Polizei gerufen», meint Leser-Reporter Quero lachend. Weil er jedoch wusste, dass es sich um eine Ringelnatter handelt, hatte er vor dem Kaltblüter keine Angst. Nach dem Kröten-Mahl hat der Schlangenfreund die Natter dann auch vom Veloweg auf eine nahegelegene Mauer gesetzt. «Mit einem Stock», so Quero. «Ansonsten wäre noch jemand mit dem Velo über die Schlange gefahren.»

War das schlau? Ja, sagt Schlangenexperte Meier. Der Leserreporter habe genau richtig gehandelt. «Schlangen und Amphibien sind in der Schweiz geschützt. Und Ringelnattern sind sogar auf der Roten Liste, sind also besonders gefährdet.»

(tbi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Urs M am 29.04.2015 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Kröte ist kein Gemüse

    Was sagen die Veganer und Vegetarier zu diesem Verhalten?! Das geht wohl gar nicht.

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  • Peter am 29.04.2015 18:47 Report Diesen Beitrag melden

    Warum filmt ihr immer im Hochformat?

    Schon amüsant, die eifrigen Leser-Reporter filmen fast alles im Hochformat. Macht ihr euch keine Gedanken darüber, dass das Anschauen eines solchen Clips nicht so angenehm ist?

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  • Stadtfuchs am 29.04.2015 18:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unser Biolehrer

    hat das mal so schön formuliert: "In Zürich wird gemordet, und ich meine jetzt nicht an der Langstrasse."

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Step am 30.04.2015 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na,ja !

    @Migrosnatter : bin jedenfalls froh,dass Fabienne Graber aus Safenwil den " Don Migrolino " das Eidechsli nicht einfach mit den Krautstielen mitgekocht hat ! Liebe Grüsse !

  • Vincie1970 am 30.04.2015 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    smakelijk eten.

    Was soll ich da kommentieren? Ich wünsche einfach: Eet smakelijk

    • Markus K. am 30.04.2015 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Guten Appetit

      Hup Vincie1970! - An alle, die zufälligerweise kein Niederländisch sprechen: En guete!

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  • Gratulierer am 30.04.2015 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlichen Glückwunsch

    Ich muss dir gratulieren (wurde mir geschrieben)

  • fröschli am 30.04.2015 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erinnerungen

    es wird höchste Zeit dass man die Natur wieder so respektiert wie zu meiner Kindheit. Die ganze Arten-Vielfalt wurde in den vergangenen 60 Jahren aufs brutalste geschädigt vorallem "Dank" der Chemie. Noch heute kommen wunderbare Erinnerungen hoch wie wir Kinder die Natur geniessen konnten...und heute???

    • Max Kleister am 30.04.2015 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wo wohnen sie ?

      Wo wohnen sie bitteschön Wir gehen immernoch in den Wald und es ist wunderschön. Auch haben hier die Kinder daran Freude und respektieren die Natur

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  • peter am 30.04.2015 07:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    achtung tierschutz

    ououou, wenn das die tierschützer zu gesicht bekommen gibt es probleme. seit einiger zeit dürfen schlangen doch garkeine lebenden tiere mehr essen.

    • Putzfrau am 30.04.2015 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Interesse an toten Tieren.

      @Peter : ich hatte mal eine Spinne,die ich in einem Glas gefangen hatte,um sie später an einem Ort,ausser Haus,wieder hinauszulassen. Ich wollte ihr eine tote Fliege geben zum verspeisen-aber Spinnen wollen anscheinend lebende Insekten,die sie selber aussaugen können.

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