52 Tote

23. Januar 2014 00:06; Akt: 23.01.2014 11:42 Print

2013 ertranken deutlich mehr Menschen

Wegen des heissen Sommers sind 2013 mehr Menschen ertrunken als in den Jahren zuvor. Fast die Hälfte der Ertrunkenen starb in Flüssen.

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52 Personen sind 2013 in der Schweiz ertrunken, das sind sieben Personen mehr als im Vorjahr. Laut Prisca Wolfensberger, Mediensprecherin der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), sind das auch deutlich mehr, als durchschnittlich in den letzten Jahren verunfallt sind. Schuld an der steigenden Anzahl von Unfällen ist laut SLRG der lange und intensive Sommer, dem ein milder Herbst folgte; das schöne Wetter lockte viele Menschen an Seen und Flüsse.

Bei den Todesopfern handelt es sich um 39 Männer, sieben Frauen und sechs Kinder. Wie in den letzten Jahren ertranken deutlich mehr Männer als Frauen, obwohl sich das weibliche Geschlecht mindestens gleich häufig wie das männliche ins Wasser wagt. Der genaue Grund für die klar höhere Anzahl ertrunkener Männer als Frauen ist unbekannt; laut Wolfensberger ist die Ursache aber das risikofreudigere Verhalten und die Selbstüberschätzung der Männer.

Flüsse gefährlicher als Seen

Am gefährlichsten ist laut SLRG das Schwimmen in fliessenden Gewässern. 24 Personen sind dabei im letzten Jahr ertrunken, obwohl mehr Menschen in Seen schwimmen als in Flüssen. «In Reuss und Rhein hat es Stromschnellen, Wehre und Schleusen, da ist das Schwimmen in einem See weniger gefährlich.» In Seen ertranken im letzten Jahr 20 Personen, jeweils vier beim Tauchen und in Hallenbädern.

Umso sicherer scheint das Schwimmen in Freibädern zu sein, kein einziger Todesfall ist dem SLRG im letzten Jahr gemeldet worden. «In den Schwimmbädern befinden sich meist viele Leute, und im klaren, nicht so tiefen Wasser sieht man es schnell, wenn etwas passiert», erklärt Wolfensberger.

In Luzern und Waadt ertranken am meisten Menschen

Am meisten Ertrinkungsfälle gab es mit sieben im Kanton Luzern, gefolgt von den Kantonen Waadt und Bern mit je sechs. Fünf Menschen starben im Kanton Genf und vier im Kanton Zürich. Im Kanton Wallis ertranken drei Menschen. Je zwei Ertrinkungsfälle ereigneten sich in den Kantonen Aargau, Freiburg, Graubünden, Neuenburg Thurgau, Tessin und Uri. Je eine Person starb in den Kantonen Basel-Stadt, Glarus, Nidwalden, St. Gallen, Solothurn, Schwyz und Zug.

Die SLRG arbeitet kontinuierlich daran, durch Präventionsarbeit und die Ausbildung von Rettungsschwimmern die Ertrinkungsfälle zu verhindern. Sie ist mit 27'500 ehrenamtlichen Aktiv-Mitgliedern in allen Landesteilen die grösste Organisation für Wassersicherheit der Schweiz.

(ale)