Angst vor Initiative

03. November 2017 12:12; Akt: 03.11.2017 12:15 Print

SRG-Chefs mobilisieren Kollegen gegen No-Billag

Die Führung der SRG fordert die Mitarbeiter dazu auf, sich als Privatpersonen gegen die No-Billag-Initiative zu engagieren, auch finanziell.

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Die 5900 Mitarbeiter der SRG sind besorgt um ihren Arbeitsplatz. Das Volk wird im Frühling über das Fortbestehen des öffentlichen Rundfunks in der Schweiz abstimmen. Interne Dokumente zeigen, dass die Führung die Angestellten dazu auffordert, sich als Privatpersonen gegen die No-Billag-Initiative zu engagieren, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Detlef Sold, CEO der SRG-Tochter TPC, warnte seine Angestellten im Rahmen einer internen Veranstaltung, dass die Abschaffung der SRG faktisch den Jobverlust für alle Mitarbeiter bedeute. Er appellierte, dass sich die Angestellten als Privatperson engagieren dürfen und müssen: «Definitiv müssen wir uns für die Sache massiv engagieren, ansonsten werden wir 2018 ein böses Erwachen haben.»

Mitarbeiter sollen Kampagne finanziell unterstützen

In einer E-Mail an seine Teammitglieder wird Sold konkret: «Im Falle einer Annahme der Initiative wird das TPC am Folgetag seine operativen Tätigkeiten einstellen. Ohne Wenn und Aber.» Dem «Tages-Anzeiger» wollte Sold dazu keine Auskunft erteilen.

SRF-Direktor Ruedi Matter wendet sich im Intranet ebenfalls an seine Mitarbeiter. Wie TPC-Chef Sold weist auch er darauf hin, dass der Kampagnenverein Nein zum Sendeschluss finanzielle Unterstützung brauche. Eine Abstimmungsempfehlung dürften SRF-Mitarbeiter aber nicht abgeben. Radio-Chefredaktorin Lis Borner ihrerseits schreibt in einem Newsletter an die Mitarbeiter, dass sie in ihrem nächsten privaten Umfeld sagen sollen, was Sache ist.

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 03.11.2017 12:19 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich....

    die Angst geht um....und das ist auch gut so....man stelle sich mal vor, 1400 Millionen jährlich plus die Werbeeinnahmen um ein bisschen Service Public zu machen.....da ist etwas grausam aus dem Ruder gelaufen....hoffentlich wird die Initiative angenommen....

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  • E,H. am 03.11.2017 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Finde ich total daneben, die Mitarbeiter manipulieren zu wollen. Das zeigt einmal mehr auf, wie schwach die SRG ist. Nichts als Angstmacherei!!

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  • Pat1428 am 03.11.2017 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach so soll das Problem gelöst werden?

    Einmal mehr mit Drohgebärden und Panikmache reagieren. Und obendrein auch noch finanzielles Engagement der Mitarbeitenden erwarten. Mann-o-Mann, irgendwie wird die Geschichte immer lächerlicher. Was kommt denn als nächstes? Sollen die Mitarbeitenden vielleicht künftig kostenlos arbeiten, oder ihr Gehalt aus eigener Tasche zahlen? Wie wäre es denn, wenn die Verantwortlichen endlich ihrer Verantwortung nachkommen, schliesslich werden sie dafür bezahlt und nicht für die Erfindung immer stärker werdenden Gejammers.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Y.W. am 06.11.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich schaue nur

    Die Tagesschau, 10vor10 und Arena. Der Rest ist für mich nicht brauchbar. Ich denke die Nachrichten und Arena ist bei einer annahme von No-Billag sicher finanzierbar.

  • Kunta Kinte (Lehrer) am 03.11.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    SRF keine geistige Nahrung

    Das Fernsehen hatte schon immer eine schlechte Auswirkung auf die Gesellschaft. Die Leseschwächen der Kinder kommen davon dass niemand mehr Bücher liest. Diese Berieselung noch als Kultur bezeichnen komt auch nur SRG Mitarbeiter in den Sinn.

  • Heno am 03.11.2017 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langsam wird es ernst für die srg

    Jetz geht ihnen doch so langsam die mucke in die hose vor angst. Richtig so. Zuerst haben sie alles nur belächelt, danach mit steurgelder gegenkampnien finanziert und jetz merken sie dass das ganze für die bevölkerung kein spass ist. Zieht euch warm an. Egal was ihr macht meine stimme ktiegt die no billag

  • B. aus A. am 03.11.2017 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Die Billag sichert uns Qualität.

    Gerade all' die Leute, die sich über "Schrott im TV" beschweren, sollten sich bewusst sein, was die Annahme der Initiative wirklich bedeutet. Nämlich, NOCH MEHR Schrott! Die Sender wären gezwungen, nur noch jene Sendungen zu produzieren, die Einnahmen bringen. Damit wären wir dann auf dem Niveau der hiesigen Privatsender, die sich auschliesslich der Unterhaltung widmen und nur berichten, was auf Ohren stösst. Unabhängige Berichterstattung, gut recherchierte und redaktionell betreute Sendungen kosten nun mal etwas. Und sie sind eine unabdingbare Informationsquelle für die mündige Bevölkerung!

  • Padu am 03.11.2017 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Testbild

    Sollen doch einfach aus Protest ein "Testbild" aufschalten... merkt niemand.. selbst nach wochen nicht