Nationalrat

14. September 2016 16:01; Akt: 14.09.2016 19:59 Print

Der Schutz des Wolfes soll gelockert werden

Der Nationalrat hat beschlossen, dass der Wolf nicht mehr zu den streng geschützten Tieren gehören soll.

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Sorgt für regen Diskussionsstoff: Der Wolf könnte seinen Status als streng geschütztes Tier verlieren. (28. Mai 2013) (Bild: Keystone/Marco Schmidt)

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Der Wolf soll nicht mehr zu den streng geschützten Tierarten gehören. Der Nationalrat hat heute eine Standesinitiative des Kantons Wallis mit 101 zu 83 Stimmen angenommen, welche die Kündigung der Berner Konvention fordert. Nun ist der Ständerat wieder am Zug.

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Soll der Wolf abgeschossen werden?
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Die kleine Kammer hatte im März nach einer emotionalen Debatte die gleiche Standesinitiative abgelehnt. Diese fordert, dass die Schweiz die Berner Konvention, den völkerrechtlichen Vertrag über den Artenschutz, neu verhandelt mit dem Ziel, den Schutz des Wolfes aufzuheben. Zudem soll der Wolf gejagt werden dürfen.

Wie gespalten die Politik beim Reizthema Wolf ist, zeigte sich bereits in der vorberatenden Kommission des Nationalrates. Eine knappe Mehrheit von 11 zu 10 Stimmen bei 2 Enthaltungen empfahl die Standesinitiative zur Annahme.

Initiative wenig zielführend

Kommissionssprecher Franz Ruppen (SVP/VS) argumentierte, die Konflikte mit dem zu zutraulich gewordenen Raubtier müssten gelöst werden. Einzelne Abschüsse und Herdenschutzmassnahmen seien aber kostspielig und würden Wolfsrisse nicht komplett verhindern. Aus diesem Grund brauche es die Standesinitiative.

Silva Semadeni (SP/GR) erklärte vergeblich, die Standesinitiative schiesse über das Ziel hinaus. Diese führe letztlich zur erneuten Ausrottung des Wolfes. Dagegen seien die Vorschläge des Bundesrates mit der Berner Konvention vereinbar, sagte sie.

Bundesrat will Schutz ebenfalls lockern

Der Bundesrat will den Schutz des Wolfes ebenfalls lockern. Er hatte Ende August Vorschläge zu einem neuen Jagdgesetz präsentiert, wonach Behörden die Dezimierung ganzer Bestände von geschützten Tierarten erlauben können. Bislang gilt das nur für einzelne Tiere.

Bedingung ist, dass die Tiere Lebensräume oder die Artenvielfalt bedrohen, Menschen gefährden oder grossen Schaden anrichten, der mit zumutbarem Aufwand nicht abzuwenden ist. Im Gesetzesentwurf ist der Wolf ausdrücklich erwähnt, obwohl er gemäss Berner Konvention zu den streng geschützten Tierarten gehört.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Günther Siebert am 14.09.2016 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolf

    Auch die Politiker sollten nicht mehr geschützt werden. 50 % davon sind überflüssig.

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  • MaPa am 14.09.2016 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder das gleiche

    Unglaublich. Da beginnen sich die Wölfe langsam wieder in unser Land einzusiedeln, nachdem sie alle abgeschossen wurden und jetzt, werden sie gleich wieder abgeschossen. Das ist sinnlos.

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  • Donna M. am 14.09.2016 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natur

    Ich verstehe es nicht. Viele Menschen haben keinen Respekt mehr vor der Natur. Alles was stört muss weg. Mich stören die viel zu vielen Menschen mehr als Wolf, Bär und Co. Vor allem die schiesswütigen Jäger, die es kaum erwarten können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tijana am 19.09.2016 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Wo bleibt unsere Toleranz?

    Lassen wir den Wildtieren ihren natürlichen Lebensraum? Nein. Der Mensch nimmt sich einfach, was er will und nimmt keine Rücksicht auf andere. Ist Abschuss die Lösung? Nein. Wir müssen endlich lernen MIT den Tieren zu leben und da gehört nicht nur Hund, Katze und Maus dazu. Bitte, bitte liebe Mitmenschen, helft doch mit, damit auch die grösseren Raubtiere eine faire Chance auf ein schönes Leben in unserer schönen Schweiz haben. Es gibt so viele Möglichkeiten, der Abschuss ist die herzloseste und billigste von allen. DANKE!

  • Päscu am 15.09.2016 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Früher und Heute kein Vergleich

    Der Wolf wurde früher ausgerottet, weil es immense Schäden bei den Nutztieren gegeben hat. Aber die Situation war komplett anders: fast alle Wildtiere waren ausgerottet, für die Bauern war der Verlust eines Nutztieres dramatisch und entschied über die Existenz ganzer Familien. Heute bedeutet die Präsenz des Wolfes lediglich einen Mehraufwand, welcher übrigens zu einem guten Teil vergütet wird, und evtl. das aufgeben von Regionen, welche zur Nutztierhaltung nun wirklich nicht geeignet sind. Es ist ein Armutszeugnis, wenn sich eine Minderheit in der Bevölkerung nicht der Natur anpassen kann.

  • börni am 15.09.2016 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Argument>>>Zutraulich ??

    Das Argument von Franz Ruppen dass die Wölfe zutraulich geworden sind ist ja wohl der Witz des Monats.

  • Marie-Louise Pinter am 15.09.2016 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    Der Wolf als Leidtragender

    Wieso muss immer das Tier leiden. Wir nehmen ihnen ihren Lebensraum. der Wolf nimmt sich nur das zurück was ihm gehört!!!!

    • Daniel am 15.09.2016 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marie-Louise Pinter

      Wieso muss immer das Tier leiden. Der Wolf nimmt uns unsere Nutztiere. Wir nehmen uns nur zurück was uns gehört.

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  • S.B. am 15.09.2016 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht!

    Wollte eigendlich diesen Herbst wieder im Wallis wandern gehen aber bei all diesen aggressiven, schiesswütigen Wutbürgern werde ich das tunlichst vermeiden!

    • Mo. am 15.09.2016 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.B.

      Schön, dass Sie alle in den selben Topf werfen.

    • S.B. am 15.09.2016 07:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mo.

      Habe nie gesagt dass ALLE so sind! Nur genug um mich vom Wallis fern zu halten...

    • Theo Bernstein am 15.09.2016 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @S.B./Tierschutz für alle

      Habe meine Herbstferien im Wallis gebucht und zwar gerne. Wohne in einer Stadt und das Wallis gefällt mir. Die Bewohner wehren sich zurecht, wenn man ihnen etwas aufzwingen will. Ich habe nichts gegen den Wolf, aber es ist sehr einfach dieses Problem andern anzulasten. Erstellt doch einen Tierpark wo solche Wolfsrudel leben und bewundert werden können. Tierschutz gilt für alle Tiere..

    • S.B. am 15.09.2016 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Theo Bernstein

      Genau, zwingen wir den Wallisern einen Tierpark auf ;-) ein Wolfsrevier geht von winigen Duzend bis 13.000 Quadratkilometer... Ich nehme an sie haben auch eine endsprechend grosse Fläche frei in der Schweiz? Der Wolf lebte vor den Wallisern auf den Alpen und die Menschen zwingen sich der Natur auch einfach auf! Und zerstören sie sogar... Warum hat dann im Bündnerland keiner Probleme mit den Wölfen? Die haben noch viel mehr wie die Walliser!

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