Cannabis-Konsum

08. April 2015 12:12; Akt: 08.04.2015 17:03 Print

Kiffer suchen sich immer öfter Hilfe bei Beratung

Von allen Personen, die 2013 wegen illegaler Drogen eine Suchtberatung aufsuchten, hatte die Hälfte ein Problem mit Cannabis. Dabei handelt es sich meist um junge Männer.

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In der Schweiz suchen viel mehr Menschen wegen Cannabiskonsum eine Suchtberatung auf als noch vor zwanzig Jahren. Gesunken ist im Gegenzug der Anteil jener, die sich wegen Heroin oder anderen Opioiden Hilfe holten.

Von allen Personen, die 2013 wegen illegaler Drogen eine Suchtberatung oder -behandlung aufsuchten, hatte die Hälfte ein Problem mit Cannabis. 1997 waren es erst 5,8 Prozent gewesen. Der Anstieg lasse sich in den ambulanten und stationären Einrichtungen beobachten, teilte Sucht Schweiz am Mittwoch mit.

Die Mehrheit der Cannabis-Konsumenten, die sich Hilfe holen, sind junge Männer. Rund 60 Prozent von ihnen sind unter 20 Jahre alt, wie die Statistik des Monitoring-Netzwerks Act-info zeigt. Über 80 Prozent sind Männer, 85 Prozent haben einen Schweizer Pass.

Jeder Dritte kifft täglich

Rund ein Drittel der Personen, die wegen Cannabis eine Beratung aufsuchen oder eine Behandlung antreten, kifft nach eigenen Aussagen täglich. 20 Prozent geben an, einmal in der Woche oder noch seltener Cannabis zu konsumieren.

Oft lassen sich die Cannabis-Konsumenten nicht freiwillig beraten und behandeln: Fast die Hälfte von ihnen wurde im Zug von gerichtlichen oder administrativen Massnahmen dazu gezwungen. Knapp ein Drittel gab an, wegen der Familie oder wegen Freunden Hilfe geholt zu haben.

Dass mehr Menschen wegen Cannabis bei der Suchthilfe anklopfen, erklärt Sucht Schweiz mit der Zunahme des Cannabis-Konsums unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre.

Weniger Heroinsüchtige in Behandlung

Genau gegenteilig verlief die Entwicklung bei den Opioiden wie Heroin. Da die Zahl der Neukonsumierenden abnahm, sank auch die Zahl jener, die sich wegen Opioiden in Behandlung begaben. 1997 hatten 78 Prozent jener, die wegen illegalen Drogen Hilfe suchten, Opiode als Hauptgrund angegeben; 2013 waren es noch 24 Prozent.

Auch beim Kokain scheint die Spitze überschritten: Der Anteil der Behandlungsanfragen wegen Kokain, der zwischen 1997 (9,4 Prozent) und 2004 (28,4 Prozent), stark zugenommen hatte, nahm ab 2006 wieder ab. 2013 betrug er noch 16,5 Prozent.

Alkohol noch immer grösstes Problem

Die grösste Nachfrage nach Suchtbehandlung oder -beratung besteht in der Schweiz allerdings nach wie vor nicht im Zusammenhang mit illegalen Drogen, sondern mit Alkoholmissbrauch, wie Sucht Schweiz schreibt.

In der Statistik wurden 2013 knapp 8500 Personen, die eine Suchtbehandlung begannen, und rund 7500 Personen, die sie beendeten, berücksichtigt. Finanziert wurde die Statistik vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruce am 08.04.2015 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Suchthilfe wegen Gras?!

    Ich rauche meist einen Joint am Abend, nachdem ich 10 Stunden gearbeitet habe und mich entspannen möchte. Kann aber problemlos aufhören, aber wieso sollte ich? Wer wegen Gras Hilfe beim Aufhören benötigt, hat sicherlich noch diverse andere Probleme. Wer so willensschwach ist, kriegt sonst auch nichts auf die Reihe. Falls die ersten schon am spekulieren sind, ich bin 45, hab 2 Kinder und ein glückliches Leben. Lasst es euch schmecken.

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  • Kif fer am 08.04.2015 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchthilfe

    Da man bereits in die Suchthilfe geschickt wird, wenn man ein einziges Mal mit Cannabis erwischt wird sind diese Zahlen nicht Aussagekräftig sondern zeigen nur, dass Cannabiskonsumenten kriminalisiert werden!

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  • Valentin am 08.04.2015 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Cannabis heilt

    Cannabis hat mir sehr geholfen meine Depressionen und Aggressionsstörungen wegzubekommen mit denen ich seit Kindheit kämpfe. Ich vaporisiere viel und rauche nicht. Das Cannabis hat mir geholfen meine Nerven zu entlasten und mein Leben klarer zu strukturieren. Ein Hilfsmittel, sicher nicht für jeden, wie jedes Medikament.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Xenya am 09.04.2015 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @walter r

    Herr R. als erstes würde ich gerne wissen warum sie so einen Hass gegen Cannabis und die Konsumenten haben? Aber ja zu ihrem Text. Wievielte Tote gibt es durch Drogen wie Heroin, Kokain und Designerdrogen. Im Jahr 1992 war der Höhepunkt mit 492 Toten, 2005 waren es 212 (ohne Alkohol). Bei Alkohol gibt es ca 1500-1600 Tote im Jahr. Das sind täglich ein wenig mehr als vier Tote. Und dan fragen Sie warum die sogenannten Kiffer immer den Alkohol als Gegenargument bringen? Ich denke doch wirklich das die Zahlen für sich sprechen, auch wen die Zahlen leicht abweichen je nach Statistik. Guten Abend.

  • sg am 09.04.2015 13:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jaja

    diese kommentare sind zum teil einfach nur lachhaft. ich kiffe seit 15 jahren. habe meine lehre gamacht, hab eine weiterbildung gemacht und verdienen nun gutes geld. höre immer wider auf, wegen urlaub, schule unw. ok, die ersten paar nächte schlafe ich schlecht ein, aber schaut euch doch mal den alki an, bei seinem enzug, dass sind welten. aussagen wie, mein ex war kiffer und das wahr schlimm, wie es eine dame hier erläutert find ich nur lächerlich. ich glaub , sie hatte ein problem mit kiffen, nicht ihr freund machte orobleme. bin mittlerweile 14 jahre mit meiner freundin zusammen und sie ist heil froh, das ich nicht saufe sondern am abend eins rauche. bin noch immer der gleiche. selbst meine eltern mussten einsehen das die tatsache, das ihr sohn drogen konsumiert, nicht wirklich einen einfluss hatten auf sein leben. es wahr schon amüsant, als es immer hies, dieses und jenes werde ich nicht erreichen,  wenn ich kiffe. selbst zur ausbildung zum gebiergsgrenadier, hies es immer,keiner der drogen nimmt, wird zu dieser ausbildung angenommen. nur, hat der halbe zug gekifft. ich will es ja nicht verharmlosen, denn der konsum von gras kann bei gewissen leuten, psychosen auslösen. ja und auch kiffen mit 16,18 find ich auch nicht  wirklich intelligent. ausserdem ist dieser vergleich im artikel nicht von relewant. das kiffen wir immer mehr publik gemacht. mama und papa fürchen sich auch mehr davon. suchtberatung für minderjährige ist ok aber hört endlich auf, erwachsene zu kriminalisieren. ich bin ein verdammter musterbürger, aber wird am kiffen aufgehängt. weiter so, liebe mitbürger, befürwortet den alk konsum, eine der grössten süchte der schweiz und verteufelt das gras weiter. meiner meinung nach, alles schafe, die nur nach plappern was der staat, das gesetz, die svp ihnen vorgibt. danke

    • Bird am 09.04.2015 20:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn der Nebel benebelt

      Irgendwie ist dir beim Kiffen doch die Gramatik abhanden gekommen. Ein Musterbürger würde das beherrschen.

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  • Sven Glauser am 09.04.2015 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wer zahlt?

    Und wer zahlt diese Beratungen? Genau, wir, die Steuer.- und KK-Zahler. Vielen Dank auch. Liebe Grüsse an die Sozialindustrie. Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

    • Kiffer am 09.04.2015 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Na und?

      Kiffer bezahlen auch kk prämie und steuern. ;-)

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  • MSchi am 09.04.2015 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr gibt's nicht zu sagen

    Cannabistote jährlich in der Schweiz: 0 Alkoholtote jährlich in der Schweiz: 3500

  • peace ond blüemli am 09.04.2015 04:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so what

    ich kiffe seit 15 jahren, bin nun 31ig. in den letzten paar jahren nur noch am wochenende. so what? i hab eine kaderstelle bei einem international tätigem betrieb, bin lehrlingsverantwortlicher und hab mein privatleben im griff. dies an alle moralapostel

    • Weed Head am 09.04.2015 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geht mir ähnlich

      Geht mir genau gleich. Es funktioniert ohne probleme. Aber niemand weiss es das ich kiffe. Sontst hätten sie mich bestimmt auch zu einer beratung gezwungen! Hihi

    • Ivan Der Schreckliche am 09.04.2015 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kiffer 1, Alkoholiker und Antikiffer 0

      Ich kiffe seit 25 Jahren, bin nun 41ig. kiffe immer täglich nach dem Nachtessen und es geht mir bestens. Ich habe eine Top-Stelle und verdiene genug um meine Frau und meine zwei Kinder 2x im Jahr in den Ferien zu bringen. Am Meer oder auf den Bergen Skifahren. Habe mein eigenes Haus, eine Ferienhütte, 2Autos und ein Motorrad und zahle regelmässig meine Steuern (und noch recht viel) An alle Moralaposteln und Antikiffer: Macht eure Kreuzfahrt gegen Alkohol und gegen euch selbst! Denn der macht Familien und Beziehungen kaputt! Denn ihr seit für den heutigen Drogendschungel verantwortlich!

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