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Sorgenbarometer
03. April 2012 21:37; Akt: 13.02.2013 13:19 Print
Schweizer drücken (fast) keine Sorgen
von Hans Peter Arnold - Die Schweizer sind so glücklich wie schon lange nicht mehr. Noch vor einem Jahr belastete die Euro-Krise die Stimmung. Jetzt sank das Sorgenbarometer um neun Prozent.

Die Schweizer freuen sich auf einen sorgenfreien Sommer. (Bild: colourbox)
Wir haben es gut: So sorglos wie in den ersten drei Monaten dieses Jahres waren die Schweizer seit sieben Jahren nicht mehr. Und innert Jahresfrist sank unser Sorgenbarometer um neun Prozent. Vor einem Jahr hatten wir uns noch vor einem Börsencrash im Nachgang der Tsunami-Katastrophe in Japan gefürchtet. Danach hielt uns die Euro-Krise fest im Griff.
Das Sorgen-BarometerDas Sorgenbarometer von 4TREND & 20 Minuten misst sämtliche Google-Suchanfragen der Internetnutzer nach Schlüsselwörtern wie Rezession, Arbeitslosigkeit, Inflation, Deflation und
diverse Börsenindizes. Gemessen wird auch das Interesse der Internetnutzer nach Themen der Sicherheit bzw. Gefahren: Kriminalität,
Gewalt und Altersvorsorge. Gegen 200 Begriffe werden analysiert. Das Suchverhalten zeigt, was die Menschen beschäftigt. Die gesuchten Begriffe werden in ein Verhältnis zu allen übrigen Anfragen gesetzt. Somit führen veränderte Nutzungsintensitäten zu keinen Verzerrungen. Die Erhebung basiert auf dem Analyseinstrument Google Trend.
Deshalb stieg im vergangenen August das Fieberthermometer, das auf Google-Suchanfragen basiert, auf ein Mehrjahreshoch. Kurzfristig verdüsterte sich der Ausblick auch auf dem Arbeitsmarkt. Ende Jahr hellten sich jedoch Konjunkturhimmel und Konsumstimmung wieder auf. Und jetzt warten die Schweizer auf einen sorgenfreien Sommer.
Auch andere Indikatoren zeigen Erholung
Nicht nur die aktuelle Entwicklung des Sorgenbarometers stimmt zuversichtlich: Seit 2006 haben die Sorgen der Schweizer um 14 Prozent abgenommen. Global stieg das Sorgenbarometer aber in derselben Zeitspanne um 5 Prozent. Andere Stimmungsindikatoren präsentieren sich ebenfalls rosig für die Schweiz: Die Januar-Umfrage zur Konsumentenstimmung des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) zeigte gegenüber Oktober 2011 eine Erholung an. Es ist zu erwarten, dass die April-Umfrage eine weitere erheblich verbesserte Stimmung zeigt.
Auch der Konsum hat positiv überrascht
Die Konsumlaune hält an. Deshalb rechnet die Konjunkturforschungsstelle Kof in diesem Jahr mit einem Wachstum der privaten Konsumausgaben um 1,7 Prozent. Kof-Leiter Jan Egbert Sturm kommentiert: «Der Konsum hat zu Jahresbeginn positiv überrascht.» Im Dezember war die Kof von einem Wachstum des Privatkonsums von bloss 1,1 Prozent ausgegangen.
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Keine Sorgen?
Bevölkerungswachstum, stark steigende (Neu-)Mieten und Krankenkassenprämien, wachsender Druck auf dem Arbeitsmarkt, Infrastruktur, die an ihre Grenzen stösst - überfüllte Strassen und ÖV -, drohende Stromengpässe, steigende Staatsverschuldung, ungelöste Probleme bei AHV und Pensionskassen,... Es gibt wahrlich genügend Dinge, über die man sich Sorgen machen kann.
Ablenkungsmanöver
Das ist ja wieder eine sehr aussagekräftige Statistik. Von was will die Mainstreampresse wohl damit ablenken ?
Ganz ehrlich
Meine Sorge ist unter anderem, dass mein kleiner Sparstrumpf bei einer erneuten Krise wegen gekürzten Arbeitslosengelder und erhöhten Lebenskosten vernichtet wird. Mein wenig Geld abziehen und zuhause zu horten scheint der nächste logische Schritt zu sein, um dieses Problem zu lösen. Nicht ganz legal, aber durchaus ethisch vertretbar.