Neue 50er-Note

13. Januar 2016 19:03; Akt: 13.01.2016 19:03 Print

«Schön, stimmig – aber einfach zu fälschen»

Im April werden die neuen 50-Franken-Noten in Umlauf gebracht. Ein Geldfälscher zweifelt bereits jetzt an ihrer Sicherheit.

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Am 6. April präsentiert die Schweizerische Nationalbank die neue 50-Franken-Note, die danach in Umlauf gebracht wird. Bis 2019 sollen auch die anderen Geldnoten ersetzt werden. Zwar gelten die aktuellen Banknoten als äusserst sicher – 16 Sicherheitsmerkmale sollen Fälscher daran hindern, Blüten anzufertigen. So sind laut Bund kaum Fälschungen im Umlauf.

Dennoch warnt einer der bekanntesten Geldfälscher, Hans-Jürgen Kuhl, im Interview mit der «Aargauer Zeitung» vor Sicherheitslücken. Speziell die Grösse des silbernen Hologramms auf den neuen Noten bemängelt er: «Es ist bloss etwa 1,5 Zentimeter gross, das ist lächerlich. Damit macht man es den Fälschern einfach.» Die Schweizerische Nationalbank wollte dazu auf Anfrage keine Stellung nehmen.

«Das ist Quatsch»

Kuhl wird auch als «Warhol der Geldfälscher» bezeichnet. Er hatte angefangen, 16,5 Millionen Dollar in 100er-Noten zu fälschen, wurde im Jahr 2007 aber verhaftet. Heute arbeitet er wieder als Grafiker. Welche neuen Sicherheitsmerkmale die neuen Banknoten aufweisen werden, verrät die Schweizerische Nationalbank noch nicht.

Kuhl sagt: «Diese will man erst im letzten Moment preisgeben, um es Fälschern schwerzumachen. Das ist Quatsch. Niemand wird je versuchen, eine Note zu fälschen, bevor er sie in der Hand hält.» Die Entwürfe für die neuen Geldscheine gefallen ihm überhaupt nicht: «Die sind ja so was von langweilig. Die kalten Farben liegen gar nicht im Trend», sagt er der «Aargauer Zeitung».

Besser gefallen Kuhl die aktuellen Scheine. Es seien im internationalen Vergleich die schönsten, die er kenne. «Grafisch gut gemacht, farblich stimmig komponiert, mit allen notwendigen Sicherheitsmerkmalen.»

Fälscher konzentrierten sich auf Fünfliber

Nur: Fälschen könne man mit entsprechendem Aufwand jede Banknote der Welt. Doch auch Kuhl sagt, dass für Geldfälscher der Schweizer Markt zu klein sei. «Es ist genauso aufwendig wie bei Dollar oder Euro, aber die kann man in viel mehr Ländern unterbringen.»

Im Jahr 2014 registrierte das Bundesamt für Polizei 16'654 Fälschungen mit einem Nominalwert von 420'447 Franken. 14'000 dieser Fälschungen betrafen aber keine Banknoten, sondern Fünfliber. 2013 weist die Falschgeldstatistik 5933 Fälschungen mit einem Nominalwert von 519'216 Franken aus.

(num)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fredi Moser am 13.01.2016 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fälscher Schicksal

    Habe 20er-Noten gefälscht. Das Stück kam mir dabei in der Herstellung auf Fr. 25.00. Da habe ich es halt mit 30er-Noten probiert. Die wollte niemand, bis auf einmal. Da bekam ich zwei 15er-Noten dafür.

    einklappen einklappen
  • Schweizer am 13.01.2016 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    Und immer noch, weil der Entwurd nicht neu ist, frage ich mich: Was hat sich die Designerin bei diesen Banknoten überlegt? Oder anders gefragt: Was haben diese Banknoten mit der Schweiz zu tun?

    einklappen einklappen
  • Susi am 13.01.2016 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pragmatisch

    Alles was Menschen produzieren, kann meistens von Menschen nachgemacht werden, ist und war immer so, was ist heute überhaupt noch sicher? Rein gar nichts mehr, außer der Tod

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wasgeht Siedasan am 15.01.2016 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Ich weiss nicht was ich mir dabei denken sollte, aber das Design find ich zu simple. Die alten Noten hatten Emotionen in sich. Zu jeder kann ich eine Geschichte erzählen.

  • Josef am 15.01.2016 11:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache

    Dann kann ich mir ja die Lohnerhöhung kopieren. :-D

  • T.s am 14.01.2016 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ??

    Ich fand die alten Noten viel schöner. Wieso NEUE wen sie besser zu fälschen sind?

  • SebinaSG am 14.01.2016 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neues geld?=verschwendung

    wieso nicht investieren wenn man investieren kann... verschwendung pur.

  • Wallis am 14.01.2016 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die alten behalten,

    sind viel schöner. Diese neuen Noten sind Ranz.