Atomausstieg

29. Mai 2011 22:39; Akt: 29.05.2011 21:45 Print

Keine Stromlücke dank der GletscherschmelzeKeine Stromlücke dank der Gletscherschmelze

Das Volk steht hinter dem Entscheid des Bundesrates, und auch im Nationalrat schafft er eine knappe Mehrheit. Eine Stromlücke decken könnten etwa die schmelzenden Gletscher.

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Stausee Lac d’Emosson: Genug Strom dank neuen Gletscherseen. (key)

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Allen Unsicherheiten zum Trotz: Inzwischen unterstützen 80 Prozent der Schweizer die Strategie, die AKWs am Ende ihrer Laufzeit nicht zu er­setzen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der «SonntagsZeitung». Sogar bei SVP-Anhängern findet ein Ausstieg laut Umfrage eine Mehrheit. 64 Prozent der Befragten nehmen für den Ausstieg auch eine Strompreiserhöhung von 15 Prozent in Kauf.

Im Nationalrat zeichnet sich ebenfalls eine Mehrheit ab, die die Pläne des Bundesrates unterstützt: 99 sprechen sich heute für einen Ausstieg aus, 96 dagegen, so ein wei­teres Umfrageresultat von der «SonntagsZeitung».

Die Stromkonzerne wollen den Ausstieg nicht einfach hinnehmen: Alpiq-Chef Giovanni Leonardi etwa sagt, dass die Schweiz acht neue Gaskraftwerke brauche, um den Strombedarf zu decken. «An unseren CO2-Zielen könnten wir so aber nicht mehr fest­halten», so Leonardi. Eine Stromlücke mit erneuerbaren Energien zu decken, wie dies der Bundesrat wolle, sei in-des «völlig unrealistisch». Eine Studie des Glaziologen Wilfried Haeberli von der ­Universität Zürich zeigt hingegen, dass im Alpenraum wegen der Gletscherschmelze eine ganze Reihe neuer ­grosser Seen entstehen wird. Diese 40 Gletscherseen könnten als Stauseen Strom erzeugen.