Expansion in die Schweiz

21. August 2017 12:33; Akt: 21.08.2017 16:38 Print

Dänischer Velo-Verleih will oBike angreifen

von Stefan Ehrbar - Der Markt der Leih-Velos erhält Zuwachs: Donkey Republic aus Dänemark will die Konkurrenz mit E-Bikes und Cargo-Velos übertrumpfen.

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Der Kampf der Velo-Verleiher wird immer härter geführt. Insbesondere der Anbieter oBike aus Singapur sorgt für Aufsehen. Er hat vor kurzem hunderte Velos in der Region Zürich verteilt, die per App gemietet und bezahlt und flexibel abgestellt werden können. Die Firma startet demnächst auch in Luzern. Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert der Zürcher E-Bike-Anbieter Smide. Die Städte Bern und Zürich wiederum wollen ein eigenes Verleihsystem mit 2400 respektive 2250 Velos etablieren. Betrieben werden sollen beide von der Postauto-Tochter Publibike.

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Wie 20 Minuten weiss, drängt nun ein weiterer Anbieter aus dem Mutterland des Velo-Verkehrs in die Schweiz. Das dänische Start-Up Donkey Republic will hierzulande expandieren, wie Sprecherin Sabina Fratila bestätigt. Seit kurzem bietet die Firma an der ETH Lausanne Cargo-Bikes für Studenten an.

Vermietung per App

Dieser Pilotversuch ist nur der Anfang. «Wir haben verschiedene Schweizer Städte in der Pipeline», sagt Fratila. Der Markeintritt sei nächstes Jahr geplant. Donkey Republic führe bereits mit mehreren potentiellen Schweizer Partnern Gespräche. Als erstes werde die Firma wahrscheinlich in Zürich und Genf starten. Dort sollen E-Bikes vermietet werden.

Der Verleih von Donkey Republic funktioniert über eine App, mit der das nächstgelegene Velo lokalisiert wird. Nach der Zahlung in der App kann es freigeschaltet werden. In manchen Städten können die Velos innerhalb eines bestimmten Radius flexibel an verschiedenen Stellen zurückgegeben werden, andernfalls müssen die Velos wieder zum selben Ort zurückgebracht werden.

«Nachhaltige Lösung für die Städte»

Im Gegensatz zu anderen Verleihern besitzt Donkey Republic die Velos nicht selbst. Die Gründungsidee der Firma war, private Velos anderen zur Verfügung zu stellen. Mittlerweile werden die Velos von lokalen Partnern wie Velohändlern, die auch bei der Preisgestaltung mitreden dürfen, zur Verfügung gestellt. So kostet die Miete eines Velos für einen Tag in Berlin durchschnittlich 10 Euro, in Barcelona 12 Euro und in Wien 14 Euro. An jeder Abholstelle sollten Partner etwa 5 bis 10 Velos zur Verfügung stellen. In einzelnen Städten gibt es mehrere Partner.

Um Ärger mit Behörden zu vermeiden, wie ihn etwa oBike in Uster und Zürich erfahren musste, will Donkey Republic mit den Stadtregierungen zusammenarbeiten. Die Firma werde eine «nachhaltige Lösung suchen, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Städte angepasst ist», sagt Sprecherin Sabina Fratila. Donkey Republic werde sicherstellen, dass das eigene Geschäft den lokalen Regulierungen und Gesetzen entspreche.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pascal am 21.08.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tolles Bild

    Ein Velo auf dem Trottoir - das wiederspiegelt die Realität der Strasse.

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  • Claudia am 21.08.2017 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    STOP diesen Firmen!

    Wir Automobilisten müssen teure Gebühren für das Parkieren bezahlen. Ebenso alle Marktleute die öffentlichen Grund beanspruchen. Solchen Radverleihfirmen darf keine unbewilligte Gratisparkierfläche bewilligt werden!

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  • t.wift am 21.08.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Haftet?

    Diese Art Betriebe nutzen öffentlichen Raum für eigene Zwecke. Dahe: Jedes Fahrzeug ist mit einer Zulassungsgebühr und einer Steuer zu belegen. Im Zweifelsfall ist der Verleiher 100% haftbar. Damit wird auch ein Versicherungsnachweis. Die Vermiter werden sich ja einen Deut um die Fahrtauglichkeit ihrer Kunden scgeren, daher sind die CEOs mal In die Pflicht zu nehmen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adriana am 22.08.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Zürich ist zu velofreundlich

    Das dürfte dann die Folge der Zürcher Velo-"Strategie" sein. Am liebsten hätten sie ja noch viel mehr Velos auf den Strassen und Trottoiren (!!). Die Fussgänger haben das Nachsehen und die Autofahrer gucken schon lange in die Röhre. Dass sich die Veloverleiher durch solch einer Politik eingeladen fühlen, ist ja wohl logisch.

  • Tobi am 22.08.2017 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mensch und Regeln

    Die Velos werden an den unmöglichen Orten von den Nutzern abgestellt. Und das nur weil man sie nicht belangen kann. Als Grundsatz finde ich die Idee gut, doch leider scheitert es einmal mehr am Mensch der einfach die Regeln nicht einhält und dann tut und lässt was er will, wenn er nicht kontrolliert werden kann. Die Nutzer würden ihr eigenes Velo nie an solch unmöglichen Orten abstellen aus Angst es könnte von der Stadt entfernt werden. Bei diesem Beispiel sieht man einmal mehr, dass es ohne Regeln und Kontrolle nicht funktionieren kann. Auch ich wäre für digitale Nr-Schildern an allen Velos.

  • Dieter am 22.08.2017 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte welt

    Da investiert man viel geld um die städte sauber zu halten und nun müllt man die strassen und plätze mit mietvelos zu von zig anbietern die dann nur wenig genutzt werden aber in riesigen stückzahlen vorhanden sein müssen damit die wenigen nutzer auch ja an jeder ecke so ein teil finden.

  • Velocipedal am 22.08.2017 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Regeln gelten auch für Velofahrer

    Für jedes Velo, ob von Privat oder vom Verleih, muss eine Parkgebühr bezahlt werden. Dies kann in Form einer digitalen Vignette sein. Velos ohne diese werden sofort abgeschleppt - wie Autos - und nur gegen eine saftige Busse freigegeben. Zudem sollten Velos mit digitalen Nummernschildern versehen werden, damit man den Halter mittels App erfassen und so Verstösse gegen Verkehrsregeln melden und ahnden kann.

    • Mani Motz am 22.08.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Velocipedal

      und wo soll das geschehen?

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  • Mani Motz am 22.08.2017 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Verkehrsplaner sagen das doch

    Zürich ist doch eine Velostadt. je mehr desto besser.