Mehr Umweltschutz

12. Juni 2012 13:59; Akt: 12.06.2012 22:41 Print

Nationalrat will Plastiksäcke verbieten

Schluss mit unnötigem Abfall: Der Nationalrat will die kleinen weissen Gratis-Plastiksäcke aus dem Verkehr ziehen. Bundesrätin Leuthard spricht sich gegen ein Verbot aus.

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Kleiner Beitrag für den Umweltschutz: Die Gratissäcke soll es bald nicht mehr geben. (Bild: Keystone)

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Die weissen Wegwerf-Plastiksäcke sollen in der Schweiz verboten werden. Der Nationalrat hat am Dienstag eine Motion von Dominique de BumanDominique
de Buman

CVP, FR
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(CVP/FR) mit 110 zu 73 Stimmen angenommen. Nun muss sich der Ständerat dazu äussern.

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De Buman argumentierte, dass ein Verbot zwar nur ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz wäre. Auch sei die Situation in der Schweiz nicht derart gravierend wie in anderen Ländern. Trotzdem solle die Politik ein Zeichen setzen und sich zu einem besseren Schutz der Ressourcen bekennen.

In Frankreich, wo ein Verbot gelte, seien 90 Prozent der Konsumenten damit zufrieden, sagte de Buman. Achtlos weggeworfene Plastiksäcke seien zudem gefährlich für Fische sowie für Tiere, welche solche Säcke essen würden. Bereits im Jahr 2008 hatte de Buman mit einer Motion ein Verbot von Wegwerf-Säcken verlangt.

Bundesrätin Leuthard gegen Verbot

Bundesrätin Doris Leuthard stellte sich gegen ein Verbot. Sie sagte, dass die durch Plastiksäcke entstehende Umweltbelastung nicht erheblich sei. Ein Verbot wäre nicht verhältnismässig. Die Abfallentsorgung funktioniere in der Schweiz gut und die Kehrichtsverbrennungsanlagen müssten freigesetzte Energie zur Produktion von Wärme und Strom nutzen.

Auch der Ressourcenverbrauch sei relativ klein, sagte Leuthard. Die rund 3000 Tonnen an Plastiksäcken entsprächen nur knapp einem halben Prozent des jährlichen Verbrauchs von rund 850 000 Tonnen Kunststoffen in der Schweiz. Ausserdem habe der Papiersack als Alternative in seiner Ökobilanz nicht nur Pluspunkte. So sei der Wasserverbrauch bei der Papierherstellung hoch.

Greenpeace auch dafür, Detaillisten dagegen

Ökologisch mache ein Verbot durchaus Sinn, heisst es bei Greenpeace: «Plastiksäcke brauchen Hunderte Jahre, bis sie verrotten – man denke nur an den riesigen Plastik-Teppich vor der US-Küste. Und ihre Herstellung belastet die Umwelt», sagt Sprecher Yves Zenger. Für die Detailhändler ist dies hingegen kein Argument: Studien zeigten, dass die Öko-Bilanz der Papier- und der teureren, kompostierbaren Biosäcke erst bei häufigem Gebrauch besser ist. «Aus ökologischer Sicht bringt ein Verbot in der Schweiz keinen Mehrwert», sagt Beat Gerber von der IG Detailhandel. Kommt hinzu: «Werden die Plastik­säcke verboten, müssten wir Gemüse oder Früchte neu verpacken, was ökologisch kaum besser wäre.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K. L. am 12.06.2012 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Recyceln

    Wenn wir die Möglichkeite hätten unsere Kunststoffe (ausser PET Flaschen - da funktioniert es ja) zu recyclen, könnten wir noch viel mehr gewinnen, als mit dem Verbot der kleinen Plastiksäcke. Wenn ich sehe, was ich an Plastikverpackungen jeden Tag in den Güselsack werfe, habe ich ein schlechtes Gewissen. Aber alles kommt 3-Mal in Plastik eingeschweisst daher. Man könnte auch ein komplett neues Konzept für wiederverwertbare (mit Depot) Plastikverpackungen entwickeln. Warum muss denn alles unterschiedlich und in Farbe sein. ein Aufkleber genügt. Wir wollen das Produkt u, nicht die Verpackung!

  • Martina am 12.06.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Verbrauch umbedingt eindämmen

    Verbieten ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber wenn die Dinger was kosten würden (ca 1 Franken) könnte man den sinnlosen Verbrauch sicher einschränken. Dann könnten sich die Leute eine Stofftasche zulegen und die immer mit sich rumtragen... dann steht auch spontanen Einkäufen nichts im Weg. Es ist wirklich eine Frechheit, dass manche Leute pro eingekauften Gegenstand 1 so Tüte brauchen, die sie 5 min später wieder wegwerfen... Plastik ist ein Erdölprodukt, und wie alle wissen gibts nicht mehr unendlich viel davon! Erziehung von Erwachsenen muss leider immer übers Portemonnaie erfolgen

    einklappen einklappen
  • Walter am 12.06.2012 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn die Fähigkeit fehlt,

    sich um echte Probleme zu kümmern, dann suchen sich unsere Politiker wieder so etwas aus.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernesto/Engel, Geschäftsführer KVS am 14.06.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Verbot von Wegwerf-Plasticsäcken? - Nein

    Nur mit der Wiederholung von Anliegen, werden sie auch nicht besser! Herr de Buman sollte sich um sinnvolle Gesetzgebung kümmern! In der Schweiz werden über 99% der Kunststoffabfälle verwertet (Recycling oder thermische Verwertung in KVA). Plasticsäcke aus der Schweiz belasten die Umwelt nicht, sie landen nicht im Meer und gefährden keine Tiere. Den sinnvollen Einsatz von Plasticsäcken sollen Detailhandel und Konsumenten selber regeln!

  • hanspeter müller am 12.06.2012 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verbotsstaat

    Typisch Nationalrat. Immer alles verbieten und selber jeden Tag in die grosse Karre sitzen.

  • Mirko am 12.06.2012 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wie die EU so die unser BR

    Ich erinnere euch, die Idee stammt ursprünglich aus der EU. Ist unser BR überhaupt fähig sich etwas selber auszudenken oder muss er nur kopieren? Ich bin gegen diese Idee. Schliesslich sollte man dem kleinen Kind nicht den Lolli aus der Hand nehmen sondern ihn so erziehen, dass er von selber keinen Lolli nimmt. Aber darauf kommt kein BR.

  • Paula F. am 12.06.2012 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Extramüll Plastik

    Es wäre wohl an der Zeit Plastik separat zu Entsorgen, so wie es die Deutschen tun. Der ganze Verpackungsmüll von Fleisch, Gemüse und Früchte macht ein grösseres Volumen als die Plastiksäckli.

  • Gerd am 12.06.2012 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Schon lange überfällig

    Plastik sollte schon lange nicht mehr erlaubt sein. Wir wissen seit langem, wie schädlich der Stoff ist und wie viele tausende Jahre es benötigt, ihn zu zersetzen. Ich kann nicht verstehen, weshalb man sich über Velohelmpflicht streitet, wenn ein so gravierendes Problem doch nötiger zu lösen wäre.

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