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Didier Burkhalter
10. Oktober 2012 11:15; Akt: 10.10.2012 15:06 Print
«Die Todesstrafe macht die Welt nicht besser»
Rund 50 Länder weltweit wenden die Todesstrafe noch an. Zum Internationalen Tag gegen die Todesstrafe appelliert Didier Burkhalter zusammen mit den Nachbarländern der Schweiz, diese abzuschaffen.
Bundesrat Didier Burkhalter und die Aussenminister der fünf Nachbarländer der Schweiz haben aus Anlass des 10. Welttags gegen die Todesstrafe den Willen bekräftigt, sich für deren Abschaffung einzusetzen. Die Todesstrafe mache die Welt nicht besser, sagte Burkhalter.
Infografik Todesstrafe in den USA 2011 mindestens 680 Menschen exekutiertDie Zahl der Hinrichtungen hat im vergangenen Jahr zugenommen. Weltweit sei an mindestens 680 Menschen die Todesstrafe vollstreckt worden, berichtete Amnesty International am Mittwoch in Berlin.
Das seien 153 mehr als im Jahr zuvor gewesen. Dazu kommen nach Schätzungen der Menschenrechtsorganisation mehrere tausend Exekutionen in China, das die Zahlen geheim hält. Die Zahlen wurden anlässlich des Welttags gegen die Todesstrafe veröffentlicht.
In 58 Ländern der Welt werden nach Angaben der Organisation noch Todesurteile vollstreckt, die meisten in Iran, Irak, den USA, Saudi- Arabien und Jemen. Die Zahl der Staaten hat in den vergangenen zehn Jahren abgenommen, 17 haben die Todesstrafe abgeschafft.
«Eine wachsende Zahl von Ländern lehnt die vorsätzliche Tötung durch den Staat ab und unser Ziel einer Welt ohne Todesstrafe rückt damit immer näher», sagte Amnesty-Experte Oliver Hendrich. (sda)
In rund 50 Ländern wird heute die Todesstrafe noch angewandt. Über 130 Staaten haben sie abgeschafft oder ein Moratorium beschlossen. Diese Zahl sei ermutigend, schrieb das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwoch. Sie beweise, dass die bisherigen Initiativen und Bemühungen Früchte tragen.
«Doch wir sind noch nicht am Ziel und wir müssen unser Engagement deshalb zusätzlich verstärken. Solange die Todesstrafe existiert, werden wir weiterhin dagegen kämpfen. Die Vorstellung, im Namen der Gerechtigkeit zu töten, widerspricht den Grundwerten, für die unsere Länder einstehen», erklären die Aussenminister in ihrem gemeinsamen Aufruf.
Appell in mehreren Zeitungen
Der Appell erschien auf Initiative der Schweiz am Mittwoch in verschiedenen schweizerischen und europäischen Zeitungen. Neben EDA-Chef Didier Burkhalter unterzeichneten die Aussenminister Deutschlands, Guido Westerwelle, Frankreichs, Laurent Fabius, Liechtensteins, Aurelia Frick, Österreichs, Michael Spindelegger, und Italiens, Giulio Terzi, den Text.
«Die Todesstrafe macht die Welt nicht besser», sagte Bundesrat Burkhalter in einem Interview mit der Westschweizer Tageszeitung «La Liberté» vom Mittwoch. Und sie erhöhe die Sicherheit in einer Gesellschaft nicht. Der Kampf für die Abschaffung der Todesstrafe gehöre zu den obersten Prioritäten in der Schweizer Menschenrechtspolitik.
In Europa ist Weissrussland das einzige Land, das die Todesstrafe heute noch anwendet. Frankreich hat diese erst 1981 abgeschafft. In der Schweiz wurde die letzte Hinrichtung im Jahr 1940 vollzogen. Unter jenen Ländern, welche die Todesstrafe kennen, befinden sich drei grosse Demokratien: die USA, Indien und Japan.
(sda)

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