Atomdebatte

17. Oktober 2012 11:29; Akt: 17.10.2012 13:14 Print

142 Millionen mehr für die Energieforschung

Der Bundesrat will mit weiteren Millionen die Energiewende unterstützen. Insgesamt will er über 200 Millionen Franken in die Forschung stecken.

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Zur Unterstützung der Energiewende will der Bundesrat bis 2016 zusätzliche 142 Millionen Franken in die Energieforschung stecken. Die Mittel sollen unter anderem rund 30 neue Forschungsgruppen zur Energieeffizienz und zum Thema erneuerbare Energie finanzieren.

Ohne eine bessere Energieeffizienz und stärkere Nutzung erneuerbarer Energien lässt sich der Ausstieg aus der Atomenergie nicht bewältigen. Daher stellt der Bundesrat der Energiestrategie 2050 einen Aktionsplan «Koordinierte Energieforschung» zur Seite, wie das Innen- (EDI) und das Volkswirtschaftsdepartement (EVD) am Mittwoch mitteilten.

Insgesamt will der Bundesrat 202 Millionen Franken zusätzlich in die Energieforschung investieren. Neu beantragt der Bundesrat einen Kredit von 142 Millionen Franken. Die restlichen 60 Millionen Franken sollen aus dem ETH-Kredit umgewidmet werden.

Mit den bereits bestehenden Mitteln stehen damit in den Jahren 2013 bis 2016 spezifisch für die Energieforschung 746 Millionen Franken zur Verfügung. Im Betrag nicht enthalten sind die Gelder, welche Universitäten und Fachhochschulen für die Energieforschung ausgeben. Diese Mittel sind nicht zweckgebunden.

Kompetenzzentren als Kernstück

Der bundesrätliche Aktionsplan sieht die Bildung sieben neuer Kompetenzzentren in Kerngebieten der Energieforschung vor. In diesen sollen verschiedene Organisationen - unter Beteiligung von Unternehmen - zu Themen wie Energieeffizienz, Energiesystemen, Strombereitstellung oder -speicherung ihre Forschung koordinieren.

Im Rahmen des Förderprogramms Energie können sich Kompetenzzentren und Hochschulen bei der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) und dem Nationalfonds (SNF) für Fördergelder für ihre Projekte bewerben. Für die neuen Kompetenzzentren, die der Bund zu maximal 60 Prozent finanziert, und die Projektfördermittel schlägt der Bundesrat einen Kredit von total 118 Millionen Franken vor.

Die KTI soll vor allem auch dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse in Innovationen münden und dass die Privatwirtschaft in die Projekte eingebunden wird.

40 Nachwuchsprofessuren

Mit darüber hinaus beantragten 24 Millionen Franken soll ein SNF- Nachwuchsförderprogramm für die Energieforschung aufgelegt werden. Dieses Geld möchte der Bund bis 2016 für insgesamt zwölf neue Förder- Professuren in der Energieforschung ausgeben.

Das Programm soll dazu beitragen, dass in der Schweiz die nötigen Fachkräfte in der Energieforschung zur Verfügung stehen. Ganz allgemein will der Bundesrat damit aber auch dem Fachkräftemangel im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich entgegenwirken.

Neue Infrastruktur an ETH

Die Fördermittel stellt der Bundesrat in Zusammenhang mit den Krediten zu Bildung, Forschung und Innovation (BFI). Diese erhöhte das Parlament in der Herbstsession im Vergleich zum Bundesrats- Vorschlag. Bei den ETH, die in der Energieforschung führend sind, stockte das Parlament den Kredit um 103 Millionen auf. Eine weitere Erhöhung lehnt der Bundesrat daher ab.

Stattdessen sollen aber aus dem abgesegneten Kredit 60 Millionen Franken in die Energieforschung fliessen. Die ETH sollen mit dem Geld Forschungsinfrastrukturen - beispielsweise Testanlagen - aufbauen und betreiben. Zudem sollen sie neue Forschungsgruppen mit Professuren schaffen und Projekte zur Unterstützung einreichen.

Der Aktionsplan soll auch nach 2016 weiterlaufen. Dafür sieht der Bundesrat in seiner Botschaft vor, dass die Gelder in die ordentliche Finanzierung überführt werden.

An der Erforschung der Kernenergie hält der Bundesrat trotz des Atomausstieges fest. Die Forschung soll sich aber stärker auf Sicherheitsaspekte und den Rückbau der AKW konzentrieren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nrgte am 17.10.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fusionskraft

    Man sollte endlich intensiver in der Fusionskraft forschen. Sollte die Fusionskraft Markttauglich werden, wären eine Menge Probleme gelöst!

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  • Vera Kuster am 17.10.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    Bessere Verwendungsmöglichkeit

    Anstatt mal wieder unzählige Millionen in den Sand zu setzen, könnte man das Geld nehmen und sämtliche Leuchtmittel in allen Regierungsgebäuden, in allen öffentlichen Bereichen und in allen Unternehmen wo der Staat beteiligt ist, gegen LED's austauschen. Der Effekt wäre garantiert grösser und das Stromsparen könnte sofort beginnen und nicht erst wenn man irgendwann dann mal die Ergebnisse der 30 Forschungsgruppen hat. Kurzum: Weniger lafern, mehr liefern...

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  • K. Affentranger am 17.10.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Forschungsgelder wohin, an wen.........

    Ist doch toll auf Staatskosten zu forschen. Wenn's dann zur Umsetzung/Geschäft kommt profitieren doch nur die "Grossen" und deren Lobby.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Silver am 17.10.2012 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    So ein Witz!

    Was gibt es da noch zu forschen? Über Atom-, Kohle und Gaskraftwerke sowie über Solar-, Wind- und Gezeitenanlagen und auch über Fluss- und andere Kraftwerke sind 100'000 Forschungsarbeiten, Analysen usw. geschrieben und publiziert worden. Wohin fliesst das Geld, wie hoch ist der Return? Wer verdient sich da eine goldene Nase, wer wurde über den Tisch gezogen? Da beschäftigen sich gewisse Leute selbst - auf unsere Kosten.

  • Ernst am 17.10.2012 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache entschieden

    Der Bundesrat hat die Energiewende beschlossen. Und nun soll geforscht werden, ob es überhaupt geht.

  • F. Meier am 17.10.2012 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Forschung? Dass ich nicht lache !

    Wieder mal sind verschwinden Gelder für einen undurchsichtigen Zweck. Forschung? Dass ich nicht lache! Der Bundesrat und die verschiedenen Ämter wären gut beraten, wenn sie sich nicht lobbiieren würden. Und... Starkstromleitungen gehören in den Boden! Durch den oberirdisch geführten Strom geht sehr viel Energie davon verloren... kann der Bundesrat rechnen; jetzt wo Strom gespart werden soll?

  • K. Affentranger am 17.10.2012 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Forschungsgelder wohin, an wen.........

    Ist doch toll auf Staatskosten zu forschen. Wenn's dann zur Umsetzung/Geschäft kommt profitieren doch nur die "Grossen" und deren Lobby.

    • hugolino am 17.10.2012 15:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn die Schweiz in die Forschung

      investiert, und etwas nützliches herausgefunden wird, so kann eine Firma gegründet werden. Dies schafft Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und so weiter. Ausserdem könnte die Schweiz eine der grossen Nationen zb. vom Solargeschäft werden. Somit sind solche Forschungsgelder sicherlich besser angelegt, als sie beispielsweise fürs Militär (welches ein bedeutend grösseres Budget hat) zu verschleudern.

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  • Nrgte am 17.10.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fusionskraft

    Man sollte endlich intensiver in der Fusionskraft forschen. Sollte die Fusionskraft Markttauglich werden, wären eine Menge Probleme gelöst!

    • A Einstein am 17.10.2012 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau!!!

      Du hast ja sowas von recht!! Das ist die saubere Lösung, dakönnte sich die Schweiz profilieren.

    • Energiehoheit am 17.10.2012 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      und Thermalenergie..

      Aber recht hat er ;)

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