KOF-Prognose

13. Dezember 2016 14:00; Akt: 13.12.2016 14:42 Print

Gesundheitskosten steigen auf 82,2 Milliarden

Die Ausgaben im Gesundheitsbereich steigen ungebremst weiter. Das zeigt eine Prognose der ETH-Konjunkturforschungsstelle.

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Und wieder zeigt die Kurve nur in eine Richtung: nach oben. Beim Wachstum der Gesundheitsausgaben ist kein Ende in Sicht, wie es in der jüngsten Prognose der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH im Auftrag von Comparis heisst. Die Kostensteigerung fällt in den kommenden Jahren sogar noch stärker aus als im letzten Jahr.

Für 2018 wird ein Kostenanstieg von 3,9 Prozent erwartet. Der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandprodukt steigt damit im Jahr 2018 auf 12,2 Prozent, wie die KOF am Dienstag an einer Medienkonferenz bekannt gab. Insgesamt sollen die Ausgaben im Zeitraum von 2014 bis 2018 laut der Prognose von 71,3 Milliarden Franken auf 82,2 Milliarden Franken steigen, wie Comparis berechnet hat.

5,8 Prozent mehr Prämien drohen

Nach wie vor steigen die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung stärker als der Rest der Gesundheitsausgaben. Die Prämien in der Grundversicherung dürften nächstes Jahr um satte 5,8 Prozent steigen, wie das Vergleichsportal Comparis in einer Mitteilung schreibt.

Ein wichtiger Grund für die Entwicklung ist neben der steigenden Nachfrage die steigende Anzahl älterer Menschen: Sie trägt laut den Forschern zum kontinuierlichen Anstieg der Gesundheitsausgaben bei. Eine Rolle spielt aber auch, wie gut es der Wirtschaft geht: Wenn die Menschen Geld im Portemonnaie haben, können sie mehr medizinische Leistungen beziehen. Ein weiterer Faktor sind die Lohnkosten: Inzwischen arbeiten fast sieben Prozent der Schweizer Beschäftigten im Gesundheitssektor.

Bundesstrategie noch ohne messbare Wirkung

Der Bundesrat strebt mit seiner Strategie Gesundheit 2020 mittel- bis langfristig erhebliche zusätzliche Einsparungen von 20 Prozent an. Im Prognosezeitraum bis Ende 2018 seien die Auswirkungen der geplanten Massnahmen bislang allerdings noch nicht konkret genug, um in der Prognose berücksichtigt zu werden – mit Ausnahme der Senkung Medikamentenpreise, die 2013 in Kraft getreten ist und gemäss Bundesamt für Gesundheit zu Einsparungen von 720 Millionen Franken bis 2015 geführt hat,

Hinzu komme, dass die Revision der ärztlichen Tarifstruktur Tarmed gescheitert sei. Die derzeit aktuelle Tarifstruktur wurde bis Ende 2017 verlängert.

(jbu/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas Müller am 13.12.2016 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder bei diesen Vermittlungsprämi

    Auch kein Wunder wenn die Prämien an Vermittler so hoch sind. Aus meiner Sicht dürften Versicherungen keine Werbung machen und auch keine Prämien an Vermittler aus bezahlen. Dies würde die Versicherungskosten gleich um einige Prozente pro Jahr senken.

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  • mittelmässiger Verdiener am 14.12.2016 10:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer mehr verdient, soll...

    SP meint "Wer mehr verdient, soll mehr Prämien zahlen". Okay, machen wir es doch überall so. Wer mehr verdient, soll mehr für seine Nahrungsmittel, Benzin, Autoversicherung, Krankenkassen, Ferien, ÖV Tickets etc. bezahlen. Machen wir doch alles vom Einkommen abhängig. Spätestens dann werde ich nicht mehr arbeiten!

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  • Marcel am 14.12.2016 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Politik

    Das liegt an unseren Politikern, welche gar kein Interesse haben dies zu ändern. Viele von ihnen Sitzen in Verwaltungs-Räten der Krankenkassen und verdienen daran. Im Moment kann man von diesen sowieso nichts erwarten. Wir hatten noch nie so schlechte Politiker wie in den letzten Jahren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ein schelm am 14.12.2016 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kapitalismus ahoiiii...

    das ist kapitalismus in seiner reinsten form. wenn man eine versicherung von pflicht zu freiwillig ändert, weil man sich lieber noch etwas bereichern will, dann läuft was falsch. unser versicherungssystem im bereich gesundheit wird von vielen anderen ländern bewundert. weil es viel für die bevölkerung gebracht hat. es ist mir schon klar, dass einige leute solche systeme immer ausnutzen werden. aber lieber einige welche es ausnutzen und dafür eine abdeckung für alle. weil einigen anderen hilft dieses system enorm. wenn ihr wissen wollt was passiert wenn die krankenkasse wieder freiwillig wird. werft mal einen blick auf das gesundheitssystem von amerika. ps: john oliver hat dazu einen super beitrag bei lastweektonight.

  • Gorbi am 14.12.2016 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    KK freiwillig

    Keine Provisionen mehr fürs Obligatorium. Comparis und andere Plattformen verbieten. Kosten die KKs Millionen. Den KK Kadern die überdimensionierten Löhne kürzen. Minimalfranchise auf 2000.-- anheben. Leistungen für Therapien, wie Badekuren und andere ferienmässigen Kuren rigoros kürzen. Leistungslimiten einführen. Reiche sollen mehr Prämien zahlen. Wenn alles trotzdem nicht hilft, KK freiwillig machen.

  • Smarties Smiley am 14.12.2016 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ne

    Einheitskasse!!

  • Al Z. am 14.12.2016 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eher Einheitskasse

    Freiwillig soll sie nicht werden, da werden die Kosten noch mehr steigen. Wir hätten dann Zustände wie in den USA vor Obama Care. Eine Krankenkasse würde zu einem unerschwinglichen Luxusgut mutieren. Wer es sich leisten kann, hat Glück, wer nicht, stirbt. Das Thema einer Einheitskasse wird vermutlich wieder interessanter. Die Kosten für Werbung etc. Und vor allem die Finder Fees an die Makler würden stark reduziert. Zusätzlich würde ein Starker Player gegenüber der Pharmaindustrie betr. Medikamentenpreise entstehen.

  • Bardo Jaeger am 14.12.2016 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denken beim Abstimmen !

    Freiwilligkeit beim Abschluss einer Krankenkassenausgleichsversicherung heisst schlussendlich, dass der Steuerzahler die Kosten der Nichtversicherten berappt - der Steuerfuss steigt ! Einheitskasse heisst die Lösung, das Stimmvolk jedoch liess sich von der profitablen Versicherungslobby völlig einlullen vorgängig der Abstimmung, SVP sei Dank !