«Arena/Reporter»

29. Mai 2017 19:34; Akt: 30.05.2017 08:55 Print

«Mit Rigozzi hat SRF einen Coup gelandet»

Christa Rigozzi moderiert eine neue SRF-Politsendung. Politiker begrüssen den Neuzugang, fragen sich aber, ob der Service public Promis braucht.

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«Arena/Reporter»: So heisst die neue Sendung, die «Arena»-Moderator Jonas Projer und Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi zusammen leiten werden. Das Konzept der Sendung sieht vor, dass zuerst ein Dok-Film der Sendung «Reporter» gezeigt und das Thema dann mit Gästen sowie Protagonisten des Films diskutiert wird. Bei Politikern sorgt der prominente Neuzugang bei SRF für positive Reaktionen. «Christa Rigozzi hat bereits als ‹Arena›-Gast eine gute Figur gemacht und kommt beim Publikum sehr gut an», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. BDP-Präsident Martin Landolt, der sich in der Vergangenheit schon als «Arena»-Kritiker zu Wort gemeldet hat, will dem neuen Format eine Chance geben. «Christa Rigozzi hat bei ihren ‹Arena›-Auftritten viel politisches Talent an den Tag gelegt und sich bei komplexen politischen Themen dossierfest gezeigt.» Auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sieht in der neuen Sendung ein «tolles Format, das Fakten liefern und Hintergründe aufzuzeigen kann». Sie begrüsse jede Politsendung, die möglichst viele Zuschauer erreiche und Zusammenhänge beleuchte. Doch es werden auch Zweifel an der neuen Politsendung und deren Besetzung laut. Während SP-Nationalrat Cédric Wermuth den letzten «Arena»-Auftritt von Rigozzi als «lächerlich» bezeichnet hatte («Vorschlag: In der nächsten Sendung moderiert Vujo Gavric»), zielt etwa die Kritik von Rickli nicht auf Rigozzi, sondern auf die Strategie des SRF. Zwar sei SRF durch das Engagement von Rigozzi sicher ein Coup gelungen, so Rickli. Genau dieser «Coup» ist es aber auch, der die SVP-Nationalrätin daran zweifeln lässt, ob es SRF um die Quote oder um den Service public geht. Für Rickli ist klar: «Für den Service public braucht es keine teuren Moderatorinnen.»

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In den «Arena»-Sendungen «Der Kampf um den Gotthard» oder «Sollte die nicht bei den Kindern sein?» wagte sich Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi bereits in die politische Debatte. Jetzt steigt sie gar vom Gast zur Gesprächsleiterin auf: Ab Juni führt sie als Co-Moderatorin mit Jonas Projer durch die neue SRF-Sendung «Arena/Reporter».

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Bei der Erstausstrahlung am 11. Juni begibt sie sich bereits auf ein heisses Pflaster: Wie SRF auf Anfrage mitteilt, behandelt die erste Sendung die umstrittene Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb). Das Konzept der Sendung sieht vor, dass zuerst ein Dok-Film der Sendung «Reporter» gezeigt und das Thema dann mit Gästen sowie Protagonisten des Films diskutiert wird.

«Rigozzi kommt beim Publikum sehr gut an»

Bei Politikern sorgt der prominente Neuzugang bei SRF für positive Reaktionen. «Christa Rigozzi hat bereits als ‹Arena›-Gast eine gute Figur gemacht und kommt beim Publikum sehr gut an», sagt SVP-Nationalrätin Natalie Rickli. Darum zweifelt sie nicht daran, dass Rigozzi das Zeug zur erfolgreichen Moderatorin hat.

Auch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran sieht in der neuen Sendung ein «tolles Format, das Fakten liefern und Hintergründe aufzuzeigen kann». Sie begrüsse jede Politsendung, die möglichst viele Zuschauer erreiche und Zusammenhänge beleuchte. «Bedingung für eine gelungene Debatte ist natürlich, dass der gezeigte Dok-Film qualitativ hochwertig recherchiert ist.»

BDP-Präsident Martin Landolt, der sich in der Vergangenheit schon als «Arena»-Kritiker zu Wort gemeldet hat, will dem neuen Format eine Chance geben. «Christa Rigozzi hat bei ihren ‹Arena›-Auftritten viel politisches Talent an den Tag gelegt und sich bei komplexen politischen Themen dossierfest gezeigt.» Sie habe durchaus das Potenzial, politische Themen verständlich und bürgernah zu vermitteln. «Rigozzi auf ihre Rolle als Ex-Miss Schweiz zu reduzieren, wäre klar verfehlt», sagt Landolt.

Fraglich sei allerdings, ob die neue Sendung einen Gegenpol zum «künstlich provozierten ‹Arena›-Spektakel» vom Freitag bieten könne, wo allzu oft linke oder rechte Exponenten zu Wort kämen.

Rettet Rigozzi die SRF-Politsendungen aus dem Quotentief?

Auch andere äussern Zweifel an der neuen Politsendung und deren Besetzung. Während SP-Nationalrat Cédric Wermuth den letzten «Arena»-Auftritt von Rigozzi als «lächerlich» bezeichnet hatte («Vorschlag: In der nächsten Sendung moderiert Vujo Gavric»), zielt etwa die Kritik von Rickli nicht auf Rigozzi, sondern auf die Strategie des SRF.

Zwar sei SRF durch das Engagement von Rigozzi sicher ein Coup gelungen, so Rickli. Genau dieser «Coup» ist es aber auch, der die SVP-Nationalrätin daran zweifeln lässt, ob es SRF um Quote oder um Service public geht. Für Rickli ist klar: «Für den Service public braucht es keine teuren Moderatorinnen.»

Bestätigen dürfte Rickli die Quotenentwicklung der Polit-Sendung «Arena»: Die letzte Ausgabe erreichte gerade noch einen Marktanteil von 18,2 Prozent, während die Ausgabe mit Rigozzi zur Gotthardröhre im September 2014 eine Traumquote von 27,9 Prozent generierte.

«Rigozzi wurde nicht als ‹Promi› engagiert»

Jonas Projer, Redaktionsleiter der «Arena», kontert: «Christa Rigozzi wurde nicht als ‹Promi› engagiert, sondern wegen ihrer Kompetenz als Moderatorin.» Über Löhne gebe man keine Auskunft. Rigozzi erhalte aber «einen normalen Tagesansatz, vergleichbar mit anderen Redaktorinnen und Redaktoren in der Abteilung Information von SRF», so Projer.

Das Ziel sei, die politische Debatte noch näher an das Publikum und dessen Lebensrealität heranzubringen. «Es ist eine Live-Sendung. Sie setzt darum stark auf die Beteiligung der Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause.» Dies sei neu.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Spirig am 29.05.2017 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schon wieder!

    Hört doch endlich auf mit diesem Schwachsinn. Wann merken denn die SRF-Leute, dass sie wiedereinmal Schiffbruch erleiden werden? Und dann noch mit Rigozzi. Fehlt nur noch, dass Epiney auch noch auftritt...

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  • Andre Schmid am 29.05.2017 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rigozzi

    Noch ein Grund mehr SRF1 zu meiden... furchtbar so was

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  • Käser am 29.05.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    RIP Arena

    Die Arena ist zur Zeit ein Desaster und mit Rigozzi kommt jetzt noch mehr Inkompetenz in Sachen Führung einer Diskussionsrunde. RIP Arena! Ja zu NO Billag!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frau Schlau am 30.05.2017 00:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch so gerne

    Von mir aua kann Rigozzi auch gerne Schawinski ersetzen.

  • Aimy am 29.05.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    etwas Würze in die faden politdiskusionen

    ich freue mich auf christa rigozzi und werde nur schon wegen ihr diese Sendung sehen

  • Snooker am 29.05.2017 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freue mich auf die Sendung

    Gute Idee. Preuer finde ich eh super.

  • Alida am 29.05.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues...

    Nichts gegen die Dame..ist bestimmt intelligent. Aber warum bewerben sich beim schweizer Fernsehen nicht andere..?? Haben wir nur noch ehemalige Schönheitsköniginnen etc?? Neue Gesichter brauch das Fernsehen!

  • Henz Meier am 29.05.2017 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber nicht ...

    Da gibts nur noch eins: NO BILLAG!