Legaler Hanf

14. Juli 2017 05:48; Akt: 14.07.2017 05:48 Print

«CBD-Zigaretten-Raucher schmeisse ich sofort raus»

von David Nägeli/Jennifer Furer - Coop verkauft CBD-Zigaretten. Darf man diese in der Gartenbeiz rauchen? 20 Minuten hat den Test gemacht.

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Von der Schweizer Zigarettenmarke Heimat gibt es neu CBD-Glimmstängel – gemäss dem Hersteller die «erste CBD-Hanf-Zigarette der Welt». Sie werden für 19.90 Franken pro Päckli im Coop verkauft. Die CBD-Hanf-Zigaretten riechen genauso wie «echtes», illegales Gras. Das stellt nicht nur die Polizei vor Herausforderungen, sondern auch die Gastwirte und Service-Angestellten: Wie geht man mit Kunden um, die die legale Hanf-Zigaretten im Fumoir oder in der Gartenbeiz konsumieren? Und: Stören sich die anderen Gäste am penetranten Gras-Duft? 20 Minuten hat den Test gemacht und in Zürcher Cafés und Restaurants CBD geraucht. Unsere Tour beginnen wir bei einem Nobel-Café. Bereits kurz nach dem Anzünden qualmt die Hanf-Zigarette unsere Sitznachbarn mit dem altbekannten Grasduft voll. Sie lachen kurz, sind aber der Meinung, CBD-Zigaretten gehörten nicht in ein öffentliches Café. Die Inhaberin teilt diese Ansicht: «Auch wenn die Zigaretten legal sind – bei uns kommt so was nicht auf den Tisch. Wir werden Gäste beten, CBD-Zigaretten auszumachen, sobald wir den Konsum bemerken». Im nächsten Café reagiert die Barchefin noch etwas härter. Während wir fröhlich qualmen, erkundigt sie sich bei den anderen Gästen, ob sie auch einen komischen Duft riechen. Auf unser CBD wird sie aber nicht aufmerksam, denn: «Ich habe nach einem Joint Ausschau gehalten. Aber diese Zigaretten sehen gleich aus wie die echten», sagt sie. Begeistert ist sie aber nicht: «Der Konsum könnte die anderen Gäste stören. Deswegen werde ich CBD-Konsumenten sofort rausschmeissen!» Zum dritten Test besuchen wir ein etwas weniger schickes Restaurant. Die Tischnachbarn rümpfen kurz die Nase, aber scheinen den Duft nicht unseren Zigaretten zuzuordnen. Der Service-Angestellte tut nichts dergleichen, hat den Duft aber bemerkt, wie er uns verrät: «Solange sich aber keine anderen Gäste beschweren, geht das in Ordnung – grundsätzlich ist das ja nichts Verbotenes. Aber sollte sich jemand beschweren, müsstet ihr ein paar Meter vom Restaurant entfernt rauchen.» Diese Handhabung mit CBD-Zigaretten begrüsst Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich. Er sagt: «Gäste zu verbieten, diese Zigaretten zu rauchen, bringt nichts, weil es ja erlaubt ist.» Dennoch sagt Bachmann, dass er es nicht begrüsst, wenn jemand die CBD-Stängel raucht: «Es geht auch um den Schutz von Jugendlichen, die so legal kiffen können. Das ist nicht fördernswert.» Es liege aber an den Wirten, zu entscheiden, ob CBD-Zigaretten in ihren Betrieben geraucht werden dürfen.

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Coop verkauft neu CBD-Zigaretten des Schweizer Tabakherstellers Heimat. Die legale Gras-Alternative und laut dem Hersteller «erste CBD-Hanf- Zigarette der Welt» riecht genauso wie «echtes», illegales Gras und lässt sich nur mit Labortests vom Original unterscheiden.

Das stellt nicht nur die Polizei vor Herausforderungen, sondern auch die Gastwirte und Service-Angestellten: Wie geht man mit Kunden um, die die legalen Hanf-Zigaretten im Fumoir oder der Gartenbeiz konsumieren? Und: Stören sich die anderen Gäste am penetranten Gras-Duft? 20 Minuten hat den Test gemacht und in Zürcher Cafés und Restaurants CBD-Zigis geraucht.

«Das gehört nicht in ein öffentliches Café»

Unsere Tour beginnen wir bei einem Nobel-Café. Bereits kurz nach dem Anzünden qualmt die Hanf-Zigarette unsere Sitznachbarn mit dem altbekannten Grasduft voll. Sie lachen kurz, sind aber der Meinung, CBD-Zigaretten gehörten nicht in ein öffentliches Café. Die Inhaberin teilt diese Ansicht: «Auch wenn die Zigaretten legal sind – bei uns kommt so was nicht auf den Tisch. Wir werden Gäste bitten, CBD-Zigaretten auszumachen, sobald wir den Konsum bemerken.»

Im nächsten Café reagiert die Barchefin noch etwas härter. Während wir fröhlich qualmen, erkundigt sie sich bei den anderen Gästen, ob sie auch einen komischen Duft riechen würden. Auf unser CBD wird sie aber nicht aufmerksam, denn: «Ich habe nach einem Joint Ausschau gehalten. Aber diese Zigaretten sehen gleich aus wie die gewöhnlichen», sagt sie. Begeistert ist sie aber nicht: «Der Konsum könnte die anderen Gäste stören. Deswegen werde ich CBD-Konsumenten sofort rausschmeissen!»

Keiner erkennt die Quelle des Grasduftes

Für den dritten Test besuchen wir ein etwas weniger schickes Restaurant. Die Tischnachbarn rümpfen kurz die Nase, aber scheinen den Duft nicht unseren Zigaretten zuzuordnen.

Der Service-Angestellte tut nichts dergleichen, hat den Duft aber bemerkt, wie er uns verrät: «Solange sich aber keine anderen Gäste beschweren, geht das in Ordnung – grundsätzlich ist das ja nichts Verbotenes. Aber sollte sich jemand beschweren, müsstet ihr ein paar Meter vom Restaurant entfernt rauchen.»

«Gästen zu verbieten, diese Zigaretten zu rauchen, bringt nichts»

Diese Handhabung der CBD-Zigaretten begrüsst Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich. Er sagt: «Gästen zu verbieten, diese Zigaretten zu rauchen, bringt nichts, weil es ja erlaubt ist.»

Dennoch sagt Bachmann, dass er es nicht begrüsst, wenn jemand die CBD-Glimmstängel raucht: «Es geht auch um den Schutz von Jugendlichen, die so legal kiffen können. Das ist nicht fördernswert.» Es liege aber an den Wirten, zu entscheiden, ob die CBD-Zigaretten in ihren Betrieben geraucht werden dürfen.

Gastro-Betriebe warten ab

Bei den Gastronomie-Betrieben hat man sich bisher noch keine Gedanken darüber gemacht, wie man mit CBD-Hanf-Zigaretten umgehen soll. Björn Müller, Marketingleiter bei Kramer Gastronomie, sagt: «Wir haben noch keine speziellen Weisungen an unsere Betriebe kommuniziert.» Auch ein Verbot stehe noch nicht im Raum. «Vorerst stützen wir uns auf das Gesetz, das diese Zigaretten erlaubt», so Müller.

Auch Hans-Jörg Degen, Sprecher der Bindella-Gruppe, sagt: «Das Thema ist noch neu. Wir warten ab, wie es sich entwickelt.» Der Umgang mit CBD-Hanf-Zigaretten werde aber sicher in nächster Zeit diskutiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cohiba am 14.07.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    aber bitte gleich mit gleich

    Ich hoffe nur dass die Wirte dann auch genau gleich regieren wenn jemand einen "stumpe, chrumme, etc." anzündet, denn DIE stinken genau so grässlich und sind erst noch grösser!

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  • kewi am 14.07.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medizin

    Dieses Cabaret um die CBD Produkte. Jemand sagte mir Coop verkaufe jetzt Drogen. Wenn man nur mal auf den medizinischen Aspekt eingehen würde. Mein Vater konnte dank CBD Oel auf Morfium verzichten und es ging ihm sehr gut damit bei seiner Krebskrankheit....unf das ohne Nebenwirkungen und ohne Beeinträchtigung des Bewusstseins? Klärt die Leute bitte mal richtig auf...oder bitte Leute googelt mal über CBD und für was es alles helfen kann. Überlegt auch mal warum es immer runtergemacht wird. Die Pharmaindustrie hat kein Interesse an etwas das man nicht patentieren kann.

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  • Airphil am 14.07.2017 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nötig.

    Habe nichts gegen Hanf, aber brauche den Geruch jetzt auch nicht immer um die Nase.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sasasa am 14.07.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    die cbd zigarette hat nicht die gleiche altersbeschränkung wie die anderen zigaretten. man erhält sie erst ab 18. klar sagt man da dann auch von wegen jugendliche kommen sowiso an diese zigaretten, die kontrollen werden sowiso nicht richtig durchgeführt, usw... ich finde den preis wahnsinnig... jedoch konnte ich es nicht lassen mir auch solch ein päckli zu ergattern. da die nachfrage sowiso sehr hoch ist, sind sie schon nach ein paar tagen nicht mehr lieferbar

  • Kurdt Kobain am 14.07.2017 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Alk geht immer

    Hauptsache keine CBD Ziggis da sie schlechten Einfluss auf Jugendliche haben könnten... Aber im gleichen Augenblick sicher den Jungen Alkohol ausschenken.. Ach ich vergass, ist ja Tradition und Legal

  • Mario am 14.07.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne CBD

    Das Zeugs ist nur dazu da den Konsumenten fas Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich hab selber CBD geraucht, bekam einen starken Koofdruck und ich stinkte nach Gras. Mehr war nichts! Nicht besser schlafen nicht wacher nicht müder sogar normaler Appetit. Für mich ist dieser Hype eine lüge an das Volk

  • Pater Fex am 14.07.2017 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    Das geht schnell zu Ende

    Tja, da nützt einer eine Gesetzes- und Marktlücke und die Gesellschaft darfs ausbaden. Aber keine Sorge: In einem Jahr ist das Thema Geschichte, denn wer will schon 20 Franken für eine Packung mit Tabak und ein bisschen Grünzeug bezahlen?

  • Smoking ace am 14.07.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Barca als vorbild

    Ich bon selber konsument, und das nicht mal vom cbd. Aber ich verstehe jeden der sich über den intensiven geruch beschwert und bei einer legalisation des echten stoffes würde ich deshalb auch unter anderem zum schutz von jugendlichen es in der öffentlichkeit verbieten und spezielle clubs/koffeshops als alternative vorschlagen. So kommen sich kiffer nd nicht kiffer nicht in die quere und beide sind glücklich.