Webbarometer

24. Januar 2014 21:28; Akt: 24.01.2014 21:29 Print

Schon Sechsjährige stellen ihre Bilder ins Internet

von Vroni Fehlmann - Junge Schweizer gehen eifrig ins Internet – und schon Kinder geben dort unbedarft persönliche Daten preis. Die Eltern kontrollieren sie dabei kaum, zeigt eine Umfrage.

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80 Prozent der 6- bis 12-Jährigen besitzt mittlerweile ein Smartphone oder ein ähnliches Gerät. (Bild: Colourbox)

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Chatten mit Whatsapp ist in der Schweiz die Online-Beschäftigung schlechthin. Zumindest bei den 13- bis 20-Jährigen. Die jüngeren Schweizer stehen eher auf Youtube-Videos. Das zeigt das Webbarometer, das die Zürcher Non-Profit-Organisation Switch veröffentlicht hat. Insgesamt haben die Studienautoren 510 Schweizer Schüler im Alter von sechs bis 20 Jahren zu ihrem Internetverhalten befragt.

Dabei zeigen sich markante Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. So besassen 2012 erst 61 Prozent der 6- bis 12-Jährigen ein Smartphone oder ein Tablet. Aktuell haben bereits 79 Prozent ein internetfähiges Gerät. Und damit darf die Mehrheit von ihnen ohne konkrete Erlaubnis der Eltern surfen. 45 Prozent der jüngsten Befragten gaben an, sie dürfen jeden Inhalt teilen, den sie wollen.

Private Daten ins Netz zu stellen ist cool

Immerhin haben fast drei Viertel der jungen Befragten das Gefühl, über das Internet Bescheid zu wissen. Bei den 13- bis 20-Jährigen sind gar 90 Prozent davon überzeugt, sich im World Wide Web auszukennen. Trotzdem wünscht sich knapp die Hälfte der jüngsten Befragten, dass in der Schule Lernkurse über die Nutzung von sozialen Netzwerken wie Facebook angeboten würden. Von den älteren Befragten wünschen sich 40 Prozent einen solchen Unterricht.

Eine Lektion in Sachen Internetauftritt würde sich vielleicht auch auf die Art auswirken, wie sich die Jungen im Internet präsentieren. Im vergangenen Jahr waren 80 Prozent der Befragten ab 13 Jahren im Netz mit ihrem richtigen Namen und einem Selbstporträt zu finden – frei zugänglich für jeden. Meist sind auch Geburtsdatum, Hobbys und Beziehungsstatus für die ganze digitale Welt ersichtlich. Es sei halt cool, war die Begründung vieler der befragten Schüler.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike S. am 25.01.2014 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu jung

    6-12 Jahre alte Kinder brauchen keine Natel oder gar ein Smartphone. Sie sind zu jung dafür und können auch nicht selbst für es aufkommen.

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  • John Basler am 25.01.2014 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    ....Eltern ?

    Wenn ich lese das 6jährige Kinder Handys mit Internet besitzen , denke ich mir das viele der heutigen Eltern besser die Finger vom Kinder kriegen gelassen hätten , unverantwortungslos und gleichgültig Stellen diese Kinder auf die Welt und wenn es da ist , ist jede Unterhaltung zu viel ! Wenn durch das Net die falschen Fotos von ihrem Sprössling in den Umlauf kommen ist das Geheule riesig Gross und die böse Welt ist schuld!

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  • d.m. am 25.01.2014 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider wahr...

    Ich (30) gehöre wohl definitiv irgendwie in die Steinzeit. Leider muss ich was in diesem Artikel steht tagtäglich miterleben. Durch meine Arbeit sehe ich oft in den Alltag von Familien. Letzte Woche, Familie mit 3 Mädels (3,6 und8). Im Kinderzimmer nicht ein Spielzeug zu sehen, keine Puppe, kkein Malzeugs, nichts. Nur Tv, dvd player, Schrank und drei Betten. Ordnung perfekt! Die Grossen zwei waren tagsüber aus dem Haus, die kleine von 8 bis 16 Uhr mit Smartphone in der Hand vor dem Tv. Ihr versuch mit Mamas Schirm ein Spiel zu beginnen wurde sofort unterbrochen. Sowas macht mich einfach nur traurig! Wenn ich mich dann mal bei Facebook einloge, sehe ich nur Fotos von Ultraschallbildern und Fotosammlungen vom Nachwuchs wie man sie bei mir nur im Regal meiner Oma findet. Wenn dann diese Kids ab 6 selbst ihre Fotos hochladen, ist definitiv das ganze Leben im Netz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • User am 25.01.2014 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Stichwort Medienkompetenz

    mit allem Drum und Dran wird immer wichtiger. Für Eltern, Pädagogen, Jugendliche und Erwachsene. Für Kids bis ca. 12 Jahre und falls Eltern (Vorbild) selber dauernd am Smartphone oder Tablet hangen, ein schwieriges Thema. Trotzdem sollten Eltern möglichst früh damit beginnen und auf Gefahren, Möglichkeiten samt Grenzen (auch zeitlichen und bewusst gesetzten) hinweisen. Im Netz finden sich zum Stichwort Medienkompetenz, Umgang mit digitalen Gadgets etc. nützliche Links. In den Schulen ist Medienkompetenz auf dem Stundenplan.

  • Realist am 25.01.2014 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apps für Kleinkinder

    Es ist traurig dass jetzt schon so kleine kinder an den smartphones hängen, ABER noch viel trauriger ist es dass überhaupt so eine junge altersgruppe angesteuert wird.

  • mimi am 25.01.2014 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pimp my world

    es ist sache der eltern zu kontrollieren und überwachen!!!! aber wenn die eltern keine zeit haben für ihre kinder, dann passiert sowas...

  • James Olivetti am 25.01.2014 16:40 Report Diesen Beitrag melden

    Dann halt ein Titel

    Ok, ich gebe zu ich war etwas geschockt von der Nachricht. Aber hee, ersetzt Handys durch Bücher. Ich denke es hätte früher ähnliche solche Diskussionen gegeben ... ;-)

  • Milaa am 25.01.2014 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    wir machen es vor

    ich wette, diejenigen die hier über die bösen, bösen Eltern und Jugend herziehen sind genau diejenigen die im Zug, Tram, Bus oder sogar auf der Strasse vor den Smartphones verblöden! Vor der eigenen Haustür kehren und erst dann die anderen verurteilen.