Volksinitiative lanciert

14. Februar 2012 10:16; Akt: 14.02.2012 13:13 Print

Töfffahrer wollen im Stau überholen dürfenTöfffahrer wollen im Stau überholen dürfen

Der Verkehr auf Schweizer Strassen soll flüssiger werden und die Zahl der Staus abnehmen. Mit diesen Zielen verlangen Motorrad- und Rollerfahrer, künftig an stehenden Kolonnen vorbeifahren zu dürfen.

storybild

Sie wollen nicht mehr länger stehen bleiben, wenn nichts mehr geht: Töfffahrer fordern neue Strassengesetze. (Bild: Keystone/Guido Röösli)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Motorrad- und Rollerfahrer sollen stehende Fahrzeugkolonnen überholen dürfen. Dies fordert die Initiative «Für eine Verflüssigung des Strassenverkehrs und weniger Stau», die sogenannte «Motorrad- und Roller-Initiative». Die Unterschriftensammlung ist am Dienstag offiziell lanciert worden.

Umfrage
Töfffahrer sollen in Staus künftig überholen dürfen. Wie finden Sie diese Idee?
80 %
18 %
2 %

Es gehe darum, sich den Tatsachen zu stellen, sagte Nationalrat Dominique de Buman (CVP/FR) an der Medienkonferenz in Bern: «Einerseits fahren immer mehr Menschen Motorrad, anderseits haben wir immer mehr Staus in den Städten und Agglomerationen.»

Mit dem Töff auf die Busspur

Das Hauptanliegen der Initiative sei deshalb die «Beschleunigung und Verbesserung» des Verkehrsflusses. Denn: Motorräder seien platzsparender und effizienter als andere Verkehrsteilnehmer, sagen die Befürworter.

So verlangt das Volksbegehren, dass Motorrad- und Rollerfahrer künftig an stehenden Kolonnen vorbeifahren dürfen. Auch das Mitbenützen von Busspuren soll erlaubt werden. Schliesslich sollen konsequenter sogenannte «grüne Wellen» den Verkehrsfluss für alle erleichtern.

Motorradfahren soll attraktiver werden

Die Initiativ-Befürworter wiesen auf positive Erfahrungen im Ausland hin: In London wurden Ende Januar nach einer Testphase die Busfahrbahnen für Zweiradfahrer geöffnet; Belgien lässt mittlerweile das langsame Überholen bei Staus zu.

Durch die Verfassungsänderungen soll das Motorradfahren an sich attraktiver werden - dies führe ebenfalls zu einem besser fliessenden Verkehr: «Wenn mehr Zweiräder benützt werden, gibt es auch weniger Staus», sagte der Präsident der Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS), Nationalrat Walter Wobmann (SVP/ SO).

Die Initianten sprachen vor den Medien wiederholt von einer Diskriminierung der Zweiradfahrer. «Heutige Verkehrskonzepte orientieren sich nicht mehr an die Bedürfnisse von Motorradfahrern», sagte der Präsident der IG Motorrad, Theodor Klossner.

Mehr Hindernisse, weniger Parkplätze

Mit der Festschreibung des Grundsatzes der «Freiheit des Verkehrsmittels» in die Bundesverfassung erhoffen sich die Initianten die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer. «Alle Verkehrsmittel sind komplementär», sagte Nationalrat de Buman auf den Hinweis, dass es bisher keine Verbote für Motorräder gebe.

Es gehe vielmehr um die Einstellung, dass alle Fahrzeuge erlaubt seien. Die Diskriminierung drückt sich für Wobmann auch an der Infrastruktur aus: «Es werden immer mehr Hindernisse gebaut, und es gibt zu wenige Parkplätze für Motorräder in den Städten.» Deshalb verlange die Initiative auch mehr Parkmöglichkeiten.

Die Initianten haben bis am 7. August 2013 Zeit, die nötigen 100 000 Unterschriften zu sammeln. Im Initiativkomitee sitzen Motorrad- und Rollerfahrer aus Politik und Wirtschaft, darunter Hans- Ulrich Bigler, der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, SVP- Nationalrat Roland Borer und FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger.

(sda)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • Autofahrer am 15.02.2012 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ist wohl ein Witz

    das sie ein gesetzt machen müssen. ich habe bis heute nie ein töffahrer sehen das bei einem stau normal gewartet hat die haben sich immer vorgedrängelt jetzt wird es sogar legal. aber wo wirklich Probleme sind da wird nichts gemacht

  • se am 14.02.2012 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Endlich mal was inteligentes!! Ich unterschreibe sofort

  • bigmig am 14.02.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Töff ökologisch?

    Schon mal in asiatischen Ländern in den Ferien gewesen wo die meisten mit Roller oder ähndlichem unterwegs sind? Es were sicher schön dort, konnte jedoch vor lauter Smog die Skyline nicht finden!